aktien-meldungen.de: Nabaltec-Vorstand Johannes Heckmann im Exklusivinterview mit a|m

Hamburg (ots) - Die Nabaltec AG (ISIN: DE000A0KPPR7 / WKN: A0KPPR) mit Sitz in Schwandorf ist ein Unternehmen der chemischen Industrie. Die Gesellschaft produziert und vertreibt hochspezialisierte Produkte in den Unternehmensbereichen 'Funktionale Füllstoffe' und 'Technische Keramik'. Im Interview mit a|m spricht Vorstandsmitglied Johannes Heckmann über die zukünftigen Wachstumstreiber.

a|m: Herr Heckmann, trotz Krise haben Sie im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 20 Mio. Euro in neue Produktionsanlagen investiert. Haben Sie keine Angst, dass die Investitionen aufgrund einer Verschärfung der Krise nicht die erhofften Wachstumseffekte bringen?

Johannes Heckmann: Nein. Wir investieren hier in Zukunftsmärkte. Die 20 Mio. Euro haben wir vorwiegend in unsere neue Additiv-Anlage für CAHC investiert, und hier ist der Markt von der Gesetzgebung getrieben, wo weltweit bis zum Jahr 2015 Bleistabilisatoren aus Hart-PVC-Formulierungen verbannt werden. Die europäische Industrie hat sich verpflichtet, schon in 2010 > 50 % zu "bleifreien" Systemen zu konvertieren. Damit war der Weg für uns gekennzeichnet, frühzeitig in eine neue Anlage zu investieren.

a|m: Wo sehen Sie die zukünftigen Wachstumstreiber?

Johannes Heckmann: Der halogenfrei mineralische Flammschutz auf Basis unserer Böhmite für Leiterplatten wie auch unsere Feinsthydroxide für den gesamte Kabelsektor sind Wachstumstreiber. Dazu zählt auch unser Additiv CAHC für den PVC-Bereich. Alle Produkte werden zum einen von der Gesetzgebung (weg von halogenhaltigen Flammschutzmitteln hin zu halogenfreien und umweltfreundlichen Systemen) getrieben. Zu erwähnen sind hier beispielsweise RoHS (Restriction on Hazardous Substances, REACH, WEE (Wase on electrical and electronic equipment). Ebenso gewinnen unsere reaktiven Tonerden für die Feuerfestindustrie aufgrund der immer höher geforderten Standzeiten in der Stahlindustrie an Bedeutung.

a|m: Wie wirkt sich die Euro-Schwäche auf den Geschäftsverlauf von Nabaltec aus?

Johannes Heckmann: Wir werden sicherlich gerade aus Schwandorf an Wettbewerbsfähigkeit in die USD-Räume gewinnen. Durch unsere Tochtergesellschaft Nashtec, das Joint Venture in den USA, haben wir im Bereich der halogenfreien Flammhemmer unser USD-Währungsrisiko jedoch eliminiert.

a|m: Mit einer Anhebung der Guidance haben Sie auf der diesjährigen Hauptversammlung für positive Stimmung unter Ihren Aktionären gesorgt. Sie rechnen nunmehr mit einem Umsatz von 90 Mio. Euro bis 97 Mio. Euro und einem operativen Ergebnis von mehr als 3 Mio. Euro. Ab wann werden Sie auch auf Netto-Ebene wieder schwarze Zahlen schreiben können?

Johannes Heckmann: Wenn es keine konjunkturellen Einbrüche mehr gibt und die globale Wirtschaft in den kommenden Jahren sich so weiterentwickelt, wie in den letzten Monaten reflektiert, ist das Ziel in 2011 erreichbar.

a|m: Einige Investoren dürften sich an der hohen Nettoverschuldung stören. Allein bei den Banken stehen Kredite in Höhe von rund 50 Mio. Euro aus. Gibt es Kreditbedingungen (sog. Debt covenants) und falls ja, wie sehen diese aus?

Johannes Heckmann: Es gibt Covenants die sich zum Teil an EK-Quoten oder am Verschuldungsgrad, also der sog. coverage ratio orientieren, die dann wieder die Zinsen positiv wie negativ beeinflussen können.

a|m: Sie und Ihr Vorstandskollege Gerhard Witzany halten zusammen fast 63% der Stimmrechte. Wie ist es zu dieser hohen Beteiligung gekommen?

Johannes Heckmann: Ziel war es beim Börsengang im November 2006, weiterhin eine Mehrheit der Altaktionäre beizubehalten und trotzdem einen akzeptablen Freefloat zu generieren. Vielen institutionellen Anlegern war es besonders wichtig, ein klares Signal von den Altaktionären zu bekommen, die sich weiterhin zu ihrem Unternehmen bekennen.

a|m: Herr Heckmann, wir bedanken uns bei Ihnen für das Interview.

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