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Anlegerstudie: Vertrauen in die deutsche Wirtschaft steigt
Anleger meiden Aktien
Insbesondere junge Menschen schöpfen ihre Potenziale beim langfristigen Vermögensaufbau nicht aus

Frankfurt (ots) - Deutsche Anleger glauben an die Wirtschaftsstärke ihres Landes: In den nächsten sechs Monaten rechnen 29 Prozent mit einem konjunkturellen Aufschwung. Damit steigt der Anteil der Optimisten um acht Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Erhebung und erreicht den höchsten Stand seit dem zweiten Quartal 2011. Aktien werden vor diesem Hintergrund attraktiver eingeschätzt als vor einem Jahr. Dennoch bleiben die Deutschen Aktienmuffel. Vor allem junge Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren bevorzugen weiterhin das renditearme Sparbuch. "Großen Teilen der jungen Generation ist offenbar nicht bewusst, wie wichtig die private Altersvorsorge ist. Deshalb nutzen sie auch die Chancen beim Vermögensaufbau nicht, die ihnen ihr langfristiger Anlagezeitraum bietet", sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Anlegerbarometers von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

Zum zweiten Mal in Folge nimmt das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft zu: Während 29 Prozent (Vorquartal: 21 Prozent) von einem Konjunkturaufschwung in den nächsten sechs Monaten ausgehen, erwartet nur noch knapp jeder Fünfte (19 Prozent) eine negative Entwicklung. Im vierten Quartal 2013 waren es noch 24 Prozent. Auffällig ist, dass insbesondere die Gruppe der 20- bis 29-Jährigen mit einer wirtschaftlichen Belebung rechnet (47 Prozent). Das sind fast doppelt so viele wie unter den 40- bis 49-Jährigen (24 Prozent) oder den 50- bis 59-Jährigen (25 Prozent). "Die Eurokrise ist für die Anleger derzeit nicht mehr präsent. Bessere Wirtschaftsdaten aus den südeuropäischen Ländern haben ihre Stimmung deutlich aufgehellt", so Gay. Für den europäischen Währungsraum erwartet er eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent in diesem Jahr. In Deutschland rechnet er sogar mit einem Plus von 1,6 Prozent. Ungeachtet der Streitigkeiten zwischen Russland und der Ukraine um die Halbinsel Krim bleibe das globale Konjunkturumfeld weiter positiv und die realwirtschaftlichen Auswirkungen begrenzt.

Anleger meiden Aktien bei ihrer Geldanlage trotz zunehmender Attraktivität

Die Attraktivität von Aktien ist im Vergleich zum ersten Quartal 2013 um vier Prozentpunkte auf 28 Prozent gestiegen. Das Tagesgeld hingegen verliert in der Gunst der Anleger. Hielt vor einem Jahr noch gut jeder Zweite (51 Prozent) das Tagesgeld für attraktiv, sind es aktuell nur noch 36 Prozent. Dennoch scheuen die Deutschen die Direktanlage in Aktien. Lediglich 17 Prozent der Befragten besitzen Aktien. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als im Vorquartal und damit der niedrigste Wert seit vier Jahren (16 Prozent). "Auch wenn man den Menschen die entgangenen Gewinne und das auf lange Sicht doch sehr geringe Risiko einer Aktienanlage aufzeigt, werden wir aus den Deutschen kurzfristig kein Volk der Aktionäre machen. Erfolgversprechender ist es, sie langsam an höher rentierliche Anlageformen heranzuführen, beispielsweise über Aktienfondssparpläne", erklärt Gay.

Insbesondere junge Menschen schöpfen ihre Potenziale beim langfristigen Vermögensaufbau nicht aus

Obwohl die Befragten angeben, dass Tagesgeld (59 Prozent) und Sparbuch (83 Prozent) kaum Zinsen bringen, ziehen Anleger diese Geldanlagen immer noch in Betracht. Das Tagesgeld kommt für 68 Prozent zum jetzigen Zeitpunkt als Geldanlage in Frage. Das Sparbuch zieht aktuell jeder Zweite für sich als Anlageform in Erwägung. Besonders stark ausgeprägt ist dies bei den 20- bis 29-Jährigen, unter denen zwei Drittel für ein Sparbuch offen sind. "Das Ergebnis zeigt, dass vor allem junge Menschen bei der Geldanlage extrem zurückhaltend sind. Dabei hätten gerade sie die Zeit, Aktienschwankungen aussitzen zu können. Auf lange Sicht weisen Aktien das beste Chance-Risiko-Verhältnis auf", sagt Gay. Durch den fehlenden Mut zur Aktie verzichte diese Altersgruppe auf langfristig attraktive Erträge über der Inflationsrate und nehme damit geringere Sparerfolge in Kauf.

Bei der Frage nach der aktuellen Sparbuchverzinsung wird deutlich, dass junge Erwachsene von einem höheren Zinsniveau ausgehen als die Älteren. Knapp ein Viertel (24 Prozent) der 20- bis 29-Jährigen gibt an, weniger als 0,5 Prozent Zinsen auf ihr Sparbuch zu erhalten. Unter den 30- bis 39-Jährigen sind es 28 Prozent und unter den 50- bis 59-Jährigen 40 Prozent. Die jungen Befragten berichten hingegen am häufigsten von zwei Prozent Zinsen und mehr (acht Prozent). In der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen sind es vier Prozent und unter den Ältesten (50 bis 59 Jahre) keiner mehr. "Neben der Risikoaversion tut die fehlerhafte Zinseinschätzung ihr Übriges, dass die junge Generation falsch spart und somit die Ertragspotenziale bei der Geldanlage nicht optimal nutzt", so der Experte.

Junge Erwachsene haben das geringste Interesse an der privaten Altersvorsorge

Die private Altersvorsorge bleibt mit 77 Prozent eins der wichtigsten Sparziele der deutschen Anleger (Vorquartal: 81 Prozent). Bei genauer Betrachtung wird allerdings deutlich, dass dieses Sparmotiv mit zunehmendem Alter immer mehr in den Fokus rückt: Zwei Drittel der Befragten im Alter von 20 bis 29 Jahren halten die private Vorsorge für wichtig. Unter den 50- bis 59-Jährigen sind es immerhin 81 Prozent (30- bis 39-Jährige: 76 Prozent / 40- bis 49-Jährige: 78 Prozent). "Je früher man mit der Vorsorge beginnt, desto besser. Denn bei einem Start in jungen Jahren reichen kleine regelmäßige Sparbeiträge aus, um langfristig ein beachtliches Vermögen aufzubauen", erklärt Gay. Legt ein 32-Jähriger bis zu seinem 65. Lebensjahr monatlich 100 Euro zurück, hat er bei einer Verzinsung von vier Prozent zum Rentenbeginn ein Vermögen von 81.200 Euro. Fängt er mit dem Sparen nur ein Jahr später an, verzichtet er dadurch am Ende auf rund 4.300 Euro. Bei einer Verzinsung von sechs Prozent entgehen ihm durch sein Abwarten sogar fast 8.000 Euro. "Jungen Menschen scheint das Ausmaß an verschenkten Erträgen durch ihre Zurückhaltung offensichtlich nicht bewusst zu sein. Das zeigt, dass hier noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden muss. Denn sie gefährden durch ihre Risikoneigung sowie ihr geringeres Interesse an der privaten Vorsorge die Sicherung des Lebensstandards im Alter", ist Gay überzeugt.

Seit Anfang 2001 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das erste Quartal erhob Forsa die Daten vom 3. bis 11. Februar 2014. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.

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