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Unabhängiger Strahlenschutz-Bericht erschienen
BUND: Bester Strahlenschutz ist Atomausstieg

    Berlin (ots) - "Strahlengefahr für Mensch und Umwelt" lautet der
Titel des jetzt erschienenen neuen Berichtes des unabhängigen Bremer
Otto-Hug-Strahlen-Instituts. Darin sprechen sich die Internationalen
Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges - Ärzte in sozialer
Verantwortung (IPPNW), der Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND), die Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und die
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg für grundlegende
Nachbesserungen am Entwurf der neuen Strahlenschutznovelle aus. Vor
allem die vom Bundesumweltminsterium vorgesehenen Grenzwerte für die
Freigabe radioaktiver Abfälle und für beruflich strahlenexponierte
Personen seien unzureichend.
    
    Helmut Hirsch, Sprecher der BUND-Strahlenkommission: "Der beste
Strahlenschutz ist immer noch der Atomausstieg. Eine neue
Strahlenschutzverordnung aber muss dazu beitragen Strahlenschäden
soweit wie irgend möglich auszuschließen. Der bisherige Entwurf
leistet das nicht. Weder für beruflich Strahlenexponierte noch für
die übrige Bevölkerung gewährleistet die Novelle ausreichend
Sicherheit und Schutz vor radioaktiven Gefahren. Bundesumweltminister
Trittin muss hier unbedingt nachbessern."
    
    Kernpunkt der Kritik der Umweltverbände sind die sogenannten
Freigabewerte für schwachaktive Reststoffe. Radioaktiv belastetes
Material wie Bauschutt, Bodenaushub oder Metallschrott kann durch die
Freigabe in den normalen Wirtschaftskreislauf geraten und auf
Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen landen. Die Freigabewerte
sollen gewährleisten, dass für dort arbeitende Personen und für die
übrige Bevölkerung eine maximale Zusatzbelastung von 10 Mikrosievert
pro Jahr nicht überschritten wird.
    
    Nach BUND-Auffassung bieten die vorgesehenen Freigabewerte keine
ausreichende Gewähr zur Einhaltung der 10 Mikrosievert-Grenze. Die im
Entwurf der Strahlenschutzverordnung enthaltenen Freigabewerte seien
zudem meist weitaus höher als in Großbritannien und den USA. Für mehr
als ein Drittel der Radionuklide sind in Großbritannien die
Grenzwerte um den Faktor 100, in Einzelfällen sogar um den Faktor 10
000 strenger. Der BUND fordert deshalb auch für Deutschland die
Festlegung wesentlich niedrigerer Freigabewerte als im derzeitigen
Verordnungsentwurf vorgesehen.
    
    Begrüßt wird hingegen die Senkung des Grenzwertes für beruflich
strahlenexponierte Personen von 50 auf 20 Millisievert pro Jahr. Dies
ist aber lediglich eine Anpassung an den in anderen europäischen
Ländern üblichen Standard und entspricht nicht in ausreichendem Maße
dem wissenschaftlichen Kenntnisstand über die Gefährlichkeit von
Niederdosisstrahlung. Gehäufte Krebserkrankungen bei Stewardessen und
Piloten - die im Berufsleben der Höhenstrahlung ausgesetzt sind -
weisen auf weit höhere Risiken durch insbesondere durch
Neutronenstrahlen hin.
    
    Der BUND fordert die Bundesregierung auf, den vorliegenden Entwurf
der Strahlenschutzverordnung nachzubessern. Bei einer Neufassung
müsse der aktuelle Stand der Wissenschaft ausreichend berücksichtigt
werden.
    
    Hinweis:
    
    Der neue Bericht des Otto-Hug-Strahleninstitutes "Strahlengefahr
für Mensch und Umwelt" ist ab sofort im Buchhandel (ISSN 0941-0791)
oder bei der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. (Universität
Bremen, FB 1, Psf. 330440, 28334 Bremen) erhältlich.
    
ots Originaltext: BUND
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