H.C. Starck GmbH

Schwächere Konjunkturentwicklung und Nachfragerückgang belasten H.C. Starck-Geschäft 2013

München (ots) - H.C. Starck, einer der führenden Hersteller von kundenspezifischen Pulvern und Bauteilen aus Technologie-Metallen und technischer Keramik, hat 2013 ein herausforderndes Geschäftsjahr absolviert. Nach zwei starken Wachstumsjahren erwirtschaftete das Unternehmen 2013 einen Umsatz von 703,9 Millionen Euro und blieb damit unter dem Vorjahreswert von 862,9 Millionen Euro. Zum 31. Dezember 2013 beschäftigte das Unternehmen weltweit 2.834 Mitarbeiter (2012: 2.926).

"Hauptursache für das gegenüber den beiden Vorjahren rückläufige Umsatzergebnis ist die schwache konjunkturelle Entwicklung und Dynamik unserer Kernmärkte und Zielindustrien insbesondere im Tantal-Bereich", erklärte Dr. Andreas Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung von H.C. Starck. Zusätzlich belastet wurde das Umsatzergebnis durch den schwachen US-Dollar und den japanischen Yen sowie zeitweise schwächere Metall-Notierungen. H.C. Starck startete daher bereits frühzeitig ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm in allen Unternehmensbereichen und führte zusätzlich das bestehende strikte Kostenmanagement fort. Das schwache Auslastungsniveau konnte trotz dieser Maßnahmen jedoch nur teilweise kompensiert werden.

2013: Schwache Nachfrage nach Tantal und Niob

Insbesondere bei den Tantal- und Niob-Pulvern verzeichnete H.C. Starck eine schwache Nachfrage aus der Elektronikindustrie aufgrund struktureller Veränderungen in der Unterhaltungselektronik und Bestandsabbaumaßnahmen bei Großkunden. Auch bei den Tantal-Bauteilen und -Komponenten, wie beispielsweise Sputter-Targets, führten Bestandsabbau seitens der Kunden sowie ein schwächeres Projektgeschäft aus der Chemieindustrie zu Umsatzrückgang. Positive Entwicklung am Jahresende im Wolfram-Geschäft Das Geschäft mit Wolfram-Metallpulvern war insbesondere im 1. Halbjahr 2013 vom rückläufigen europäischen Markt und sinkenden Rohstoffpreisen geprägt. Gegen Jahresende erfuhr der Bereich jedoch eine deutliche Erholung, die für einen positiven Start in das Geschäftsjahr 2014 sorgte.

Trotz der angespannten Marktentwicklung investierte H.C. Starck einen zweistelligen Millionenbetrag in den Ausbau seiner Standorte, um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens weiter auszubauen. So wurden in Deutschland beispielsweise die Produktionskapazitäten für Wolfram erweitert und am Standort Taicang (China) die Fertigung von hochspezialisierten, kundenspezifischen Bauteilen aus Technologie-Metallen ausgebaut. Außerdem wurde das Wolfram-Joint Venture in China weitgehend fertiggestellt, während in Vietnam erste Vorbereitungsarbeiten für das dortige Wolfram-Joint Venture erfolgten.

Forschung und Entwicklung für Zukunftstechnologien

Im Mittelpunkt von Forschung und Entwicklung standen Arbeiten zur Qualitätsverbesserung von hochkapazitiven Tantal-Pulvern sowie die Entwicklung von speziellen Wolfram-Karbiden für den asiatischen Markt. Außerdem arbeitete H.C. Starck gemeinsam mit einem großen Medizintechnik-Hersteller erfolgreich an einer innovativen Technologie zur Herstellung von Röntgenteilen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt war die Entwicklung spezieller Legierungen für eine neue Generation extrem hitzebeständiger Bauteile für die LED-Industrie.

Die sichere Versorgung mit qualitativ hochwertigen und konfliktfreien Rohstoffen ist weiterhin wichtiger Bestandteil der Geschäftsstrategie von H.C. Starck: Im Frühjahr 2013 erhielt H.C. Starck zum dritten Mal in Folge die Zertifizierung der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) als sogenannter "conflict-free smelter" für seine tantalverarbeitenden Betriebe. Für die Verarbeitung konfliktfreier Wolfram-Rohstoffe entwickelte H.C. Starck 2013 zusammen mit anderen Unternehmen der Branche ein entsprechendes Audit-Programm und wird auf dieser Basis in Kürze seine Wolfram-Verarbeitung zertifizieren lassen.

2014: Verbesserte Grundstimmung in allen Kernmärkten erwartet

Für 2014 sieht sich H.C. Starck gut aufgestellt: "Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir auch schwierigere Phasen nutzen, um unsere Wettbewerbsposition zu stärken und darauf aufbauend Marktanteile gewinnen", erklärte Dr. Meier. "Wir sind überzeugt, dass wir mit der kontinuierlichen Ausrichtung unseres Unternehmens auf sich verändernde Kunden- und Marktbedürfnisse für die Zukunft flexibler aufgestellt sind. Mit der entsprechenden Anpassung von Produktportfolio, Strukturen und Prozessen werden wir unsere führende Marktpositionen nachhaltig ausbauen." So erwartet das Unternehmen 2014 eine Verbesserung der allgemeinen Marktbedingungen: "Wir sehen Anzeichen für eine verbesserte Grundstimmung und ein Ende des Bestandsabbaus in unseren Kernmärkten. Das sind gute Voraussetzungen, um 2014 wieder an frühere Erfolge anzuknüpfen und dank unserer Joint Ventures in Asien auch wieder profitabel zu wachsen."

Auf dem Weg zum weltweit größten, unabhängigen Wolfram-Anbieter

Operativer Schwerpunkt des laufenden Geschäftsjahres für H.C. Starck ist der spürbare Ausbau der Marktposition im Wolfram-Bereich: 2014 wird das Unternehmen zwei große Wolfram-Joint Ventures in China und Vietnam in Betrieb nehmen. "Dank unserer Joint Ventures sind wir hervorragend positioniert, um das Marktpotential Asiens und die Nachfrage im Bereich Wolfram bestmöglich für unser Wachstum zu nutzen.", erläuterte Dr. Meier. "Zusammen mit unseren bestehenden Wolframpulver-Produktionen in Deutschland und in Kanada werden wir damit zum größten, unabhängigen Wolfram-Hersteller weltweit." Die Wolfram-Produkte von H.C. Starck werden als Hochleistungsmaterialien in vielen Wachstumsbranchen eingesetzt, insbesondere im Werkzeugbau, in der Medizintechnik, Automobilindustrie und Energiewirtschaft, bei Verschleißteilen für Berg-, Tunnel- und Straßenbau, als Legierungsmetall, bei der Katalysatorproduktion für die Chemieindustrie sowie für Bauteile in der Luftfahrt.

Stärkung der führenden Marktposition im Tantal

Im Tantal-Bereich will H.C. Starck im Geschäftsjahr 2014 seine führende Marktposition stärken: "Wir erwarten für dieses Jahr zwar eher eine Seitwärtsentwicklung im Tantal-Kondensatormarkt. Jedoch rechnen wir nach dem Ende der Bestandsabbaumaßnahmen bei unseren Kunden wieder mit einer steigenden Nachfrage nach unseren Tantal-Pulvern.", so Dr. Meier. "Unserer Verpflichtung als einer der führenden Hersteller von Tantal-Kondensatorpulver entsprechend, werden wir zusammen mit Schlüsselkunden den Tantal-Kondensatormarkt stabilisieren und unseren Marktanteil weiter ausbauen: mit einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis, innovativen Produkten und einer langfristig gesicherten Rohstoffversorgung.", fasste Dr. Meier zusammen. Zusätzlich wird das Unternehmen sein Tantal-Geschäft auf eine breitere Basis außerhalb der Elektronikindustrie stellen und die Vertriebsaktivitäten in Regionen und Märkten mit hohem Wachstumspotenzial verstärkten.

Ausbau der globalen Präsenz und Fokus auf innovativen Produkten für wachsende End-Industrien

In den übrigen Geschäftsfeldern sieht das Unternehmen Wachstumschancen im regionalen Ausbau seiner Geschäftsaktivitäten. Zudem bieten neue Technologien und Marktsegmente wie 3D-Druck (additive manufacturing) sowie die deutlich wachsende Saphirglas-Produktion attraktive Geschäftsmöglichkeiten. "Saphirglas wird aufgrund seiner hohen Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Belastungen beispielsweise in der nächsten Generation von Smartphones und Tablet-PCs als Display verbaut. Deshalb bieten sich hier große Wachstumschancen", erläuterte Dr. Meier. "Für 3D-Druck sind unsere gasverdüsten Metallpulver von hohem Interesse, da wir diese bis ins kleinste Detail an die spezifischen Anforderungen der Spezialmaschinenbauer anpassen können."

Der Bereich der keramischen Bauteile von H.C. Starck verändert sein Produktportfolio und stellt die Produktion weniger rentabler Standard-Bauteile teilweise ein. Im Fokus stehen zukünftig keramische Hightech-Anwendungen und hochpräzise, großformatige Bauteile. Diese kommen unter anderem im Maschinen- und Anlagenbau und der Halbleiterindustrie zum Einsatz, wo sie beispielsweise als Befestigungselemente für Siliziumwafer bei der Herstellung von Speicherchips dienen. "Bei der Herstellung dieser Bauteile nutzt H.C. Starck seine jahrelange Erfahrung und hohe Fertigungskompetenz und positioniert sich damit als einer der führenden Anbieter im Markt." so Dr. Meier.

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Ulrike Reich
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