aktien-meldungen.de: "Substantieller Ergebnisbeitrag ab 2012" - Bob Mobile-CEO Remco Westerman im Interview
Hamburg (ots) - Die Bob Mobile AG (ISIN: DE000A0HHJR3 / WKN: A0HHJR) ist ein Anbieter von mobilen und interaktiven Mehrwert- und Entertainmentanwendungen. Auf dem Markt der Spaßapplikationen wächst Bob Mobile rasant. Das Unternehmen plant, durch den Einstieg in den Online-Spielemarkt die Wachstumsdynamik weiter zu beschleunigen. Im Interview mit a|m spricht der Bob Mobile-Chef Remco Westerman über die Zukunftspläne des Unternehmens.
a|m: Herr Westermann, Sie bieten Klingeltöne, Apps und Spaßapplikationen fürs Handy an. Was unterscheidet Ihr Unternehmen von Konkurrenten wie z.B. Jamba?
Remco Westermann: Wir versuchen uns auf drei Ebenen mittels unserer Kernkompetenzen zu unterscheiden: 1) Produktentwicklung: das allerwichtigste ist, immer neue coole Produkte auf den Markt zu bringen, die gut bei der Zielgruppe ankommen. Also Kreativität durch die ganze Organisation und enge Zusammenarbeit mit den Partnern, die uns bei der Produktenwicklung unterstützen. 2) Vermarktung: bessere, loyalere Werbepartner und mehr effiziente Reichweite. 3) Technische Effizienz: die zu Kundenzufriedenheit führt und uns erlaubt, schneller neue Produkte zu launchen sowie effizienter unsere Dienste abzurechnen.
a|m: Das erste Quartal markierte einen sehr guten Start ins Geschäftsjahr 2010. Auch das zweite Quartal dürfte sich positiv entwickelt haben. Welche konkreten Ziele haben Sie sich für 2010 gesteckt?
Remco Westermann: Eine verlässliche Umsatz- sowie Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2010 ist aufgrund der fortbestehenden konjunkturellen Unsicherheiten und der Entwicklungen auf den Finanzmärkten derzeit noch schwierig.
Der Bob Mobile Konzern erwartet aber für das Geschäftsjahr 2010 auf Basis der guten Q1-Zahlen sowie der positiven Tendenz laut vorläufigen internen Zahlen im zweiten Quartals 2010, Umsatz und EBIT gegenüber dem Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich steigern zu können.
a|m: Der stetig steigende Umsatz beweist, dass Ihr Geschäftsmodel trotz schwieriger Märkte und einem Beinahe-Kollaps in Griechenland relativ konjunkturresistent ist. Heißt das im Umkehrschluss, dass eine mögliche Konjunkturerholung keine signifikanten Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf von Bob Mobile hätte?
Remco Westermann: Wir sind im Konsumentenmarkt tätig und verkaufen Produkte und Dienste, die 'Nice to have' sind und nicht viel Kosten. Erfahrungsgemäß ist der Verkauf solcher Produkte kaum abhängig von der Wirtschaftslage. Ein Einbrechen vom Konsumentenvertrauen hat meist nur einen kurzfristigen negativen Effekt. Grundsätzlich sind wir aber auf einem Wachstumsmarkt aktiv: Fast jeder hat inzwischen ein Handy, die Handys können immer mehr, die mobilen Internettarife sind immer bezahlbarer und die Konsumenten gewöhnen sich langsam daran, mobile Dienste zu nutzen und dafür zu bezahlen. Es ist an uns, durch immer neue tolle Produkte diese Nachfrage zu bedienen und den Markt weiter zum Wachstum zu bringen.
a|m: Mit der Gründung der Just A Game GmbH planen Sie in den Wachstummakt der Online Browser Spiele einzusteigen. Was genau macht den Markt für Sie so interessant?
Remco Westermann: Der Markt für Browsergames ist ein starker Wachstumsmarkt mit guten Monetarisierungsmöglichkeiten der super zu unseren Kernkompetenzen passt. Wir werden uns insbesondere auf die am stärksten wachsenden Segmente Multiplayer sowie Social Games fokussieren; es ist sehr interessant zu sehen, wie sich das Freizeitverhalten der Konsumenten ändert weg vom passiven TV, hin zum interaktiven interkommunikativen Gaming. Ein aktiver Spieler ist bereit, viel Geld für sein Hobby auszugeben.
a|m: Bei Onlinespielen ist es besonders wichtig, Spiele im Portfolio zu haben, die den Nerv der Zeit treffen. Werden sich die Aktionäre auf höhere Entwicklungs- und Marketingaufwendungen einstellen müssen bzw. sinkende Margen oder werden Sie die Spiele überwiegend über ein Lizenzmodell erwerben?
Remco Westermann: Wir werden uns im Spielemarkt ähnlich aufstellen wie im mobilen Contentmarkt, das macht den Eintritt für uns so interessant. Wir nutzen die gleichen Kernkompetenzen; Produktlizenzierung, Vertrieb von digitalen Güter sowie unsere Technik mit Micro-Payments. Wir werden nicht selbst Browser Spiele entwickeln; es gibt sehr viele gute Lizenzen die man erwerben kann. Da aber die Anzahl der erfolgreichen Spiele, die man selbst auf den Markt bringen kann, beschränkt sind (3-5 pro Jahr) bauen wir zusätzlich eine Spielelizenz Handelsgesellschaft auf, die Spielelizenzen sucht und kauft und die Lizenzen die wir nicht selbst nutzen an Dritte weiter veräußert (z.B. auch für Länder in denen wir am Anfang nicht präsent sind).
a|m: Sie gehen für 2010 von einem zweistelligen Umsatz- und Ergebniswachstum aus. Der Umsatzbeitrag von Just A Game soll von 1 Mio. auf 5 Mio. in 2011 gesteigert werden. Wie hoch werden die Margen in diesem Bereich sein?
Remco Westermann: Der Deckungsbeitrag 1 nach Abzug direkter Kosten und vor Marketing ist sogar noch besser als im mobilen Contentbereich. Da wir aber schnell wachsen wollen wird ein Großteil der verbleibenden Marge für Marketing-und Vertriebsausgaben eingesetzt. Wir rechnen mit einer geringen positiven Marge in 2011, dafür aber mit einem substantiellen Beitrag ab 2012.
a|m: Herr Westermann, wir bedanken uns bei Ihnen für das Gespräch.
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