GILDEMEISTER: Konsensschätzungen zu niedrig
Hamburg (ots) - GILDEMEISTER (ISIN: DE0005878003 / WKN: 587800) ist einer der weltweit führenden Hersteller von Werkzeugmaschinen. Das Unternehmen investiert derzeit verstärkt in den Ausbau des Segmentes "Energy Solution" (Nachführ- und Batteriesysteme). Zuletzt konnte durch die Beteiligung an der Cellstrom GmbH die Wertschöpfung im Solar-Bereich und insbesondere bei der Energiespeicherung ausgeweitet werden.
Das Kerngeschäft "Werkzeugmaschinen" ebenso wie der hochmargige Service-Bereich dürfte analog zur konjunkturellen Erholung moderat wachsen, aufgrund des steigenden Auftragseingangs aber ab dem zweiten Halbjahr an Dynamik gewinnen. Im Bereich der "Energy Solution" sollte Gildemeister -auch wegen des konsequenten Ausbaus- mit rund 20% p.a. wachsen können. In der Folge rechnen wir damit, dass Gildemeister im laufenden Geschäftsjahr in diesem Segment die Umsatzmarke von 250 Mio. Euro überschritten wird. Ein zusätzlicher Trigger könnte eine Verbesserung der Finanzierungssituation sein. Zum Ende des ersten Quartals lagen die Finanzverbindlichkeiten bei 338 Mio. Euro. Dem standen 91,5 Mio. Euro an liquide Finanzmittel gegenüber. Damit liegt die Nettoverschuldung mit 247 Mio. Euro bei dem 2,3-fachen EBITDA für 2011e.
Wir gehen davon aus, dass im Bereich Energy Solution die Vorleistungen deutlich reduziert werden können und als Folge die Working Capital Quote abnimmt. Die steigenden Cash Flows könnten zur Tilgung der teuren Kredite genutzt werden, um so die Bilanzstruktur zu verbessern und die durchschnittlichen Finanzierungskosten von derzeit 9,5% perspektivisch auf 6,5% zu senken.
Für 2010 liegen die Konsensschätzungen bezogen auf den Umsatz bei 1,27 Mrd. Euro, das EBITDA wird bei rund 67 Mio. Euro erwartet. Dieses ist u.E. zu konservativ: (a) Offensichtlich fällt die konjunkturelle Erholung deutlich stärker aus, als bisher angenommen. (b) Die Marktteilnehmer unterschätzen die Dynamik des Solarbereichs. (c) Eine Verbesserung der Finanzierungsstruktur wird von den Schätzungen u.E. nicht antizipiert.
Die Q2-Zahlen und ein anziehender Auftragseingang könnten als Katalysator für den Aktienkurs dienen (Anhebung der Prognosen). Das DCF-Modell (auf Basis der Konsens-Schätzungen) signalisiert einen fairen Wert von 14,55 Euro. Auf Basis eines EV/EBITDA (2012e) Bewertungsansatzes ergibt sich ein fairer Wert von 16 Euro. Wir halten die Aktie derzeit für attraktiv bewertet und empfehlen den Kauf mit einem Kursziel von 14,55 Euro.
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