Jahreszeiten Verlag, VITAL

Experten warnen vor unkontrollierter Einnahme von Jungbrunnen-Cocktails
Einige Hormone können Krebs hervorrufen

Hamburg (ots) - Mit 60 noch glatte Haut und straffe Oberschenkel wie eine 30-Jährige: Jungbrunnen-Cocktails der Anti-Aging-Medizin versprechen geradezu Wunderwirkungen. In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift VITAL warnen Mediziner jedoch vor einer unkontrollierten Einnahme von Hormonpillen, sogenannten Jungbrunnen-Cocktails. "Hormone sind schließlich keine Nahrungsergänzungsstoffe , sondern hochwirksame Regulatoren wichtiger Körperfunktionen", sagt Professor Armin E. Heufelder, Vorsitzender der Anti-Aging-Akademie München. Die US-Gesundheitsbehörde FDA spricht laut VITAL von Krebsgefahr bei einigen dieser Präparate aus der Retorte. Die Wirksamkeit ist in vielen Fällen allerdings unbestritten. Mit Vorsicht ist nach Angaben von Heufelder das Wellness-Hormon DHEA (Dehydroepiandrosteron, die "Mutter der Hormone") zu genießen. DHEA beschleunigt den Zellstoffwechsel, kann den Stresspanzer aufrüsten, Immunsystem und Gedächtnis ankurbeln und das Herz vor dem Zahn der Zeit schützen. In Deutschland ist DHEA verboten, kann jedoch per Rezept über internationale Apotheken bezogen werden. Die Einnahme könne den Körper so süchtig nach der Droge machen, dass er seine eigene Produktion für immer einstellt, mahnen die Fachleute. In vielen Präparaten steckt nach dem VITAL-Bericht eine höhere DHEA-Konzentration als angegeben. Das Urteil der Fachleute lautet: "Sehr wirksam, sollte aber nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden." Nur bei echtem Mangel wirkt nach Angaben der Experten das Wachstumshormon HGH (Human-Growth-Hormone). Nach den Erkenntnissen der Medizin kann HGH Fett abschmelzen, Herz und Gefäße vor Verkalkung schützen und Falten glätten. "Doch mit diesem Hormon ist nicht zu spaßen. Es bringt nicht nur die Teilung normaler Körperzellen auf Touren, sondern erhöht auch das Risiko, dass bösartige Zellen entstehen, also Krebs", sagt Professor Johannes Huber, Direktor der Abteilung für Endokrinologie des AKH in Wien. Studien belegten, dass Wachstumshormone nur älteren Menschen mit niedrigen Werten helfen. Skepsis ist nach Überzeugung der Fachleute vor allem bei Hormon-Cocktails mit HGH angebracht. Das Hormon Melatonin schaltet nach Erkenntnissen der Forschung sämtliche Körperfunktionen auf regenerativen Energiesparkurs, ist als Nachtarbeiter ein effizienter Radikalenfänger. Es versetzt den Alterungsprozess ins Zeitlupentempo. Bei Tierversuchen führt das Anti-Aging-Hormon allerdings nach längerer Einnahme zu Nieren- und Leberkrebs. "Deshalb sind entsprechende Präparate lediglich für Menschen geeignet, die unter echten, also durch den Arzt festgestellten Schlafstörungen leiden. Hier kann eine regelmäßige dosierte und zeitlich begrenzte Melatonin-Einnahme helfen", meint Heufelder. Östrogen ist bekannt als Anti-Aging-Stimulator für Haut, zentrales Nervensystem, Knochen, Herz-Kreislauf und Psyche. "Werden die Präparate rechtzeitig verordnet (ab Anfang 40) können sie Frauen glatt zehn bis 15 Jahre auf der Fitneßstufe einer 40-Jährigen halten, versprechen die Verjüngungsärzte. Allerdings zeigt die groß angelegte US-Studie "Women´s Health" an 27.000 Frauen zwischen 50 und 79 Jahren laut VITAL , dass die hormonelle Jungbrunnen-Kur nach drei Jahren zu mehr Herzinfarkten, Schlaganfällen, Thrombosen und Brustkrebs führt als bei Frauen, die den Alterungsprozess freien Lauf lassen. "Ich warne vor Hormonersatz ohne Diagnostik und Therapiekontrolle, vor allem vor der Aging-Prophylaxe mit Hormonen", sagt Professor Jacques Rossouw, Direktor der amerikanischen Women´s Health Initiative. Diese Meldung ist unter Quellenangabe VITAL zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: vital Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Rückfragen an Redaktion vital Susanne Schütte Tel. 040/27 17 3115 Original-Content von: Jahreszeiten Verlag, VITAL, übermittelt durch news aktuell

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