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BUND gegen Anbau von Gentech-Mais in Deutschland

Bonn (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)fordert Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke und Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer auf, die bevorstehende Sortenzulassung für gentechnisch veränderten Bt-Mais der Firma Novartis zu verhindern. Das Bundesgesundheitsministerium soll dem Beispiel anderer Länder folgen und die EU-Genehmigung für Novartis-Mais in Deutschland sofort aussetzen. Professor Hubert Weiger, Sprecher des BUND-Arbeitskreises Landwirtschaft: "Der Bt-Mais ist nicht nur eine Gefahr für die Umwelt, er ist auch eine Mogelpackung für die Bauern. Für die Landwirte rechnet sich Bt-Mais nicht, da der breite Einsatz dazu führen wird, dass sich die Schädlinge an den Giftstoff anpassen. Zudem sind auch die behaupteten Einsparungen an Insektiziden zweifelhaft, denn der Maiszünsler ist nicht der einzige Maisschädling. Wenn beispielsweise wie in Baden-Württemberg neben dem Maiszünsler die Fritfliege auftritt, müssen trotz Bt-Resistenz auf den Maisfeldern zusätzlich noch Insektizide eingesetzt werden. So wird die Umwelt doppelt geschädigt." Das Bundessortenamt in Hannover, das dem Bundeslandwirtschaftsministerium untersteht, wird nach Informationen des BUND im Februar über die Sortenzulassung von Bt-Mais entscheiden. Mit der Zulassung würde erstmals gentechnisch verändertes Saatgut ohne jede Einschränkung in Deutschland vertrieben und angebaut werden können. Zur Zeit wird Mais vor allem als Futtermittel auf rund einer Million Hektar Land angebaut und ist damit eine wesentliche Grundlage der deutschen Fleisch- und Milchproduktion. Der Bt-Mais wurde durch Genmanipulation gegen Insekten resistent gemacht. Neue Untersuchungen belegen, dass das Bt-Gift nicht nur Schädlinge wie den Maiszünsler tötet, sondern auch sogenannte "Nicht-Zielorganismen" beeinträchtigt. So zeigten Fütterungsversuche in der Schweiz und in den USA, dass das Bt-Gift auch wichtige Nützlinge wie Florfliegen und die Larven des Monarchfalters schädigt. Deshalb warnt auch das Umweltbundesamt vor dem uneingeschränkten Anbau von Bt-Mais. Die Zeitschrift "Nature" hatte 1999 veröffentlicht, dass das Bt-Insektizid von Pflanzenwurzeln in den Boden abgegeben wird und sich dort überraschend lange stabil halten kann, wobei es seine insektentötende Eigenschaft beibehält. Da bislang wenig über den Mikrokosmos der Bodenbakterien bekannt ist, sind die Auswirkungen dieses Effektes für die Umwelt nicht absehbar. Darüber hinaus ist der Gentech-Mais gegen das Totalherbizid Basta und das - laut WHO für die Humanmedizin unentbehrliche - Antibiotikum Ampicillin resistent. Hubert Weiger: "Die dreifache Genmanipulation beim Mais stellt einen Höhepunkt der Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft dar. Sie birgt große Risiken für die menschliche Gesundheit und die Agrarökosysteme. Durch den uneingeschränkten Anbau von Bt-Mais sind Ertragseinbußen für gentechfrei produzierende Betriebe vorprogrammiert, da eine Übertragung der gentechnischen Veränderungen durch Pollen nicht verhindert werden kann. Beim großflächigen Einsatz von Totalherbiziden, die außer Genmais alles pflanzliche Leben abtöten, ist eine erhebliche Verringerung der Artenvielfalt zu erwarten." Der Einsatz von Antibiotikaresistenzen in der Landwirtschaft ist für den BUND mit dem Vorsorgeprinzip unvereinbar. Die Übertragung der Resistenzgene auf Krankheitserreger kann dazu führen, dass lebensbedrohliche Krankheiten unheilbar werden. Aus diesem Grund hat Norwegen den Anbau von Gentech-Pflanzen mit Antibiotikaresistenzen bereits verboten. ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Rückfragen an: Hubert Weiger und Dan Leskien BUND-Gentechnik-Experten Tel. 0172-2152426 Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher (0171-8311051), Fon (0228) 40097-25, Fax: -49 mailto:presse@bund.net Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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