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Ergebnis des Energiedialogs unbefriedigend - Umweltverbände für konsequente Energiewende

Berlin (ots) - Nachdem vor rund drei Wochen die großen deutschen Umweltverbände ihre Mitarbeit am "Energiedialog 2000" wegen inhaltlicher Differenzen bereits aufgekündigt hatten, äußerten heute verschiedene Organisationen Unzufriedenheit mit dem Ergebnis des vom Bundeswirtschaftsminister ins Leben gerufenen Gremiums. Die Umweltverbände BUND und BBU, die Naturfreunde, die Bäuerliche Gesellschaft Nordwestdeutschland sowie die IG Metall - die sich zur "Energieallianz" zusammengeschlossen haben - glauben nicht, dass das Abschlussdokument des "Energiedialogs 2000" dazu beiträgt, das Klimaschutzziel einer 25prozentigen Minderung von Kohlendioxid-Emissionen bis 2005 in Deutschland zu erreichen. Angelika Zahrnt, Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte vor allem die fehlende Langfristigkeit bei der Förderung regenerativer Energien im Abschlussdokuments des "Energiedialogs 2000". Zahrnt: "Den dramatischen Klimaveränderungen als Folge unserer verschwenderischen Energiepolitik können wir nur begegnen, wenn wir erneuerbaren Energien den Vorrang geben. In Forschung, Produktion und Förderung von Energieanlagen sind dringend Paradigmenwechsel nötig: Hin zur konsequenten Bevorzugung von Wind-, Solar- und Biomasseanlagen und zur gezielt gewollten Benachteiligung veralteter und umweltfeindlicher Energiestrukturen." Michael Müller MdB, Vorsitzender der NaturFreunde, konkretisierte: "Die Zukunftsmärkte Einsparen und Erneuerbare Energien werden heute von einer ineffizienten Versorgungs- und Verbundwirtschaft blockiert. Deshalb ist eine Richtungsentscheidung notwendig. Das Potenzial ist da: Allein im April wurden vier Mal mehr Anträge für Photovoltaik gestellt als im ganzen Jahr 1999. Selbst die Befürworter der Atomenergie müssen endlich akzeptieren, dass es innovative ökologische Alternativen gibt." Wolfgang Kühr, energiepolitischer Sprecher des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU): "Statt die überkommene Energiestruktur in die Zukunft fortzuschreiben, wie dies der 'Energiedialog 2000' empfiehlt, brauchen wir jetzt den Einstieg in eine umweltfreundliche, sozial verträgliche und Ressourcen schonende Energieversorgung. Wir brauchen ein breites gesellschaftliches Bündnis für den Durchbruch regenerativer Energieträger und der effizienten Energienutzung. Auf europäischer Ebene brauchen wir die Schaffung einer europäischen Solargemeinschaft." Auf nationaler Ebene sollten nach Auffassung der Verbände alle denkbaren Möglichkeiten zur Energiewende genutzt werden. Gerlinde Wiese, Bäuerliche Gesellschaft Nordwestdeutschland: "Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass der ökologische Landbau sowohl hinsichtlich der Energieeffizienz als auch bei der Schaffung von Arbeitsplätzen dem konventionellen Landbau überlegen ist. Er sollte deshalb eine Leitbildfunktion für die Zukunft der Landwirtschaft haben. Der Ökolandbau hat in Deutschland das Potenzial, die Klimabelastungen um mindestens ein Drittel zu reduzieren." Georg Werckmeister von der Industriegewerkschaft Metall: "Der Energiedialog hat die Chance nicht ausreichend genutzt, den Weg zu einer wirklich zukunftsgerichteten Energieversorgung ohne Umwelt- und Klimaschäden zu eröffnen. Der massive Abbau von Arbeitsplätzen in den konventionellen Energien muss - wenigstens zum Teil - durch den forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien aufgefangen werden. Rund eine halbe Million Arbeitsplätze könnten nach Schätzungen der Verbände im Bereich erneuerbare Energien in Deutschland neu entstehen. Voraussetzung dafür seien jedoch klare Programme und Förderstrukturen, der politischen Wille der Bundesregierung und verstärkte Anstrengungen der Energiewirtschaft. ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen: Matthias Seiche, Bund-Referent für Energiefragen, Tel. 030-27586-433 oder Rüdiger Rosenthal/ BUND-Pressesprecher (0171-8311051)/ Tel. 030-27586-425, Fax: -449; e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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