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BUND und BBU gegen Export der Hanauer Siemens-Atomfabrik nach Russland

    Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
lehnen den Plan der Verlagerung der Hanauer Plutonium-Fabrik nach
Russland ab. Stattdessen fordern sie eine sichere Endlagerung des
russischen Waffenplutoniums unter internationaler Kontrolle.
    
    Die von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen heute
einberufene Expertenrunde darf nach Auffassung der Umweltverbände
kein grünes Licht für die Einführung der zivilen Plutoniumwirtschaft
in Russland geben. Die Herstellung von sogenannten MOX-Brennelementen
mit Hilfe der Hanauer Atomfabrik sei kein Beitrag zur sicheren
Entsorgung der mehr als 50 Tonnen Waffenplutonium aus russischen
Atomsprengköpfen.
    
    BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm: "Ein Einbau des
Waffenplutoniums in Brennelemente für die Atomindustrie hieße den
Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen. Die Bevölkerung
Europas wäre weiteren zusätzlichen Gefahren durch die Atomkraftwerke
ausgeliefert, die Sicherheit vor Plutoniumschmuggel würde weiter
verringert. Nur eine internationale Kontrolle des Waffenplutoniums
begrenzt seine Gefährlichkeit."
    
    BUND und BBU fordern die russische und westliche Regierungen auf,
das Waffenplutonium mit den vorhandenen modernsten Verfahren
behandeln zu lassen und endzulagern. Dafür eignet sich nach
Expertenmeinung wahrscheinlich ein Einschluss in Glaskokillen oder in
speziellen Lagerstäben am Besten.
    
    Eduard Bernhard, Sprecher des BBU: "Russland braucht sowieso ein
Endlager für seine riesigen Mengen an gefährlichem Atommüll. Der
Westen muss bei der Suche und bei seiner Einrichtung helfen, damit
das Erbe der atomaren Blockkonfrontation gemeinsam entschärft wird."
    
    BUND und BBU lehnen eine Förderung der russischen Atomindustrie
durch die Weiterverarbeitung und Wiederverwendung des
Waffenplutoniums ab. Stattdessen verlangen beide Umweltverbände die
Entwicklung von Programmen, um Alternativen zur Atomenergie
auszubauen.
    
ots Originaltext: BUND
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