Frankfurter Zukunftsrat und ICCA: Kinder verbringen mehr Zeit vor dem Fernseher und PC als in der Schule

Frankfurt am Main (ots) - Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Hirnforscher am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen der Universität Ulm, stellte gestern aktuelle Forschungsergebnisse zur Entwicklung von Kindergehirnen bei der internationalen Veranstaltung "Future CSR - Children are our future" des Frankfurter Zukunftsrat und Institute for Corporate Culture Affairs im Frankfurter Hof vor.

Er stellte hierbei fest:

   - Die internen Verbindungen des Gehirns verändern sich je nach 
     Nutzung. Das Gehirn ist ein Stück Hardware, das sich der 
     Software (Lebenserfahrung) anpasst. 
   - Kinder lernen durch persönlichen interaktiven Kontakt, der alle 
     Sinne anspricht. 
   - Baby-DVDs (passives Lernen) beeinflussen die Gehirnentwicklung 
     von Kindern negativ. 
   - Der IQ eines Kindes kann durch richtige Lernbedingungen 
     durchschnittlich um 15 Punkte angehoben werden. 
   - Kinder verbringen mehr Zeit vor dem Fernseher und PC als in der 
     Schule. 

Prof. Dr. Dr. Spitzer nannte hierbei 5,5 Stunden, die ein Kind in Deutschland durchschnittlich täglich vor dem Fernseher oder Computer verbringt, im Gegensatz von lediglich 4 Stunden in der Schule. Er forderte deshalb die Eltern auf, mehr auf den pädagogischen Wert der Medien für ihre Kinder zu achten.

In den anschließenden Kommentaren und der Podiumsdiskussion forderte Prof. Dr. med. Jochen H.H. Ehrich (Medizinische Hochschule Hannover):

   - Es muss ein kinderfreundliches Gesundheitswesen in ganz Europa 
     geschaffen werden. 
   - Die Gesundheitssysteme müssen einheitlich sein und das Vertrauen
     der Bürger in diese wiederhergestellt werden. 

Unternehmen hätten eine besondere gesellschaftspolitische Verantwortung, da sie über Firmenkindergärten ansprechende Voraussetzungen für die Familienplanung und somit die Zukunft unserer Gesellschaft schaffen können.

Gertrude Tumpel-Gugerell, Direktoriumsmitglied der EZB, plädierte für eine stärkere Einbeziehung der Kinder in die Zukunftsgestaltung. Dabei unterstrich sie: "Wir müssen die Differenzen zwischen den Generationen überwinden, und nicht die Generationen gegeneinander ausspielen".

Der Gründer und Vorsitzende des Frankfurter Zukunftsrat und Institute for Corporate Culture Affairs, Prof. Dr. Manfred Pohl, hob die Bedeutung der Kinder für die Zukunft in eigener Weise hervor. Er sagte: "Die Kinder, die heute geboren werden oder 10 Jahre alt sind, werden die größte Zeit ihres Lebens in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts verbringen und den Übergang ins 22. Jahrhundert miterleben."

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