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Ostthüringer Zeitung: Wolfgang Schütze kommentiert zur West-Ost-Markenstudie

Gera (ots) - Die DDR ist längst Geschichte - ob nun eine Randnotiz oder ein dicker Wälzer, darüber kann man trefflich streiten. Während der vermeintliche Arbeiter- und Bauern-Staat längst sein Haltbarkeitsdatum überschritten hat, gibt es Marken aus jener Zeit immer noch oder wieder. Das rührt irgendwie ans Herz und ist - wie alles in Maßen, versteht sich - oft auch gut für den Magen. Die Zahl der Marken, die in der Mangelwirtschaft beliebt waren und es heute in der Überflussgesellschaft immer noch sind, ist überschaubar. Viele Jäger sind des Hasen Tod, will sagen: der Wettbewerb um Sympathie und Umsätze wird rau bleiben. Immer wieder hört man von Herstellern, welchen Aufwand sie treiben müssen, um zum Beispiel in großen Handelsketten gelistet zu werden. Versuche, lästige Konkurrenz aus dem Osten, mit Protektionismus aus den Regalen zu fegen, kann man nicht völlig ausschließen, aber in der Regel wollen Unternehmer ganz nüchtern, ganz unpolitisch einfach nur Geld verdienen. Und wenn das mit Produkten, mit Marken klappt, die ihre Herkunft zwischen Rostock und Suhl haben, dann eben auch damit. So schlicht, so unkompliziert kann Wirtschaft sein. Die Zeit, da nach der deutschen Einheit Ost-Produkte aus Prinzip gekauft wurden, weil man zum Beispiel die Arbeitsplätze mit sichern wollte, ist allerdings längst vorbei. Läden, die nur Ost-Produkte anboten, rechneten sich nicht. Denn auch hierzulande schauen die Käufer zuerst auf Qualität. Wenn die womöglich noch in der eigenen Region in einer vernünftigen Relation zum Preis zu bekommen ist, dann wirkt sich das als Verkaufsargument durchaus an der Kasse aus. Und nicht nur im Osten. Rotkäppchen-Sekt, Bier aus Bad Köstritz, Senf aus Bautzen, - um nur einige Beispiele zu nennen - sind inzwischen auch im Westen bekannt und begehrt. Dahinter steckt harte Arbeit. Herkunft und Tradition kann für Kunden ein Bonus sein, aber der zieht nur so lange, wie er immer wieder aufs Neue bestätigt wird.

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