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VCD und BUND: Verkehrsminister muss Klimaschutz umsetzen

    Berlin (ots) - Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordern Verkehrsminister
Reinhard Klimmt auf, bei der morgigen Bundeskabinettssitzung ein
wirksames Konzept für den Klimaschutz im Verkehrsbereich vorzulegen.
Mit Verweis auf prognostizierte Verkehrszuwächse lehnt das
Bundesverkehrsministerium die Festlegung von Klimaschutzzielen und
entsprechende Maßnahmen bisher ab.
    
    Um den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid zu vermindern,
verlangen BUND und VCD gezielte Investitionen in umweltfreundliche
Verkehrsmittel, ein Tempolimit, die Weiterführung der Ökosteuer über
2003 hinaus und den Abbau von Subventionen im Luftverkehr.
    
    Tilmann Heuser, BUND-Verkehrsexperte: "Wir akzeptieren nicht, dass
der Bundesverkehrsminister vor Verkehrsprognosen kapituliert und in
seinem Ressort den Klimaschutz ignorieren will. Der Verkehrsbereich
ist eines der zentralen Handlungsfelder für eine wirksame
Klimaschutzstrategie. Wenn hier nichts passiert, wird der
Treibhauseffekt durch den Verkehr dramatisch verschärft, vor allem
durch die enormen Zuwächse beim Güter- und Luftverkehr."
    
    Während in allen anderen klimarelevanten Handlungsfeldern in den
letzten Jahren eine Reduktion der Emissionen erreicht werden konnte,
haben sich seit 1990 die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich um 11
Prozent erhöht, die des internationalen Luftverkehrs sogar um 16
Prozent.
    
    Gerd Lottsiepen, Verkehrsexperte des VCD: "Die Ökosteuer, die
angekündigte Einführung einer leistungsabhängigen
Schwerverkehrsabgabe für LKW und eine Werbekampagne für
benzinsparendes Autofahren sind erste Schritte für den Klimaschutz.
Sie reichen aber bei weitem nicht aus, um die notwendige Reduktion
der Treibhausgase im Verkehrsbereich auch nur annähernd zu
erreichen."
    
    Allein Tempolimits von 130 km/h auf Autobahnen und von 80 km/h auf
Landstraßen könnten zu einer CO2-Minderung von rund fünf Millionen
Tonnen pro Jahr führen. Auf EU-Ebene könnte nach Ansicht der
Umweltverbände die Einführung eines Grenzwertes für den CO2-Ausstoß
von Neufahrzeugen wesentlich zum Klimaschutz beitragen.
    
    BUND und VCD appellieren eindringlich an die Bundesregierung, die
Ökosteuer über das Jahr 2003 weiterzuführen. Gerd Lottsiepen: "Eine
Kompensation für gestiegene Kraftstoffpreise durch die Erhöhung der
Kilometerpauschale wäre kontraproduktiv. Statt dessen muss sich die
deutsche Autoindustrie um die schnellere Markteinführung von extrem
sparsamen Fahrzeugen bemühen. Höhere Benzinpreise werden zu
verstärkter Nachfrage nach Sparautos führen. So wird Energiesparen
belohnt und Energieverschwendung bestraft. Und genau das ist die
Absicht von Ökosteuern."
    
    
ots Originaltext: BUND
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