BR Bayerischer Rundfunk

Bayerisches Fernsehen
Samstag, 7. Oktober 2000, 16.00 Uhr (VPS 15.59)
Eiger-Nordwand

    München (ots) -
    Schauplatz der Tragödien
    Film von Gerhard Baur
    Länge ca. 58 Min.
    Prod. Jahr 1999/2000
    
    "Niemals vorher habe ich so einen glatten Abbruch gesehen. Es ist
eine grandiose Mauer, die an Höhe und Steilheit alle anderen Wände
der Alpen übertrifft. Ein wilder Abbruch, der mich zutiefst
beeindruckt. Glatt und absolut unersteigbar." So beschreibt der
Engländer Barrington 1858 - nach dem Abstieg über den leichteren
Westgrad - die Nordwand des Eiger. Seitdem ist der Mythos, der die
Wand umgibt, ungebrochen. 50 Menschen haben ihr Leben bei dem Versuch
verloren, sie zu bezwingen. 1936 ereignete sich hier die bekannteste
Tragödie in der Geschichte des Alpinismus, als der Berchtesgadener
Toni Kurz nur drei Meter von den Rettern entfernt an Erschöpfung im
Seil hängend starb.
    
    Seit der Erstbegehung 1938 sind mehr als 20 neue Anstiegsrouten
von den besten Kletterern und Alpinisten durchstiegen worden. Und
immer waren auch Zuschauer dabei: Von der Kleinen Scheidegg aus, am
Fuße der Eiger-Nordwand, kann man bequem und risikolos die Kletterer
beobachten. So verfolgten am 21. August 1935 hunderte Neugierige den
Einstieg der Münchner Karl Mehringer und Max Sedlmayr in die Wand. Am
fünften Tag erfroren beide im Schneesturm.
    
    Am 9. September 1999 waren zwölf Kameras in der Wand installiert
und jeder der vier Extrem-Bergsteiger hatte eine Kamera im
Schutzhelm, samt Mikrophon und Kopfhörer. Meteorologen haben das
günstigste Wetter für den Einstieg berechnet und zwei Jahre lang
hatte sich das ganze Team auf diesen Tag professionell vorbereitet.
Bei der Besteigung der Eiger-Nordwand im Berner Oberland konnten nun
hunderttausende Fernsehzuschauer per Live-Übertragung dabei sein. Die
Tour durch die Eiger-Nordwand ist zum Medien-Spektakel geworden.
    
    Gerhard Baur begleitet mit seiner Kamera die beiden
Spitzenkletterer Stephan Siegrist und Daniel H. Anker, die mit einer
sportlichen Freikletterroute die überhängenden Felsen der Roten Fluh
bezwingen wollen. Die Einstellung und der alpine Stil haben sich
gewandelt, das Abenteuer ist dasselbe geblieben.
    
    
    
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