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Bayerisches Fernsehen
Montag, 24. September 2001, 22.45 Uhr / Kamikaze (Programmänderung)
Japans verführte Jugend
Eine Dokumentation von Thomas Scherer

    München (ots) -

    Für viele sind sie noch immer die tapfersten Piloten der Geschichte: Annähernd 6 000 junge Männer, die sich in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges vor Japans Küsten auf feindliche Schiffe stürzten, um von Land und Kaiser die drohende Niederlage abzuwenden. Der Mythos des freiwilligen, heldenhaften Todesfliegers hat im Begriff der "Kamikaze" bis heute überlebt.

    Doch die Wirklichkeit war anders. Die Piloten waren halbe Kinder, die jüngsten gerade 17 Jahre alt, kaum ausgebildet und in schrottreife Flugzeuge gesetzt. Fast alle wurden abgeschossen oder stürzten ab, bevor sie ihr Ziel erreichten. Ihre Trefferquote war gering und ihre "Bewerbung" von den Militärführern erzwungen - durch Befehl und Drohungen, Kontaktverbot und Kriegserziehung.

    Klaus Scherer, der als ARD-Korrespondent in Japan lebt, hat für seinen Film über ein Jahr lang recherchiert. Er hat mit Überlebenden gesprochen, die ihren Todesflug mit Motorschaden abbrechen mussten oder nach verlorenen Luftkämpfen notlanden konnten. Was sie schildern - vom wortlosen Abschied von der Familie bis zu Weinkrämpfen im Cockpit - setzt dem "Kamikaze"-Mythos eine dramatische Wirklichkeit entgegen.

    Augenzeugen-Berichte ehemaliger US-Soldaten auf den angegriffenen Schiffen und Originalaufnahmen aus amerikanischen Militär-Archiven machen den Film zu einer Dokumentation des Kriegsendes im Pazifik - und der japanischen Tragödie.


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