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Leichen im Keller - Wie man sich von Lebenslügen und Familiengeheimnissen befreit


Hamburg (ots) - Lebenslügen und Familiengeheimnisse können über Generationen hinweg Beziehungen prägen. Im Interview mit dem Fitness- und Gesundheitsmagazin VITAL (1/2011; EVT: 15. Dezember 2010) erklärt die Familientherapeutin Dorothee Döring, wie man da wieder rauskommen kann.

Die Expertin unterscheidet zwischen Lebenslügen, Tabus und Geheimnissen - und sieht entsprechend unterschiedliche Lösungen. "Während ein Geheimnis ein Geheimnis bleiben kann, muss ein Tabu gebrochen werden, besonders wenn es sich um Gewalt oder Missbrauch handelt." Am schwierigsten seien jedoch Lebenslügen. "Hier wird jahrzehntelang die konstruierte Realität aufrechterhalten, was viel Kraft kostet und mit Realitätsverlust und Isolation einhergeht", sagt Döring.

Bei den meisten Familiengeheimnissen und Lebenslügen ginge es um die Vertuschung sexueller Inhalte - ein leiblicher Vater wird verheimlicht, Homosexualität geleugnet, Missbrauch oder Abtreibung totgeschwiegen. Auch Suchtprobleme und familiäre Gewalt gehörten dazu."Jedes Schweigegebot geht mit einer permanenten Verdrängung einher", warnt Döring. "Doch zum Schweigen verurteilte Menschen leiden häufig an Depressionen und werden krank."

Ob man sich von einem Geheimnis befreit oder es hütet, hängt laut der Therapeutin von drei Faktoren ab: der Kontrolle des sozialen Umfelds, der Persönlichkeitsstruktur der Angehörigen und vom Schweregrad des Lügenkonstrukts. "Und man muss auch bedenken: Wer sein Schweigen bricht, macht sich angreifbar und sollte darauf vorbereitet sein", sagt Döring.

Wichtigste Voraussetzung, um die Vergangenheit loszulassen, sei das Verzeihen. "Zur vollständigen Aufarbeitung gehört Vergebung", sagt Dorothee Döring. "Wer nicht verzeiht, straft sich selbst, denn Groll wirkt wie ein schleichendes Gift, das alles zerstört." Dazu gehöre auch, sich selbst zu verzeihen. "Merkwürdigerweise beurteilt man sich selbst oft viel strenger und rigoroser als andere", weiß Döring. Nur wer bereit sei, seine dunklen Seiten zu akzeptieren, könne auch die nicht so gelungenen Anteile des eigenen Lebens akzeptieren. Anderen zu verzeihen erfordere übrigens nicht notwendigerweise eine persönliche Versöhnung. "Es genügt auch schon, dem anderen mental zu vergeben."

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