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BUND kritisiert Supermärkte wegen fehlender "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung von Lebensmitteln - Datenbank "InfoXgen" der Arbeitsgemeinschaft Lebensmittel ohne Gentechnik begrüßt

Erkenschwick (ots) - Verbrauchertäuschung wirft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den großen Supermärkten vor. Die Versprechen zur gentech-freien Herstellung und Kennzeichnung von Eigenmarken würden von den Handelsketten nur unzureichend umgesetzt. Die Bezeichnung eigenproduzierter Lebensmittel mit der Aufschrift "Ohne Gentechnik" sei weiterhin die Ausnahme. Dan Leskien, Gentechnikexperte des BUND: "Die Zusagen der Lebensmittelketten zur Kennzeichnung beziehen sich lediglich auf die Novel-Food- und die Soja-Mais-Verordnung der EU. Der Verbraucher wird so in die Irre geführt, da nur ein Bruchteil der gentechnischen Veränderungen kennzeichnungspflichtig ist. Die Verwendung gentechnisch erzeugter Enzyme, raffinierter Öle und Extraktionslösungsmittel muss hingegen nicht deklariert werden. Die Kennzeichnungspflicht entfällt auch, wenn die gentechnische Veränderung im Endprodukt nicht mehr nachweisbar ist. Diese lasche und völlig unzureichende Regelung verschleiert den Einsatz der Gentechnik bei der Produktion der Lebensmittel. Das darf nicht so bleiben." Die meisten Supermarktketten verzichten lediglich auf den Verkauf von gentechnisch manipulierten und nachweisbar gentechnisch veränderten Soja- und Maisprodukten. 90 Prozent der Verbraucher - das haben Umfragen ergeben - erwarten jedoch eine umfassendere und seriöse Deklarierung. Dies wird gegenwärtig allein durch die deutsche Kennzeichnungsverordnung "Ohne Gentechnik" ermöglicht. Danach müssen die Hersteller nachweisen, dass alle Zutaten und die für die Produktion eingesetzten Hilfsmittel und Zusatzstoffe gänzlich ohne den Einsatz von Gentechnik auskommen. Lediglich geringe, unbeabsichtigte und unvermeidbare Verunreinigungen sind erlaubt. Vom BUND gefordert und seit Oktober 1998 in Kraft, wird diese Form der Kennzeichnung bisher nur von wenigen Unternehmen verwendet. Dan Leskien: "Der BUND fordert alle Lebensmittelketten auf, für die tatsächliche Gentechnikfreiheit ihrer Produkte zu sorgen und sie entsprechend der deutschen Kennzeichnungsverordnung zu deklarieren". Der BUND begrüßt die Datenbank "InfoXgen" der Arbeitsgemeinschaft Lebensmittel ohne Gentechnik (ALOG) als Hilfe für jene Unternehmen, die zur umfassenden Kennzeichnung bereit sind. Je intensiver diese Datenbank genutzt wird, desto größer werde die Signalwirkung für die Rohwaren- und Zutatenindustrie sein, erklärte Leskien. Nur eine breite Nachfrage gentechnikfreier Zutaten für Lebensmittel sichere auf Dauer einen gentechnikfreien Beschaffungsmarkt. Die Entscheidung des Arnsberger Unternehmens Bremke & Hoerster, als erster Lebensmittelhändler ganze Produktlinien mit "Ohne Gentechnik" zu deklarieren, ist für den BUND ein großer Erfolg für den Verbraucherschutz. ots Originaltext: BUND Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Rückfragen bei: Dan Leskien, Gentechnik-Experte des BUND / Tel. 0172-2152426, Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher (0171-8311051), Fon (0228) 40097-25, Fax: -49; mailto:presse@bund.net; Presse-Archiv: http://www.bund.net/aktuell Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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