BUND

BUND: Verkehrsminister Klimmt will Koalitionsvertrag nicht einhalten
Jetzige Kilometerpauschale ist unökologisch und unsozial

Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert die gestrige öffentliche Ankündigung von Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt, die jetzige Kilometerpauschale für Autofahrten zur Arbeitsstelle nicht mehr in eine Entfernungspauschale umwandeln zu wollen. Damit verstoße der Bundesverkehrsminister eindeutig gegen den rot-grünen Koalitionsvertrag, in dem eine solche Umwandlung vereinbart worden war. Dr. Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer des BUND: "Die jetzige Kilometerpauschale ist nicht nur unökologisch, sondern auch sozial ungerecht. Von ihr profitieren vor allem viel verdienende Autofahrer. Je höher das Einkommen und je höher der Grenzsteuersatz, um so höher fällt die steuerliche Begünstigung aus." Nach Auffassung des BUND ist die Kilometerpauschale nicht nur unsozial, sondern auch unökologisch, weil sie ausschließlich Autofahrer als Berufspendler begünstigt. Während für Autofahrer die Kilometerpauschale 70 Pfennig beträgt, können Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel nur die tatsächlichen Fahrtkosten in Höhe von rund 20 Pfennig und Fahrradfahrer lediglich 14 Pfennig anrechnen. Gegenüber den Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel subventioniert der Staat so die Autofahrer mit rund 7 Milliarden Mark pro Jahr. Timm: "Der Staat zahlt auf diese Weise den gut verdienenden Bürgern die gesamten Spritkosten für Hin- und Rückfahrt sowie einen großen Teil der weiteren Kosten der Autohaltung. Das geht eindeutig zu Lasten Geringverdienender, Rentner, Schüler und Studenten und darf nicht so bleiben. Wir fordern Verkehrsminister Reinhard Klimmt auf, die verkehrsmittelneutrale Entfernungspauschale einzuführen, so wie es aus guten Gründen im rot-grünen Koalitionsvertrag vereinbart worden war." Nach Ansicht des BUND stimuliert die Kilometerpauschale außerdem stadtfernes Wohnen und fördert so die Zersiedelung der Landschaft, führt zu weiterem Verkehrswachstum und den daraus resultierenden Umweltschäden. ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen bei: BUND-Verkehrsexperte Tilmann Heuser, Tel. 030-27586-435 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher (0171-8311051), Tel. 030-27586-425/464, http://www.bund.net Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: BUND

Das könnte Sie auch interessieren: