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Ostthüringer Zeitung: Jörg Riebartsch kommentiert: Neudietendorf und die G7

Gera (ots) - Manchmal kann man sich nur wundern, wie unmittelbar nah und persönlich die Konfrontation mit globalen Themen der Welt ist. Bei dem bevorstehenden Treffen von sieben Staats- und Regierungschefs in Bayern, G7-Gipfel genannt, steht als ein Schwerpunkt das weltweite Klima auf dem Programm. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gleich mal vor allzu großen Erwartungen gewarnt.

In dieser Woche ging es auch in Jena um das Klima. Klimaschutzstiftung Thüringen und Ostthüringer Zeitung haben mit der "Blauen Libelle" erstmals den Klimaschutzpreis für den Freistaat verliehen. Er ging an eine Schülergruppe des von-Bülow-Gymnasiums in Neudietendorf im Landkreis Gotha. Die jungen Leute haben dort keine Erwartungen gedämpft, sondern ganz schlau eine Idee verwirklicht, über einen Mini-Computer und Funkthermostate die Temperaturen in Klassenzimmern so zu steuern, dass nicht zu viel Heizenergie verschwendet wird. Durch weniger Heizen werden in der Regel weniger fossile Brennstoffe verbrannt, die wiederum die Atmosphäre belasten. Die preisgekrönten Schüler leisten damit Klimaschutz in der Praxis, ganz einfach, ganz simpel und ganz ohne Gipfel von Staatslenkern.

Das G7-Treffen ist nicht nur in Erklärungsnot wegen des enorm hohen Aufwands und der daraus resultierenden Frage, ob der Nutzen überhaupt noch in einem angemessenen Verhältnis zum Ertrag steht. Die Antwort auf die Frage lautet: Nein! Es ist zudem die Frage aufgeworfen worden, ob der Teilnehmerkreis vollständig ist. Einst nannte sich der Kreis G8 und Russlands Wladimir Putin durfte auch noch dran teilnehmen. Jetzt darf der Russe nicht dabei sein - als Strafe.

Aber nicht täuschen lassen. Auch mit Putin wäre die Runde keineswegs vollständig. China gehört längst mit in den Kreis der mächtigen Industrienationen. Und Klima gibt es dort allemal zu schützen.

Der G7-Gipfel soll Deutschland übrigens etwa 130 Millionen Euro kosten. Dafür ließen sich 371 428 Klassenzimmer mit Temperaturregelungen ausstatten - zum Schutz des Klimas.

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