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BBU, BUND, Greenpeace und NABU: Tschernobyl ist Mahnung für schnellen Atomausstieg

Berlin (ots) - Anlässlich des morgigen 14. Jahrestages der Tschernobylkatastrophe fordern die Umweltverbände BBU, BUND, Greenpeace und NABU eine Beschleunigung des Atomausstiegs. Der anvisierte Atomkonsens zwischen Bundesregierung und Energiewirtschaft mit Reaktorlaufzeiten über dreißig Jahren drohe die Gefahren der Atomenergie zu verdecken. Die Umweltverbände warnen vor dem Selbstbetrug einer angeblichen Sicherheit deutscher Atomkraftwerke. Ein langsamer Atomausstieg sanktioniere die zunehmenden ökologischen und gesundheitlichen Schäden durch den Betrieb der Atomanlagen. Angelika Zahrnt, BUND-Vorstandsvorsitzende: "Tschernobyl ist eine deutliche Mahnung gegen die Verzögerung des Atomausstiegs. Seit der ukrainische Reaktor explodierte, haben deutsche Atomkraftwerke zusammengenommen bereits weitere 250 Jahre Laufzeit hinter sich. Die Wahrscheinlichkeit schwerer Zwischenfälle und Reaktorunglücke steigt auch in westlichen Atomanlagen stetig. Tokaimura in Japan, Sellafield in Großbritannien und verstrahlte Castoren in Deutschland sind nur die bekanntesten Fälle, Leukämien bei Kindern, Krebs bei Atomarbeitern und Strahlentote durch den Uranabbau die weniger bekannten. Ein sofortiger Atomausstieg ist nötig und auch möglich." Eduard Bernhard, Atomexperte des BBU: "Wenn Kanzler Schröder der Atomwirtschaft weiter entgegenkommt, wird der Atomausstieg hinausgezögert solange es irgend geht. Das zeigt auch der Versuch der Stromkonzerne, fiktive Laufzeiten des ohne Genehmigung auf einer Erdbebenspalte am Rhein errichteten AKWs Mülheim-Kärlich auf die Gesamtlaufzeiten draufzuschlagen. Mit allen Tricks verzögern die Atommanager den Abschied von dieser Risikotechnologie. Deswegen muss der Protest der Bevölkerung die Bundesregierung auf den Sofortausstieg verpflichten." Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland: "Rot-Grün redet viel von Ausstieg, will den letzten Reaktor aber erst in frühestens 20 Jahren vom Netz nehmen. Und noch mindestens fünf Jahre lang sollen hunderte Tonnen deutschen Atommülls zur Wiederaufarbeitung nach La Hague und Sellafield gebracht werden. Dabei werden Meer, Land und Menschen radioaktiv verseucht und noch mehr Müll entsteht, als angeliefert wurde. Rot-Grün könnte diesen Irrsinn sofort und ohne Entschädigungszahlungen beenden. Stattdessen erkennt die Bundesregierung diese systematische Verseuchung der Umwelt noch immer als Entsorgung an. Das ist und bleibt ein Skandal." Jochen Flasbarth, NABU-Präsident: "Spätestens seit dem Atomunfall in Tokaimura sollte auch den letzten Kernkraftbefürwortern klar sein, dass eine so gefährliche wie kostspielige Technik wie die Atomkraft in Deutschland und weltweit keine Zukunft hat. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energieformen. Wenn Deutschland hier führend sein will, muss der Atomausstieg so schnell wie möglich kommen, damit sich die neuen Technologien der Stromerzeugung schneller durchsetzen können." ots Originaltext: Bund Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bei: BUND-Pressestelle: Rüdiger Rosenthal, Tel. 030-275864-25, Fax -49; Greenpeace: Veit Bürger, Tel. 0171-8780821; NABU-Pressestelle: Bernd Pieper, Tel. 0228-9756141/2; BBU-Geschäftsstelle: Eduard Bernhard, Tel. 0228-214032 Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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