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Ostthüringer Zeitung: Chefs insolventer Firmen in Gera freigestellt.Transfergesellschaften für entlassene Mitarbeiter.

Gera (ots) - Der Geschäftsführer des insolventen Geraer Verkehrsbetriebs, Ralf Thalmann, und der Vorstand der insolventen Stadtwerk Gera AG, Stefan Wagner-Schlee, sind nach Informationen der Ostthüringer Zeitung von ihren Posten freigestellt worden.

Die Freistellung wollte am Donnerstag auf Nachfrage Sebastian Brunner, Sprecher des Insolvenzverwalters Michael Jaffé, mit Verweis auf das Arbeitsrecht nicht bestätigen.

Wie die Ostthüringer Zeitung (Freitagausgabe) weiter berichtet, soll das operative Geschäft im Verkehrsbetrieb offenbar jetzt die Prokuristin Birgit Müller-Neumann leiten.

Der gebürtige Greizer Ralf Thalmann war im Dezember 2011 GVB-Chef geworden. Zuletzt hatte er besondere Kritik auf sich gezogen, als er unter Verweis auf rechtliche Aspekte dem Stadtrat Informationen verweigerte, hinterher aber in Medien von der Oberbürgermeisterin veröffentlichte GVB-Zahlen über die Verschuldung des Unternehmens in Zweifel zog.

Wie Insolvenzverwalter Michael Jaffé mitteilte, können drei von 23 Mitarbeitern der Stadtwerke Gera AG bei der Beteiligungsverwaltung und der weiteren Abwicklung im Zuge des Insolvenzverfahrens eingesetzt werden. Für die anderen, zum 30. September ausgeschiedenen Mitarbeiter sei mit dem Betriebsrat ein Interessenausgleich mit Sozialplan verhandelt worden. Ein Großteil könne darüber hinaus zu einer der Beteiligungsgesellschaften wechseln, hieß es.

Von den rund 300 Mitarbeitern des GVB sind 31 vom Personalabbau betroffen. 29 davon nahmen das Angebot an, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Dort sollen sie in sechs Monaten für neue Arbeitsplatzangebote qualifiziert werden.

Wie Jaffé betonte, erhalten die Mitarbeiter des GVB ab 1. Oktober wieder ihre regulären Lohn- und Gehaltszahlungen. Die Mittel dafür seien vom Land Thüringen über eine Sonderzuweisung an die Stadt Gera bereitgestellt worden. Die hoch verschuldete Stadt hat keinen genehmigten Haushalt für 2014.

Mittelfristig, so Jaffé, solle der GVB so aufgestellt werden, dass die Stadt Gera im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge den Betrieb finanzieren kann. Wünsche und Finanzierungsmöglichkeiten sollen einander angepasst werden.

Ab 6. Oktober mindestens bis zum Jahresende gilt in Gera ein neuer Fahrplan. Dabei wird das Taktsystem der die Stadt querenden Straßenbahnlinie 3 von fünf Minuten auf zunächst 7,5 Minuten verlängert. Ortschaften am Stadtrand droht indes eine Verschlechterung des Bus-Anbindung. Der Schulbus-Verkehr soll jedoch gesichert werden, hieß es.

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