BUND

Bundestag soll KWK-Förderung ausweiten und damit neue Kohlekraftwerke überflüssig machen

Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat anlässlich der heutigen Bundestagsdebatte zum Klimaschutzprogramm der Bundesregierung deutliche Nachbesserungen am Gesetzentwurf zur Förderung der umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) verlangt. Nur mit einer entschlossenen Förderung sei es möglich, die Stromerzeugung aus KWK-Heizkraftwerken entscheidend auszubauen und so die von den Energiekonzernen geplanten rund 25 klimaschädlichen Kohlekraftwerke überflüssig zu machen. Klaus Brunsmeier, stellvertretender BUND-Vorsitzender: "Die Energieunternehmen schüren Ängste vor einer angeblichen Stromlücke, verweigern aber Investitionen in effiziente und klimaschonende Heizkraftwerke. Die von den Stromkonzernen geplanten Kohlekraftwerke werden über die Hälfte der eingesetzten Primärenergie vergeuden, da sie in Form von Dampfwolken aus den Kühltürmen entweicht. Und auch die Bundesregierung kündigt in Sachen Klimaschutz gern langfristige Ziele an. Beim Ausbau der Heizkraftwerke hat sie jetzt aber sofort die Chance, mit einer besseren Förderung einen ebensolchen Boom auszulösen wie bei den erneuerbaren Energien." Mit der bisher geplanten jährlichen Deckelung der KWK-Förderung auf 750 Millionen Euro werde die Bundesregierung ihr selbst gestecktes Ziel einer Verdoppelung der Energieerzeugung in KWK-Anlagen verfehlen. Wegen dieser Deckelung sei selbst bei optimistischen Annahmen lediglich eine Steigerung um 60 Prozent möglich. Da eine Vergütung für den effizient erzeugten Strom zudem nur unter zahlreichen Ausnahmen und Befristungen gewährt werde, würden außerdem potentielle Investoren verschreckt. So plane die Bundesregierung, nur selbst genutzten KWK-Strom in Industriebetrieben zu fördern, nicht aber in Dienstleistungseinrichtungen wie Hallenbädern oder Krankenhäusern. Der BUND forderte eine um 40 Prozent höhere Vergütung für den Strom aus KWK-Anlagen als von der Bundesregierung geplant. Das würde pro erzeugter Kilowattstunde eine Preissteigerung von lediglich 0,5 Cent bedeuten. Ein Durchschnittshaushalt müsste für den umweltfreundlichen Strom monatlich etwa einen Euro mehr zahlen. Matthias Seiche, BUND-Klimaexperte: "Die Energiekonzerne hatten vor sieben Jahren versprochen, den Anteil der umweltfreundlichen Heizkraftwerke bis 2010 zu verdoppeln. In Wirklichkeit blockieren Eon, RWE, Vattenfall und EnBW aber mit allen Mitteln Investitionen in solche dezentralen Kraftwerke. Der Bundestag muss jetzt verhindern, dass die Bundesregierung die 2001 von der Wirtschaft zugesagte Verdoppelung der Kraft-Wärme-Kopplung bis ins Jahr 2020 verschiebt." Um die Energieversorgung klimaverträglicher und sicherer zu gestalten, müssten regenerative Energien bis 2020 die Kapazitäten der Atomkraftwerke ersetzen. Zur Vermeidung des Neubaus von Kohlekraftwerken müsse der Stromverbrauch in Deutschland im gleichen Zeitraum um ein Fünftel gesenkt und der Anteil des Stroms aus KWK-Anlagen auf ein Drittel des insgesamt erzeugten Stroms erhöht werden. Im Gegensatz zu Großkraftwerken nutzen dezentrale KWK-Anlagen über 80 Prozent der eingesetzten Brennstoffenergie zur Stromerzeugung und zum Heizen von Gebäuden. Das BUND-Hintergrundpapier zum KWK-Gesetz finden Sie im Internet unter: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/energie/20 080306_energie_kwk_gesetz_klimafakten.pdf Pressekontakt: Matthias Seiche, BUND-Klimaexperte: Tel. 030-27586-433, Mobil: 0173-6071603 Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher: Tel. 030-27586-425, Fax: -440 E-Mail: presse@bund.net Internet: www.bund.net Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: BUND

Das könnte Sie auch interessieren: