aktien-meldungen.de: ad pepper: "Oberstes Ziel ist der Break-Even auf EBITDA-Basis" - CFO Jens Körner im Exklusivinterview mit a|m

Hamburg (ots) - Die ad pepper media International N.V. (ISIN: NL0000238145 / WKN: 940883) ist ein weltweit agierender Online-Werbevermarkter. Im Interview mit a|m spricht der Finanzvorstand Jens Körner über den positiven Jahresstart und die Ziele für 2010.

a|m: Herr Körner, nach den hohen Verlusten im Krisenjahr 2009 konnten Sie im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wieder einen Gewinn ausweisen. Was genau sind die Gründe für diese positive Entwicklung?

Jens Körner: Wir fokussieren uns auf die wachstumsstärksten Märkte, sowohl regional als auch produktseitig. Hinsichtlich der regionalen Ausrichtung haben wir uns daher in den letzten Jahren konsequent von nachhaltig defizitären Märkten getrennt, zuletzt von Italien. Fokus liegt somit insbesondere auf den Kernmärkten Europas, also Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien, aber auch auf den USA. Mit der regionalen ging auch die produktseitige Neuausrichtung einher. Erfolgsbasierte Werbung ist hier das Schlagwort. Mit unserer im Jahre 2006 erworbenen Affiliate-Plattform Webgains sind wir Break-Even und ad agents (SEO/SEM) wächst ebenfalls profitabel.

a|m: Welche konkreten Ziele haben Sie sich für 2010 gesteckt?

Jens Körner: Oberstes Ziel ist der Break-Even auf EBITDA-Basis. Wir haben anlässlich der Q1-Zahlen erstmals eine Guidance diesbezüglich veröffentlicht. Das hätten wir sicher nicht getan, wenn wir nicht überzeugt davon wären, dieses Ziel auch zu erreichen. Das kommende Quartal wird zeigen, ob unser selbst gestecktes Ziel realistisch oder zu konservativ ist.

a|m: Wie muss man sich Ihre Rolle in der Wertschöpfungskette des Online-Werbemarktes vorstellen und was zeichnet ad pepper gegenüber den vielen Wettbewerbern aus?

Jens Körner: Wir sind einer der wenigen Wettbewerber mit einer Abdeckung aller relevanten europäischen Märkte. Das wird angesichts einer zunehmenden Anzahl pan-europäischer Kampagnen immer wichtiger. Daneben spielt Technologie eine zentrale Rolle. Durch den Einsatz geeigneter Targeting und Optimierungstechnologien lassen sich überproportionale Margen erzielen. Wir sind beispielsweise das einzige Unternehmen unserer Branche mit einem eigenen Adserving Provider.

a|m: Mit iSense verfügen Sie über eine richtungsweisende Technologie, die den Online-Werbemarkt stark verändern kann. Wodurch unterscheidet sich iSense von anderen Technologien?

Jens Körner: Bei Online-Werbung geht es letztlich immer um Relevanz. Passt die Werbung zum gelesenen Content der Seite, wird Werbung nicht als störend, sondern eben als relevant eingestuft und bietet zusätzlichen Nutzen - die Folge ist dann eine höhere Conversion, d.h. der User clickt, hinterlässt seine Kontaktdaten oder tätigt einen Online-Kauf. Relevanz kann man einerseits dadurch herstellen, indem man versucht, den gelesenen Content anhand von Keywords zu identifizieren. Das gelingt häufig ganz gut. Oft greift dieser Ansatz jedoch zu kurz und dafür haben wir iSense, unsere semantische Targetingtechnologie entwickelt. iSense begnügt sich nicht mit einzelnen Keywords, sondern misst jedem einzelnen Wort der Seite eine Bedeutung bei und versuchst mittels des Kontextes zu anderen auf dieser Seite befindlichen Wörtern den "wahren Inhalt" dieser Seite herauszufinden. Ein Beispiel: Das Wort "Mustang" hat - soweit ich weiss - drei Bedeutungen: Es kann sich um die Jeans, das Auto, oder das Pferd handeln. Worum es aber auf der Seite wirklich geht, wird man korrekterweise nur feststellen können, wenn man das Wort Mustang mit den anderen Wörtern der Website in Zusammenhang bringt und damit den wahren Inhalt aus dem Kontext heraus identifiziert. Keyword-basierte Technologien stoßen hier an ihre Grenzen.

a|m: Wie wollen Sie Ihre Technologie gegenüber Wettbewerbern schützen?

Jens Körner: Wir haben die iSense Technologie patentieren lassen.

a|m: Mit 16 Büros in neun europäischen Ländern sowie einem in den USA ist die ad pepper media-Gruppe ein international operierendes Unternehmen. Wie sieht die Umsatzverteilung aus?

Jens Körner: Das Gros entfällt noch auf Deutschland mit etwa 30%. Weitere 25% entfallen auf UK. Circa 13% werden in Skandinavien generiert. Der Rest ist relativ gleich verteilt auf Niederlande, Frankreich, Spanien und USA. Der US-amerikanische Markt wächst derzeit am schnellsten - insbesondere wegen iSense.

a|m: Sie wollen Ihren Marktanteil in den USA ausbauen. Wie sehen Ihre Expansionspläne im Detail aus?

Jens Körner: Wir rennen mit unserer iSense Technologie derzeit offene Türen ein. Die Vorteile, die iSense bietet, werden dort unmittelbar erkannt - viel konsequenter als in Europa. Das gilt insbesondere für die großen Werbeagenturen. Wir sind daher dort präsent, wo die großen Werbebudgets, sprich die großen Agenturen sind. Neben New York sind wir seit kurzem daher auch an der Westküste vertreten.

a|m: Kürzlich gaben Sie bekannt, dass die französische Amiral Gestion ihren verbliebenen Anteil vollständig verkauft hat. Was waren die Gründe für den Rückzug?

Jens Körner: Ich vermute, dass Amiral insbesondere Interesse an einer Ausschüttung zu Lasten der Barreserven hatte. Diese Strategie ist - zumindest kurzfristig - nicht aufgegangen.

a|m: Apropos Ausschüttung: Bei einem Netto-Cashbestand von aktuell rund 23 Mio. EUR bzw. 1,00 EUR je Aktie drängt sich natürlich die Frage nach zukünftigen Dividendenzahlungen oder möglichen Akquisitionen auf.

Jens Körner: In der Vergangenheit haben wir Akquisitionen immer unterhalb eines Gegenwertes von EUR 5 Mio. getätigt - so werden wir es auch in der Zukunft halten. Insofern ist es korrekt, dass wir den Cashbestand in dieser Höhe nicht benötigen. Dies gilt erst recht, wenn wir es schaffen sollten, in eine Phase überzugehen, in der nachhaltig positive Cash-Flows generiert werden - wofür derzeit einiges spricht. Eine Entscheidung hinsichtlich einer möglichen Dividende wird daher frühestens auf der HV 2011 getroffen.

a|m: Herr Körner, wir bedanken uns bei Ihnen für das Gespräch.

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