Jahreszeiten Verlag, VITAL

Der "kleine Unterschied" - Frauen haben andere Krankheitsrisiken als Männer

    Hamburg (ots) - Die Medizin entdeckt den "kleinen Unterschied" -
Frauen sind anders als Männer, auch wenn es um die Gesundheit geht.
Nach einem Bericht in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift VITAL
erkennen immer mehr Ärzte, dass Frauen andere Krankeitsrisiken haben
und auch andere Symptome entwickeln als Männer. Diese Erkenntnis sei
noch relativ neu, weil Frauen lange Zeit von klinischen Test
ausgeschlossen gewesen seien. Wegen der hormonellen Schwankungen
ihres Zyklus hätten sie als "unsichere Versuchskandidaten" gegolten.
Dabei ist schon lange klar, dass Frauen beispielsweise sehr viel
häufiger als Männer unter Osteoporose, Migräne oder Depressionen
leiden. Doch die Erkrankungsgefahr läßt sich nach Ansicht von
Experten durch eine richtige Lebensweise deutlich senken.
    
    So können Frauen etwa die Gefahr, an Osteoporose zu erkranken,
nach den Erkenntnissen der Vorstandsvorsitzenden des Kuratoriums
Knochengesundhei, Dr. Jutta Semler, enorm reduzieren, indem sie auf
die richtige Ernährung achten. Insbesondere nach den Wechseljahren
könne eine optimale Versorgung mit Kalzium und Vitamin D das Risiko,
an Knochenschwund zu erkranken enorm reduzieren, sagt Frau Semler in
VITAL. Außerdem sollten gefährdete Frauen Alkohol, Nikotin sowie
Koffein meiden und sich sportlich betätigen. Letzteres kann nach
Ansicht des Wiener Schmerzexperten Professor Dr. Hans-Georg Kress
auch die "Frauenkrankheit" Migräne zumindest dämmen. Gegen den
unerträglichen Kopfschmerz könne es "sehr hilfreich" sein,
"regelmäßig Ausdauersport zu treiben, allerdings nicht bei akuten
Schmerzen", sagt der Mediziner. Außerdem sei zur Vorbeugung ausreiche
Entspannung und "ein geregelter Schlaf-Wach-Rhythmus" wichtig.
    
    Frauen, die Sport treiben, ihr Leben selbst in die Hand nehmen und
Probleme nicht verdrängen, sondern aktiv bearbeiten, laufen auch
weniger Gefahr, an Depressionen zu erkranken. Darüber hinaus sollten
potentiell von der Seelentrauer betroffene Frauen nach Meinung der
Berliner Spezialistin Dr. Barbara Grube soziale Beziehungen pflegen,
"die von gegenseitigem Wohlwollen geprägt sind". Erkrankte dürften
nicht von ihrer Umgebung unter Druck gesetzt werden, sagt Barbara
Grube. Ratschläge wie "Reiß dich zusammen" seien kontraproduktiv für
depressive Menschen. Und auch die Aufforderung "Fahr doch mal in den
Urlaub, da kommst du auf andere Gedanken" ist wenig hilfreich.
Barbara Grube: "In fremder Umgebung verstärken sich die Probleme oft
noch."
    
    Sogar Herzerkrankungen haben nach den Erkenntnissen der
Spezialistin Professor Dr. Ingeborg Siegfried besondere
Frauen-Aspekte. Von den 280.000 Patienten, die in Deutschland
jährlich einen Infarkt haben, seien 129.000 Frauen, sagt die
wissenschaftliche Leiterin des Kongresses "Schlagen Frauenherzen
anders?". Neue Studien zeigten, dass familiäre Belastungen bei Frauen
das Infarktrisiko stärker erhöhen, als beruflicher Druck, der bei
Männern oftmals die Ursache der Erkrankung sei. Zur Vorbeugung
sollten gerade Frauen auf eine gesunde Ernährung achten und
regelmäßig Sport treiben, um ihr Normalgewicht zu halten. Wenig
Alkohol und vor allem "nicht rauchen, schon gar nicht, wenn man die
Pille nimmt", rät die Professorin.
    
    Frauen sprechen übrigens oftmals auf Medikamente ganz anders an
als Männer. Darum ist es gerade für Patientinnen wichtig, auf die
eigene Wahrnehmung zu vertrauen und beim Arzt auf einer Klärung zu
bestehen, wenn eine Medizin unerwünschte Nebenwirkungen zeigt. Die
Apotheken in Deutschland starten mit Unterstützung von VITAL im Mai
eine große Kampagne zum Thema "Frauengesundheit". Und in den USA ist
gerade mit 168.000 Teilnehmerinnen eine gigantische Studie die
speziellen Aspekte von Krankheiten bei Frauen gestartet.
    
ots Originaltext: VITAL
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