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BUND und BBU: Außenminister Fischer muss Kanzler Schröder vom Export der Hanauer Atomfabrik nach Russland abbringen

    Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
haben Außenminister Joschka Fischer heute aufgefordert, die
beabsichtigte Verlagerung der Hanauer Plutonium-Fabrik nach Russland
zu stoppen. Ein Ausbau der russischen Atomwirtschaft mit deutscher
Beteiligung berge unkalkulierbare ökologische und
sicherheitspolitische Risiken. Wenn selbst Russlands Präsident Putin
die Katastrophenfälle des Atom-U-Boots "Kursk" und des Fernsehturms
"Ostankino" als Beispiele der desolaten Sicherheitsstandards in
Russland bezeichne, dürfe andererseits Deutschland die gefährliche
russische Plutoniumwirtschaft nicht weiter anheizen helfen. BUND und
BBU fordern die sichere Endlagerung des russischen Waffenplutoniums
unter internationaler Kontrolle. Eine Herstellung von sogenannten
MOX-Brennelementen mit Hilfe der Hanauer Atomfabrik sei kein Beitrag
zur sicheren Entsorgung der 34 Tonnen Waffenplutonium aus russischen
Atomsprengköpfen.
    
    Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND: "Ein Einbau
des Waffenplutoniums in Brennelemente für die Atomindustrie ist der
falsche Weg. Es geht nicht, dass die Bundesregierung in Deutschland
aus der Atomenergienutzung aussteigen will und zugleich mit dem
Export der Atomfabrik nach Russland dort den Ausbau der
Atomwirtschaft unterstützt. Die Bevölkerung Europas wäre weiteren
zusätzlichen Gefahren ausgeliefert, die Sicherheit vor
Plutoniumschmuggel und die der russischen Atomkraftwerke ist
ungenügend. Nur eine internationale Kontrolle und die Entschärfung
des Waffenplutoniums begrenzen seine Gefährlichkeit."
    
    BUND und BBU fordern die russische und die westlichen Regierungen
auf, das Waffenplutonium mit den vorhandenen modernsten Verfahren
behandeln zu lassen und endzulagern. Dafür eignet sich nach
Expertenmeinung am Besten der Einschluss in Glaskokillen oder in
speziellen Endlagerungsstäben.
    
    Eduard Bernhard, Sprecher des BBU: "Russland braucht dringend
Endlager für seine großen Mengen Waffenplutonium und den anderen
Atommüll. Der Westen muss bei der Suche und bei seiner Einrichtung
helfen, damit das Erbe der atomaren Blockkonfrontation gemeinsam
entschärft wird. Das Waffenplutonium ist jetzt Anlass, schnell dabei
voranzugehen."
    
    BUND und BBU fordern Außenminister Fischer auf, die Gründe seiner
Gegnerschaft zur Inbetriebnahme der Hanauer Atomfabrik in seiner Zeit
als hessischer Umweltminister umgehend Bundeskanzler Schröder
deutlich zu machen, um ihn vom Plan des Exports der Fabrik
abzubringen.
    
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