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BUND legt Eckpunkte für Naturschutz-Novelle vor

Berlin (ots) - Rund drei Wochen nachdem Umweltminister Trittin ein erstes Eckpunkte-Papier zur Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes veröffentlicht hatte, legt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt einen eigenen Grundsatzkatalog für die Novelle vor. Kernpunkte sind Forderungen nach einem Biotopverbundsystem auf 15 Prozent der Fläche Deutschlands, der erweiterte Schutz von Kulturlandschaften und Flussauen sowie ein verbesserter Hochwasser- und Grundwasserschutz. BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm: "Unsere Vorschläge für das neue Naturschutzgesetz sollen Dynamik in den Gesetzgebungsprozess bringen. Die bisher von Minister Trittin vorgestellten Eckpunkte sind uns zu unkonkret. Halbherzigkeit beim Naturschutz aber kann sich Deutschland angesichts des Artenschwundes und der Landschaftszerstörung nicht leisten. Wir brauchen eine politische und fachliche Debatte über die optimale Ausgestaltung des Gesetzes. Unmittelbar vor dem Deutschen Naturschutztag gehen wir deshalb jetzt mit unseren Forderungen nach mehr Natur- und Landschaftsschutz an die Öffentlichkeit." Nach BUND-Auffassung dürfen Naturschutzbelange zukünftig nicht mehr hinter wirtschaftlichen Interessen zurückstehen. Der konsequente Erhalt der Natur muss Grundlage des neuen Bundesnaturschutzgesetzes sein. Vorrang erhalten soll auch die nachhaltige Nutzung von erneuerbaren Naturgütern. Neu definiert werden muss außerdem die umweltverträgliche land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Nutzung der Natur. Dazu gehört die weitgehende Vermeidung synthetischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel, um Oberflächen- und Grundwasser vor Verschmutzung zu schützen. Die landwirtschaftliche Produktion muss gentechnikfrei erfolgen, die genetische Vielfalt der Nutzpflanzen und Tiere soll erhalten bleiben. Bei Suche und Gewinnung von Bodenschätzen sollen zukünftig Beeinträchtigungen der Natur besser vermieden werden. Das neue Gesetz soll auch Verpflichtungen für eine bundesweite Landschaftsplanung enthalten und die flächendeckende Naturbeobachtung mit jährlicher öffentlicher Berichtspflicht regeln. Die erweiterte Mitwirkung anerkannter Naturschutzverbände bei Neufassung und Umsetzung des Bundesnaturschutzgesetzes hält der BUND für selbstverständlich. Gleiches gilt für die Einführung der Verbandsklage auf Bundesebene, die jedoch auf das gesamte Umweltrecht ausgedehnt werden sollte. ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen und ein 8-seitiges Hintergrundpapier bei: Dr. Kerstin Oerter BUND-Naturschutzreferentin Tel. 030-27586-451 oder BUND-Pressestelle Rüdiger Rosenthal Tel. 030-27586-425 e-Mail: presse@bund.net www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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