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"Atomstrom-Dealerei auf Kosten der Sicherheit". Merkel und Röttgen müssen gegen Strommengen-Verschiebung einschreiten

Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat gegen die Ankündigung des Energieversorgers Eon protestiert, fast fünf Terrawattstunden Strom aus seinem 2003 in Niedersachsen stillgelegten Atommeiler Stade auf das hessische Atomkraftwerk Biblis A des Energieversorgers RWE zu übertragen. Die Umweltschutzorganisation forderte Bundesumweltminister Norbert Röttgen und Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, gegen dieses Vorhaben einzuschreiten.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Das Verschieben der Rest-Strommengen von Stade auf Biblis A ist illegal und gefährlich. Illegal, weil im Atomkonsens auf dringend nötige Sicherheitsnachrüstungen für Biblis A verzichtet wurde und gefährlich, weil ein Atomkraftwerk umso störanfälliger wird, je älter es ist", sagte Weiger. Hinzu komme, dass Biblis A weder gegen Flugzeugabstürze noch gegen Terroranschläge geschützt sei.

Gegen eine Strommengenübertragung auf Biblis A spreche auch der Atomkonsens zwischen Bundesregierung und Energiekonzernen. "In einer Anlage des Vertrages akzeptiert das Bundesumweltministerium den Verzicht auf dringend erforderliche Nachrüstungen nur, wenn RWE keine Stromengenübertragungen auf Biblis A vornimmt", sagte der BUND-Atomexperte Thorben Becker. RWE habe dieser Passus sicherheitstechnische Nachrüstungen in dreistelliger Millionenhöhe erspart.

Becker: "Wenn die RWE-Manager Biblis A weiter betreiben wollen, um damit pro Jahr einige hundert Millionen Euro zusätzlich zu verdienen, dann ist das keine Angelegenheit, die sie mit Eon hinter den Kulissen aushandeln dürfen. Nicht nur die Risiken von Biblis A sondern auch die ungelöste Entsorgung des Strahlenabfalls und die Skandale um Gorleben und Asse müssen Umweltminister Röttgen und Kanzlerin Merkel dazu bringen, jede Atomstromdealerei auf Kosten der Sicherheit der Bevölkerung zu stoppen."

Ein weiterer Grund zur Beschleunigung anstelle einer Verzögerung des Atomausstiegs sei die Tatsache, das Deutschland seinen Strom im Jahr 2050 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen beziehen müsse. Nur dann sei gewährleistet, dass die nationalen und internationalen Klimaschutzziele erreicht würden. Ein verzögertes Abschalten von Atomkraftwerken bremse jedoch Investitionen in erneuerbare Energien.

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