BUND

Tag der Offenen Tür
Freizeitpark Atomkraftwerk?
BUND: Atomstromer wollen mit "Gläsernem AKW" Risiken verharmlosen

Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft der Atomwirtschaft vor, sie wolle mit ihrer morgigen Aktion "Gläserne Kernkraft an 15 Atomstandorten" die Risiken und Folgen des Betriebs der 19 Reaktoren in Deutschland verschleiern. Die zu einem "Tag der Offenen Tür" in die Atomkraftwerke eingeladenen Familien sollten sich nach BUND-Auffassung den radioaktiv strahlenden Atomfabriken und den dort abgestellten Castorbehältern nur mit Bleischürzen, Geigerzählern und Jodtabletten im Gepäck nähern. Besser als das Betreten der hochgefährlichen Reaktoranlagen sei jedoch ein Besuch der milliardenteuren Atomruine des Schnellen Brüters in Kalkar, heute ein Freizeitpark. Dort werde deutlich, dass die deutsche Atomwirtschaft bereits Fehlinvestitionen von über 20 Milliarden Mark verantworte, die beim Ausbau regenerativer Stromkapazitäten besser angelegt gewesen wären. Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstandes: "Das Bild der Gläsernen Kernkraft ist nicht ganz falsch. Glas bricht oft und schnell, auch Atomkraftwerke sind fragil und störanfällig. Statt geputzter Besucherpavillions und gewienerter Schaltzentralen sollte die Atomindustrie der Öffentlichkeit auch die radioaktiven Brennelemente-Lager und strahlenden Atommüll-Halden zeigen. Und wenn der Stromkunde Glasnost bei den Kosten für den Atomstrom und dessen gefährliche Hinterlassenschaften fordern würde, wäre klar, dass preisgünstige und umweltfreundliche Alternativen gefragt sind." Der BUND sieht in der morgigen Aktion "Gläsernes Atomkraftwerk" den untauglichen Versuch, dem Auslaufmodell Atomenergie ein positives Image zu verschaffen. Stattdessen seien zukunftsfähige Arbeitsplätze und ein energischer Strukturwandel die angemessenen Antworten auf das Auslaufen der Atomenergienutzung. Länderregierungen und Wirtschaftsverbände sollten sich diesen Problemen stellen und sie offensiv angehen, statt ihnen auszuweichen. Renate Backhaus: "Die Regierungs- und Kommunalpolitiker müssen ihre Hausaufgaben machen und die Debatte um die Zukunft der Atomstandorte führen. Der Umbau der Energiewirtschaft für mehr Klima- und Ressourcenschutz ist eine Herausforderung, die nicht auf die lange Bank geschoben werden darf. Es wird die Atomstandorte mit unnötig schwerer Wucht treffen, wenn nicht jetzt die Weichen für eine moderne Infrastruktur auf der Basis erneuerbarer Energien gestellt werden." ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen: Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstandes / Tel. 04131-61662 oder Rüdiger Rosenthal/ BUND-Pressesprecher/ Tel. 030-27586-425, Fax: -449; e-Mail: presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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