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"Prinz Hollywood" am 17.8. um 22:45 Uhr im Ersten Porträt über Frederic von Anhalt // 82-minütiger Film von Nicola Graef

Baden-Baden (ots) - Kaum ein deutscher Prominenter in Hollywood ist mit so vielen Klischees und Etiketten belegt: Ehemann von Zsa Zsa Gabor, falscher Prinz mit Fantasieuniformen, immer für einen Skandal gut: Frederic von Anhalt. Doch wer ist dieser adoptierte Prinz wirklich? Wer ist dieser exzentrische undanscheinend von der eigenen Hybris getriebene 72-jährige? Wer ist der Mann, der in einer protzigen Villa in Bel Air lebt und keinen Auftritt in der Öffentlichkeit auslässt? Und dennoch Nacht für Nacht seine schwerkranke Frau pflegt? Filmemacherin Nicola Graef blickt in ihrem Dokumentarfilm "Prinz Hollywood - Frederic von Anhalt" hinter die Fassade des Menschen, der einmal als Hans-Robert Lichtenberg geboren wurde. Der Film wird am 17. August um 22:45 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

Lebenstraum Hollywood

"Ich wollte mir einen echten Hollywood-Star angeln", mit dieser Absicht machte sich Prinz Frederic vor mehr als 30 Jahren auf den Weg nach Amerika. Heute lebt er seinen Traum im feinen Bel Air, in einem Anwesen, das immer noch der Geist des alten Hollywood umweht. Frederic von Anhalt sucht immer wieder das grelle Scheinwerferlicht. Was aber viele nicht wissen: Nacht für Nacht pflegt er seine schwerkranke Frau Zsa Zsa Gabor und dreht sie alle zwei Stunden. Und: Sein Weg nach Hollywood war weit. Hans-Robert Lichtenberg, so sein gebürtiger Name, musste als eines von fünf Kindern einer Familie aus Wallhausen im Hunsrück mit anpacken: Um 4 Uhr morgens aufstehen, los auf den familieneigenen Weinberg, um pünktlich um 7 Uhr zum Gottesdienst in der Kirche zu sein. Doch er will viel mehr und erreicht es auch: Als geschäftstüchtiger junger Mann eröffnet er eine Sauna-Kette, kommt zu Geld und macht sich auf den Weg in die Münchner Schickeria. Durch den Titelverkäufer Consul Weyer verschafft er sich einen neuen Namen und einen Adelstitel. Hans-Robert Lichtenberg heißt ab sofort Frederic von Anhalt. Das klingt nach was, damit kann man auch in Amerika Karriere machen. In einem Land, in dem Royals, die man selbst nicht hat, verehrt werden. Genau diesen Plan verfolgt der neue Prinz und schafft es schneller, als er sich das je hat träumen lassen. Kaum in Amerika angekommen, trifft er Zsa Zsa Gabor, beginnt eine Beziehung mit ihr, heiratet sie schließlich.

Gemeinsam im grellen Scheinwerferlicht - und in der Dunkelheit Die beiden erleben zusammen als Paar die absurdesten Geschichten. Beide lieben das Scheinwerferlicht, beide lieben es, der Presse das zu geben, was sie augenscheinlich haben will. Als Zsa Zsa Gabor einen Polzisten ohrfeigt, zieht sie - mit gewollt großer medialer Inszenierung - ins Gefängnis ein. Doch auch der Prinz, genauer gesagt, der falsche Prinz, ist selbst immer gut für eine Schlagzeile, ob es um seine adoptierten Kinder geht, um Scheidung, um Affären, Pinkelszenen - er liebt das Scheinwerferlicht, mag es noch so grell sein. Aber, was ihm kaum jemand zugetraut hätte: Als seine inzwischen 99-jährige Frau zum Pflegefall wird, steckt er sie nicht in ein Heim und lässt es sich gut gehen. Stattdessen holt er sie nach Hau-se, pflegt sie seit zehn Jahren nachts, nimmt Blut ab, dreht sie, füttert sie. Doch vor der Nachtschicht bei seiner Frau lebt er sein Hollywood-Dasein mit den berühmten Stars so intensiv weiter, wie es möglich ist. Jeden Abend ist er unterwegs.

"Prinz Hollywood - Frederic von Anhalt" ist eine Produktion von Lona Media im Auftrag des SWR. Fotos über ARD-Foto.de. Pressekontakt: Daniela Kress, Tel. 07221 929-23800, Daniela.Kress@SWR.de

 
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