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BUND: geplante EU-Lebensmittel-Behörde braucht stärkere Kompetenzen
Kontrollen müssen in allen Mitgliedsstaaten intensiviert werden

Brüssel/Bonn (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die EU-Kommission aufgefordert, bei der Lebensmittel-Sicherheit nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben. Die vorgesehene Einrichtung einer Lebensmittel-Behörde allein sei noch kein entscheidender Fortschritt. Das durch die Lebensmittel-Skandale der letzten Zeit zerstörte Vertrauen der Verbraucher lasse sich nur zurückgewinnen, wenn die geplante Behörde stärkere Kompetenzen als vorgesehen erhalte. So müssten Kontrollen der Lebensmittelherstellung und des Handels in allen EU-Mitgliedsstaaten möglich sein. Andreas Krug, Agrarexperte des BUND: "Das Lebensmittel-Weißbuch und die neue Behörde dürfen nicht als Beruhigungspillen für die verunsicherten Verbraucher herhalten. Eine handlungsfähige Überwachungs-Behörde braucht durchgreifende Kontrollkompetenz, sonst bleibt sie ein wirkungsloser Papiertiger und der nächste Lebensmittel-Skandal ist nur eine Frage der Zeit." Außerdem könne die geplante Behörde nur unzureichend arbeiten, solange sich an den mangelhaften Kontrollen und der katastrophalen personellen Situation der nationalen Überwachungsbehörden in allen Mitgliedsstaaten einschließlich Deutschlands nichts ändere, so Krug. Insbesondere beim Futtermittelrecht sieht der BUND zusätzlichen Reformbedarf. Völlig unterschiedliche Anforderungen an Tierfutter in den Mitgliedsstaaten, mangelhafte Kontrollen der Zulieferbetriebe und die fehlende Deklarationspflicht für Inhaltsstoffe seien Probleme, die das Weißbuch weitgehend ignoriere. Die vorgesehenen Grenzwerte für einzelne gefährliche Inhaltsstoffe, wie z.B. Dioxin, seien zudem nicht akzeptabel. Krug: "Dioxin hat im Tierfutter absolut nichts verloren und muss vollständig eliminiert werden. Maßstab dafür muss die technische Nachweisgrenze sein. Futter mit darüber liegenden Dioxin-Werten muss sofort aus dem Verkehr gezogen werden." Aufgrund der weiter bestehenden BSE-Gefahr in der Europäischen Union fordert der BUND außerdem das Verbot der Fütterung von Tiermehl auch an Nicht-Wiederkäuer und die Aufrechterhaltung des Embargos für britisches Rindfleisch. EU-weit muss bei Rindfleisch schnellstmöglich die Kennzeichnung der Herkunft erfolgen. Auch der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast muss verboten werden. ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Bei Rückfragen: - Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Fon (0228) 40097-25, Fax: -49; - Andreas Krug, Agrar-Experte, Fon (0228) 40097-22, Fax: -40; mailto:presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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