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QIAGEN und Genome Diagnostics erweitern Entwicklungspartnerschaft für neue Tests zum Einsatz in der Prävention und personalisierten Medizin

Hilden (ots) - Erweiterte HLA-Produktlinie umfasst Nachweise zur Verträglichkeit von Lumiracoxib und zur Früherkennung von Entzündungskrankheiten

QIAGEN (NASDAQ: QGEN; Frankfurt, Prime Standard: QIA) hat heute den Abschluss einer Vereinbarung mit dem niederländischen Diagnostikzulieferer Genome Diagnostics über die Entwicklung und Vermarktung von sechs neuen molekularen Nachweisverfahren bis zum Jahr 2011 bekannt gegeben.

QIAGEN erwartet, mit der Kollaboration sein Testportfolio für die Früherkennung von Krankheiten und die individualisierte Behandlung von Patienten zu erweitern und damit sein Angebot an molekularen Diagnostika in den Segmenten Prävention und personalisierte Medizin weiter zu verstärken. Finanzielle Details wurden nicht mitgeteilt. Bei den Tests, die Genome Diagnostics für QIAGEN entwickeln wird, handelt es sich um Verfahren für den Nachweis genetischer Variationen im humanen Leukozytenantigen (HLA)-Komplex. Diese Verfahren markieren die nächste Entwicklungsstufe in der HLA-Testung und basieren sowohl auf der QIAGEN-eigenen "Pyrosequencing"-Technologie als auch auf anderen Sequenzierungsmethoden. Pyrosequencing zeichnet sich dadurch aus, dass es im Unterschied zu anderen Detektionsmethoden ermöglicht, HLA-Sequenzen schnell, kostengünstig und exakt auszulesen, und dabei selbst zuvor unbekannte Genvariationen direkt nachzuweisen.

Hauptanwendungsfelder für die neuen Tests werden die Bereiche Prävention und personalisierte Medizin sein, in denen der HLA-Testung eine wachsende Bedeutung beigemessen wird. So wird die Produktlinie unter anderem einen Test für den Biomarker HLA DQA1 umfassen, der ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Lumiracoxib signalisiert. Dieses Schmerzmittel wurde ursprünglich von Novartis unter dem Namen Prexige zur Behandlung der Skeletterkrankung Osteoporose vermarktet. Nach dem Auftreten von Nebenwirkungen, die mit einer potenziell toxischen Wirkung von Lumiracoxib auf die Leber assoziiert wurden, wurde das Medikament von Märkten in Kanada, Europa und Asien zurückgezogen. Anfang 2010 hat Novartis die Möglichkeit angekündigt, das Medikament in Kombination mit einem nicht näher spezifizierten therapiebegleitenden Test erneut zur Zulassung einzureichen. Mit dem Test könnten solche Patienten identifiziert werden, die aufgrund ihres genetischen Profils kein solches Nebenwirkungsrisiko aufweisen. Lumiracoxib wäre damit das erste Medikament, das nach seiner Zulassung vom Markt genommen und anschließend in Verbindung mit einem diagnostischen Test erneut zugelassen werden würde.

Zu weiteren Biomarkern, für die QIAGEN künftig Tests anbieten wird, zählen die Allele (unterschiedliche Ausprägungen eines bestimmten Gens) HLA-B*27 und HLA-B*57. Nachweise dieser genetischen Variationen im HLA-Komplex lassen frühzeitig Rückschlüsse auf die Entstehung von Krankheiten wie Morbus Bechterew sowie anderen Entzündungserkrankungen zu und spielen deshalb auch für deren Prävention eine wichtige Rolle. Ebenso konnte gezeigt werden, dass bestimmte Allele in den HLA-B*27- und HLA-B*57-Gruppen Rückschlüsse auf die Entstehung und den Verlauf bestimmter Infektionskrankheiten wie etwa AIDS zulassen.

QIAGENs Portfolio umfasst bereits mehrere molekulare Testverfahren für die DNA-basierte HLA-Typisierung in der personalisierten Medizin, darunter einen Test zum Nachweis des Biomarkers HLA*B5701. Diese Genvariation ist bei AIDS-Patienten mit einem erhöhten Risiko für eine Überempfindlichkeitsreaktion auf den Wirkstoff Abacavir assoziiert.

Im Juni 2009 hatte QIAGEN mitgeteilt, dass es sein HLA-Testportfolio für den Einsatz in der Transplantationsmedizin an die schwedische Beteiligungsgesellschaft LinkMed veräußert hat. Gleichzeitig hatte QIAGEN die Rechte für die Vermarktung dieser Produkte in Bereichen wie der personalisierten Medizin behalten. QIAGEN und Genome Diagnostics arbeiten bereits seit August 2006 gemeinsam an der Entwicklung und Vermarktung neuer Produktlinien für die HLA-Typisierung. Diese Zusammenarbeit wird nun um das vereinbarte Testportfolio erweitert.

"Die sequenzbasierte HLA-Typisierung ist ein schnell wachsender Markt mit hohem Potenzial", kommentierte Bob Barrett, Vice President Global Marketing, Molecular Diagnostics bei QIAGEN. "Da immer mehr Erkrankungen und die Verträglichkeit einzelner Medikamente mit HLA-Genen in Verbindung gebracht werden, lassen sich mithilfe der HLA-Typisierung Rückschlüsse auf Krankheitsrisiken ziehen und Erkenntnisse für die Entwicklung personalisierter Behandlungsmethoden gewinnen. Genau aus diesem Grund werden die im Rahmen dieser Zusammenarbeit entwickelten Tests eine ideale Ergänzung zu unserem bestehenden molekulardiagnostischen Portfolio in den Bereichen Prävention und personalisierte Medizin sein."

"Wir freuen uns, die Partnerschaft mit QIAGEN weiter zu stärken", sagte Wietse Mulder, Managing Director bei Genome Diagnostics. "Damit können wir unser einzigartiges Know-how in der sequenzbasierten HLA-Typisierung in das Feld der therapiebegleitenden Diagnostik einbringen, was neue innovative in-vitro diagnostische Testverfahren für die Prävention und die personalisierte Medizin hervorbringen wird."

Experten schätzen, dass der HLA-Markt im Bereich der personalisierten Medizin den 170 Millionen US$ großen Transplantationsmarkt, für den HLA-Tests ursprünglich entwickelt worden sind, deutlich übertrifft. QIAGEN hat bisher keinen genauen Zeitpunkt für die FDA-Zulassung und CE-Markierung der zu entwickelnden Tests bekanntgegeben.

Über QIAGEN

QIAGEN N.V. ist eine niederländische Holdinggesellschaft und weltweit führender Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien. Probenvorbereitungstechnologien werden eingesetzt, um DNA, RNA und Proteine aus biologischen Proben wie Blut oder Gewebe zu isolieren und für die Analyse vorzubereiten. Testtechnologien werden eingesetzt, um solche isolierten Biomoleküle sichtbar zu machen. QIAGEN entwickelt Verbrauchsprodukte sowie Lösungen zu deren Automatisierung und verkauft seine Produkte weltweit an molekulardiagnostische Labore, die akademische Forschung, pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen sowie an Kunden in Märkten für angewandte Testverfahren (u.a. Forensik, Veterinär- und Lebensmitteltestung, pharmazeutische Prozesskontrolle). QIAGENs Testtechnologien umfassen eines der weltweit breitesten Portfolios an molekulardiagnostischen Tests. Dieses beinhaltet auch den digene HPV Test, der als Goldstandard in der Erkennung von Hochrisiko-Typen der Humanen Papillomviren (HPV) gilt, der primären Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Zum Portfolio gehört auch eine breite Palette an Nachweisverfahren für Infektionskrankheiten sowie therapiebegleitende Diagnostika. QIAGEN beschäftigt weltweit über 3.500 Mitarbeiter an über 30 Standorten. Weitere Informationen über QIAGEN finden Sie unter http://www.qiagen.com/ .

Über Genome Diagnostics B.V.

Genome Diagnostics B.V. (GenDx) ist ein niederländisches Molekulardiagnostikunternehmen. Die Firma fokussiert sich auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung innovativer Tests und Analysesoftware für die hochauflösende Gewebetypisierung in der Transplantationsmedizin sowie der therapiebegleitenden Diagnostik. Außerdem bietet GenDx maßgeschneiderte Laborservices für Kunden aus der wissenschaftlichen und klinischen Forschung sowie für Datenbanken für Spender von Stammzellen. GenDx organisiert weltweit regelmäßige SBT-Lehrgänge für das Personal von Gewebetypisierungslaboren, Blutbanken und Spenderdatenbanken. GenDx ist eine Ausgründung der University Medical Center in Utrecht, Niederlande, und wurde 2005 von Dr. Erik Rozemuller, Dr. Wietse Mulder und der UMC Utrecht Participaties BV gegründet. QIAGEN vertreibt seit 2006 weltweit exklusiv die GenDx SBT Reagenzien-Reihe SBTexcellerator®. Die dazugehörige Software SBTengine® wird gemeinsam vertrieben SBTexcellerator® und SBTengine® sind beides eingetragene Marken der GenDx. Weitere Informationen über GenDx finden Sie unter www.GenDx.com .

Bei den Angaben in dieser Pressemitteilung, die keine historischen Tatsachen sind (einschließlich von Angaben über unsere Produkte, Märkte, Strategien und Betriebsergebnisse), handelt es sich um vorausschauende Angaben. Diese Angaben beruhen auf aktuellen Erwartungen, die auch Risiken und Unsicherheiten beinhalten, einschließlich von, jedoch nicht nur, solchen, die in Zusammenhang stehen mit: dem Management von Wachstum und internationalem Geschäft (wie unter anderem von Währungsschwankungen und Logistik), der Schwankung unserer Betriebsergebnisse, der geschäftlichen Entwicklung unserer Märkte (einschließlich angewendeter Testverfahren, klinischer und akademischer Forschung, Proteomik, Frauenheilkunde, HPV-Testverfahren, Molekulardiagnostik, personalisierte Medizin und Begleitdiagnostika), unseren Beziehungen mit Kunden, Lieferanten und strategischen Partnern, dem Wettbewerb, technologischen Veränderungen, Nachfragefluktuationen, regulatorischer Anforderungen, der Identifizierung, Entwicklung und Herstellung von integrierten Produkten, die sich von denen unserer Konkurrenten abheben, der Marktakzeptanz für unsere Produkte und der Integration von erworbenen Technologien und Unternehmen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unseren bei der SEC eingereichten Dokumenten einschließlich unseres letzten 20-F Report. Die Informationen in dieser Pressemitteilung gelten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Wir übernehmen, soweit nicht gesetzlich vorgeschrieben keinerlei Verpflichtung zur Aktualisierung dieser Informationen.

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