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BUND: Kanzler Schröder und Bahnchef Mehdorn sollen Transrapid-Milliarden umlenken

    Bonn (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) forderte von Bundeskanzler Schröder und Bahnchef Mehdorn bei
ihrem heutigen Treffen einen klaren Beschluss zum Einsatz der
Transrapid-Milliarden für den beschleunigten Ausbau der Bahn. Mit dem
Abschied vom überteuerten Prestigeobjekt Transrapid könnten
entscheidende Weichen für eine zukunftsfähige und
arbeitsplatzsichernde Verkehrspolitik gestellt werden. Die Umlenkung
der Transrapid-Gelder könne außerdem vom Stellenabbau bedrohte Firmen
der Bahnindustrie retten.
    
    Dr. Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer des BUND: "Der Transrapid
ist in Deutschland nicht nur auf der Strecke Hamburg-Berlin tot, er
wäre generell ein Fremdkörper im vorhandenen Bahnnetz. Die fünf
Wirtschaftsweisen haben dem ganzen Transrapid-Projekt den Totenschein
ausgestellt und ihn als Lehrstück für Fehllenkungen staatlicher
Projektförderung bezeichnet. Schröder und Mehdorn können jetzt für
einen Quantensprung beim Bahnausbau sorgen. Mehr Güterverkehr auf die
Schiene, ein Ende von Streckenstilllegungen, Neigezugtechnik und
besserer Bahnservice sind Aufgaben, für die Schröder und Mehdorn mit
den Transrapid-Milliarden jetzt grünes Signal geben können."
    
    Maximal 6,1 Milliarden Mark hatte die Bundesregierung für den Bau
der Transrapidtrasse eingeplant. Der BUND fordert, mit diesen Mitteln
das bestehende Bahnnetz zu optimieren um auf diese Weise mehr
Fahrgäste und Güter anzuziehen. Die Gelder sollen nach
BUND-Auffassung in die Sanierung der Bahnlinien, den Ausbau
vorhandener Trassen für den Gütertransport und die Beschaffung
schneller energiesparender Neigezüge fließen. Zudem könne die Bahn
durch den Einsatz von optimierter Signaltechnik auf ihren Strecken
erhebliche Leistungssteigerungen erreichen.
    
    Als wichtigste alternative Ausbaustrecken schlägt der BUND die
ICE-Trasse Berlin-Hamburg (rund 1 Milliarde) sowie die Bahnlinien
Hamburg-Stralsund (1,6 Milliarden), Hamburg-Uelzen-Stendal-Berlin
(1,4 Milliarden), Berlin-Stralsund (1 Milliarde) und Berlin-Rostock
(1 Milliarde) vor.
    
    Timm: "Die Transrapid-Gelder müssen da eingesetzt werden, wo sie
Sinn machen: Bei der Rad-Schiene-Technik. Das Transrapid-Projekt
lässt sich nur dort sinnvoll umsetzen, wo ein ausgebautes Bahnsystem
fehlt."
    
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