BR Bayerischer Rundfunk

Bayerisches Fernsehen
Sonntag, 5. Mai 2002
Kulturgespräch / REPORTAGE AM SONNTAG - Barrieren überwinden

    München (ots) -

    Sonntag, 5. Mai 2002, 11.00 Uhr

    Kulturgespräch     "Yellow Press und Tutti Frutti -     Wohin entwickelt sich die europäische Medienlandschaft?"

    Besorgt aber doch aus scheinbar sicherer Entfernung wurde von Deutschland aus in den letzten Jahren beobachtet, wie Silvio Berlusconi in Italien und Rupert Murdoch in England zielstrebig ihre Kontrolle der Medien ausgebaut haben. Seit das altehrwürdige Flaggschiff des britischen Journalismus, "The London Times", zum Medienimperium Murdochs gehört, ist es ? auf unaufhaltsamem Abwärtskurs. Zumindest qualitativ. Ganz zu schweigen von der Yellow Press, die in England schon immer besonders sensationshungrig und unseriös war, unter Murdoch jedoch zum gezielten Macht- und Manipulationsinstrument wurde. Premierminister Tony Blair sah sich genötigt, Bundeskanzler Gerhard Schröder vor Murdoch zu warnen.          Berlusconi trieb das Medien-Monopoly auf die Spitze, indem er sich der eigenen Medienunternehmen bediente, um Wahlkampf zu machen und jetzt, als Regierungschef, unliebsame Journalisten beim staatlichen Fernsehsender RAI attackiert oder ganz ausschaltet.          Es schien, als seien Vorgänge dieser Art in Deutschland nicht möglich. Doch dann brach das Kirch-Imperium zusammen und die beiden Herren standen plötzlich als potentielle Käufer vor der Tür und medienpolitische Fragen waren in Deutschland wieder aktuell: Wohin entwickelt sich die europäische Medienlandschaft? Droht auch in Deutschland eine Verquickung von seichter Unterhaltung und politischer Einflussnahme? Welche ordnungspolitischen Maßnahmen müssen ergriffen werden, um diesen Markt zu regulieren?          Diese und weitere Fragen erörtern die Gäste: Professor Dr. Jo Groebel, Direktor des European Institute for the Media , einer unabhängigen internationalen Einrichtung, die die Entwicklung der Europäischen Medien kritisch begleitet, Frau Professor Dr. Romy Fröhlich vom Institut für Kommunikationswissenschaften der LMU, München, der Medienredakteur der Financial Times Deutschland, Lutz Meier, und die Deutschlandkorrespondentin des Mailänder Corriere della Sera, Marika De Feo.          Das Gespräch moderiert Karl-Otto Saur.          Die Sendung wird am Freitag, 3. Mai 2002 im Studio Freimann des Bayerischen Rundfunks aufgezeichnet.     

    Sonntag, 5. Mai 2002, 21.45 Uhr
    
    REPORTAGE AM SONNTAG                                    
    Barrieren überwinden                                    
    Behinderte bestimmen selbst
    
    Film von Axel Mölkner
    
    Wenn sie auf Hürden stoßen, vertrauen sie auf die Macht der
Argumente. Ladeneigen-tümer, Kinobetreiber, Busfahrer oder
Kommunalpolitiker bekommen das Selbstbewußtsein der engagierten
Erlanger Behinderten zu spüren, wenn es darum geht, vermeintliche
Barrie-ren zu überwinden. Die Zeiten, da Behinderte als entmündigte
Objekte der Fürsorge be-vormundet werden, sind vorbei. Am
Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen
begleitet die Repor-tage von Axel Mölkner Behinderte wie Hilde
Reinwand und Sylke Stricker. Beide sind im Erlanger Zentrum für
Selbstbestimmtes Leben Behinderter (ZSL) engagiert. Selbstbewußt und
unabhängig - zumeist unterstützt von sogenannten Assistenten -
bestimmen die Mitglieder des ZSL ihr Leben selbst, kämpfen beharrlich
gegen ihre Ausgrenzung. Sylke Stricker (40) arbeitet als Beraterin
für andere Behinderte im ZSL. In ihrer Freizeit ist sie Bogenschützin
und geht gerne ins Kino ? ihr umgebautes Auto ermöglicht ihr trotz
schwerer Querschnittslähmung eine hohe Mobilität. Hilde Reinwand (42)
ist bei der Stadt Erlangen für die "Hilfe zur Pflege" verantwortlich.
Mit ihrem Mann Gerhard gestaltet sie ihr Leben so, als würde sie kein
erheblicher Muskelschwund beeinträchtigen. Erlangen gilt im Umgang
mit Behinderten als vorbildlich. Die Reportage zeigt die Bandbreite
des Engagements Erlanger Behinderter - von der Rockband "Honey Sweet
& the 7ups", über die "Rollenden Basketballer Erlangen e.V." bis hin
zum Integrationsfachdienst "Access", der Behinderte bei der Suche
nach Arbeitsplätzen unterstützt.
    
    
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