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Behörden müssen PET-Flaschen untersuchen. Einsatz hormonell wirksamer Stoffe in Lebensmittelverpackungen ist zu verbieten

    Berlin (ots) - Nachdem Frankfurter Wissenschaftler gestern bekannt gaben, dass in PET-Kunststoffflaschen gefüllte und in deutschen Supermärkten gekaufte Mineralwässer hormonell wirksame Schadstoffe enthalten, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein Verbot des Einsatzes dieser Chemikalien in Lebensmittelverpackungen gefordert. Die Forscher hatten in Versuchen mit weiblichen Schnecken Fruchtbarkeitsstörungen nachgewiesen. Die Versuche waren mit PET-Kunststofflaschen von sieben deutschen Herstellern durchgeführt worden und brachten bei drei Viertel der getesteten Wässer ähnliche Ergebnisse.

    PET ist das weltweit am häufigsten für Lebensmittelverpackungen eingesetzte Plastikmaterial und wird insbesondere für Mineralwasser, Softdrinks und Bier verwendet. "Es ist ein echter Skandal, dass Mineralwasser in PET-Flaschen, das von Millionen Verbrauchern täglich getrunken wird, sich nun als hormonell wirksam erweist", sagte Patricia Cameron, BUND-Expertin für Chemiepolitik.

    In früheren Tests seinen bereits Weichmacher sowie die Chemikalien Bisphenol A und Nonylphenol nachgewiesen worden, alle ebenfalls hormonell wirksam. Auch das Schwermetall Antimon, das als Katalysator bei der Herstellung von PET-Material verwendet wird, sei in Mineralwässern enthalten. Es gelte ebenfalls als hormonell wirksam.

    Hormonelle Schadstoffe können das Hormonsystem empfindlich stören und zu schwerwiegenden Gesundheitsstörungen führen. Besonders gefährdet sind Föten und Kleinkinder, bei denen schon geringste Konzentrationen hormoneller Schadstoffe zu Schädigungen im späteren Leben führen können. Beeinträchtigt werden kann die Fortpflanzungsfähigkeit, es können Immunschwächen und Verhaltensstörungen ausgelöst werden. Einige der am häufigsten verwendeten Weichmacher wurden erst vor wenigen Monaten von der EU in eine Liste der gefährlichsten Chemikalien aufgenommen. Deren Nutzung wurde im Rahmen des neuen Europäischen Chemikaliengesetz REACH stark eingeschränkt oder sogar ganz verboten.

    Der BUND forderte die EU auf, die Verwendung hormonell wirksamer Stoffe bei der Herstellung von Lebensmittelverpackungen generell zu verbieten. Weitere Untersuchungen seitens der Lebensmittelbehörden seien dringend nötig, um die Belastungen durch hormonelle Schadstoffe in Mineralwässern und anderen Getränken umfassend aufzuklären.

    Cameron rät Verbrauchern vorerst vom Kauf von PET-Flaschen ab: "Auch wenn das Ausmaß der Gesundheitsgefährdungen durch hormonelle Schadstoffe in Mineralwässern noch unklar ist, sollten Verbraucher vorsorglich Trinkwasser aus dem Wasserhahn oder aus Mehrweg-Glasflaschen bevorzugen."

    Pressekontakt: BUND-Chemikalienexpertin Patricia Cameron, Tel. 030-27586-426 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, Mobil: 0171-8311051, Fax: -440; E-Mail: presse@bund.net, Internet: www.bund.net

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