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Soziale Politik heißt Steigerung der Energieeffizienz. Maßnahmen für einkommensschwache Haushalte gegen steigende Energiekosten vorgestellt. Modellprojekt der Caritas in Frankfurt ist wegweisend

    Berlin (ots) - Angesichts der steigenden Energiekosten sollten einkommensschwache Haushalte entlastet werden, ohne dass ihr Stromverbrauch  subventioniert wird. Dies forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und stellte ein entsprechendes Maßnahmenpaket vor, das u. a. die Finanzierung von Energieberatungsprojekten vorsieht. Bundesweit vorbildlich seien entsprechende Modellprojekte wie das der Caritas in Frankfurt am Main. So genannte "Sozialtarife" oder die Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer lehnte der Umweltverband ab. Beides seien keine geeignete Antworten auf weiter steigende Energiepreise und kontraproduktiv bei der Umsetzung nationaler Klimaschutzziele.

    Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Es gibt nur eine angemessene Antwort auf die steigenden Energiekosten: der Energieverbrauch muss runter. Gerade einkommensschwache Haushalte, die am meisten unter den hohen Kosten leiden, müssen in die Lage versetzt werden, durch einen effizienteren Energieverbrauch Energie zu sparen. Anstatt einen Teil der Stromrechnung zu bezahlen, muss die Bundesregierung das Energiesparen entschlossen fördern." Sozialtarife entlasteten Haushalte nur kurzfristig. Längerfristig förderten sie jedoch den Energieverbrauch und damit die Belastungen durch hohe Energiepreise. Das sei weder klimapolitisch noch sozialpolitisch verantwortbar.

    Beispielhaft für eine erfolgreiche Effizienzberatung sei das Projekt "Cariteam Energiesparservice" der Caritas Frankfurt am Main. Einkommensschwache Haushalte würden finanziell entlast, das Treibhausgas Kohlendioxid eingespart. Kern des Projektes ist die Qualifizierung Arbeitloser zu Serviceberatern für Energie- und Wasserspartechnik. Diese führen in Haushalten mit geringem Einkommen kostenlos Energieberatungen durch und informieren über Einsparmöglichkeiten. Außerdem wird den Haushalten ein "Starterpaket" mit einfachen technischen Geräten zur Effizienzsteigerung im Wert von etwa 50 Euro übergeben. Mit Hilfe der "Starterpakete" - dazu gehören u.a. Energiesparlampen und Wassersparduschköpfe - lassen sich die Energiekosten pro Jahr um etwa 100 Euro reduzieren.

    Ulrich Schäferbarthold von der Caritas Frankfurt: "Die Kombination aus Beratung und konkretem Hilfsangebot zeichnet unser Energiesparprojekt aus. Wir versetzen Menschen in die Lage, aktiv etwas gegen steigende Energiekosten zu unternehmen. Bislang konnten schon über 400 Haushalte erfolgreich beraten werden."

    Für bundesweit rund zwei Millionen betroffene Haushalte müsse die Bundesregierung etwa 150 Millionen Euro für ein solches Beratungsprogramm bereitstellen. Sie sollten vor allem der Finanzierung der "Starterpakte" dienen. Erforderlich sei außerdem ein zusätzliches Programm, das die Anschaffung stromeffizienter Haushaltsgeräte fördert. Dafür wären weitere 200 Millionen Euro pro Jahr nötig. Finanziert werden müssten beide Programme mit den Versteigerungserlösen aus dem Emissionshandel.

    Der BUND schlägt außerdem vor, dass Mieter Gebäudesanierungen durchsetzen können und einkommensschwache Haushalte analog zum Wohngeld eine befristete Pendlerzulage erhalten. Da sie die Stromkosten von Mietern extrem in die Höhe trieben, sei zudem ein sofortiges Verbot von Nachtspeicherheizungen erforderlich.

    Das Maßnahmenpaket zum Energiesparen finden Sie im Internet unter: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/klima/20080708_k lima_steigerung_energieeffizienz_klimafakten.pdf

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