BUND

Trauerfeier für ökologische Mehrwegsysteme
BUND: Untätigkeit der Bundesregierung und Boom bei Einweg gefährden rund 200 000 Arbeitsplätze

    Berlin (ots) - Wegen des anhaltenden Aufwärtstrends bei
Getränke-Einwegverpackungen warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) heute mit einer Trauerfeier am Brandenburger Tor
vor dem drohenden Aus für Mehrwegsysteme.
    
    In 20 offenen Särgen werden Mehrwegflaschen aufgebahrt. Passanten
und Touristen erhalten Traueranzeigen, die über die Hintergründe der
Aktion aufklären. Zugleich werden kleine Särge mit
Glas-Mehrweg-Flaschen an Kanzler Schröder, Wirtschaftsminister
Müller, Umweltminister Trittin, die Bundestagsausschüsse für
Wirtschaft und Umwelt sowie an die Ministerpräsidenten und die
Wirtschafts- und Umweltminister der Länder verschickt. Beiliegende
Kondolenzschreiben fordern Bundes- und Landesregierungen dazu auf,
endlich die wirksame Förderung von Mehrwegsystemen in Angriff zu
nehmen
    
    Dr. Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Zunehmend werden
Plastik-Flaschen, Dosen und Tetra-Pak-Behälter für Getränke
eingesetzt. Das verdrängt die umweltfreundlichen Mehrwegsysteme.
Mittelständische und kleinere Unternehmen werden zur Einführung von
Einwegsystemen gezwungen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Da sich nur
wenige die millionenteuren Investitionen dafür leisten können, stehen
viele bald vor dem Ruin. 200 000 Arbeitsplätze in der Getränkebranche
sind auf diese Weise massiv gefährdet."
    
    Die Absatzmärkte kleiner und mittelständischer Brauereien und
Mineralbrunnen werden massiv durch Getränke in Einwegverpackungen und
zu Niedrigpreisen bedroht. Einweg schadet außerdem der Umwelt. Das
geringe Gewicht dieser Verpackungen macht es möglich, große Mengen
verschiedener Getränke kreuz und quer durch Deutschland zu
transportieren. Der daraus resultierende Verkehr erhöht die
Umweltbelastungen. Lärm, Staus und Klimaerwärmung sind die Folge.
Größer werdende Abfallberge, zunehmende Entsorgungsprobleme und
zugemüllte Landschaften sind weitere negative Resultate.
    
    Gerhard Timm: "Die Bundesregierung darf sich nicht länger aus
ihrer Verantwortung für mehr Umweltschutz im Verpackungsbereich
stehlen und muss schleunigst ein langfristig tragfähiges Konzept zum
Schutz und zur Förderung von regionalem Mehrweg vorlegen. Sonst wird
sie zum Leichenträger für die ökologischen Mehrwegsysteme."
    
    Der BUND verlangt die Einführung einer Verpackungsabgabe, die
Schutz und Ausbau der umweltfreundlichen, wirtschaftlich und
arbeitsmarktpolitisch sinnvollen Mehrwegsysteme fördern soll.
    
ots Originaltext: BUND
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