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BUND zum "Tag der Parke": Mehr Wildnis in Deutschland gefordert
Bundesumweltminister Trittin muss Naturschutz stärker fördern

    Berlin (ots) - Anlässlich des morgigen "Europäischen Tags der
Parke" ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu
einer erheblichen Ausweitung naturbelassener Gebiete in Deutschland
auf. Unter dem Kampagnenmotto "Wildnis in Deutschland" will der BUND
den Anteil unbeeinflusster Flächen auf rund fünf Prozent des
Bundesgebietes steigern. Umweltminister Trittin wird aufgefordert,
mehr Verantwortung für das nationale Naturerbe zu übernehmen und
zusätzliche Bundesmittel für die Schutz- und Bildungsaufgaben der
Großschutzgebiete bereit zu stellen. Neue Nationalparke sollen nach
BUND-Vorschlägen u.a. im Nordschwarzwald, im hessischen Kellerwald,
im brandenburger Stechlingebiet und in den Moorlandschaften
Norddeutschlands eingerichtet werden.
    
    Das in der Neufassung befindliche Bundesnaturschutzgesetz muss
nach BUND-Auffassung die ursprüngliche Naturentwicklung in den
Nationalparken und auf anderen schützenswerten Flächen stärker
fördern. In Wildnis-Gebieten soll die Natur sich selbst überlassen
bleiben, damit dort die Entwicklung von Tier- und Pflanzenarten
unbeeinflusst vom Menschen ablaufen kann. Dafür sollen bundesweit
geeignete Gebiete ausgewiesen werden.
    
    Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Es ist eine
faszinierende Herausforderung für Umweltschützer und Bevölkerung, in
einem Hochindustrieland wie der Bundesrepublik echte Wildnis zu
ermöglichen. Wildnisgebiete zeigen, dass Natur aus sich selbst
entsteht und der Mensch nicht Herrscher über die Natur sein darf,
sondern eingebunden ist in das ökologische Gleichgewicht. Es gilt,
möglichst viele solcher Refugien der Natur zu finden, als
schützenswert vorzuschlagen und ihren Schutz durchzusetzen."
    
    Kerstin Oerter, BUND-Naturschutzexpertin: "Bundesweit rufen wir
unsere rund 2000 BUND-Gruppen dazu auf, geeignete Flächen für Wildnis
in Deutschland ausfindig zu machen. Außer in Nationalparken und
Biosphärenreservaten sind Wildnis-Projekte auch in
Naturschutzgebieten oder in ehemaligen Bergbauregionen, sogar in
Städten und Kommunen denkbar. Der Natur muss generell mehr Raum und
Zeit gegeben werden, damit Ursprünglichkeit und Artenvielfalt
erhalten bleiben."
    
    Geschützte Wildnis gibt es heute in Deutschland auf nur 0,5
Prozent der Fläche. Rund 12 Prozent des Bundesgebietes sind bereits
überbaut, pro Jahr kommt eine Fläche in der Größenordnung des Landes
Bremen hinzu, täglich verschwinden Areale von etwa 120 Hektar unter
Asphalt und Beton. Fast überall greift der Mensch in die Natur ein.
Selbst in Nationalparken wird bisher nur auf etwa 20 Prozent der
Fläche die freie Entfaltung der Natur geduldet. Der BUND fordert,
diese Flächen zu verdreifachen und uneingeschränkt zu schützen.
    
    Der diesjährige zweite "Tag der Parke" ist ein europaweiter
Aktionstag der Europarc-Federation, einer Dachorganisation von etwa
400 Mitgliedern aus 34 europäischen Staaten. Er findet jährlich am
24. Mai statt, da 1909 an diesem Tag die ersten neun Nationalparke
Europas in Schweden eingerichtet wurden. In Deutschland gibt es heute
13 Nationalparke, 14 Biosphärenreservate und über 80 Naturparke.
    
      
ots Originaltext: BUND
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Ein Hintergrundpapier, eine farbige Wildnis-Broschüre und weitere
Informationen bei:
Dr. Kerstin Oerter, BUND-Naturschutzexpertin/Tel.
030-27586-451; Fax -440; BUND-Pressestelle/Tel. 030-27586-425, Fax:
-449; e-Mail: presse@bund.net; Internet: http://www.bund.net/aktuell

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