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Ostthüringer Zeitung: Peter Hahne kommentiert: Bahn/Bundeskartellamt

Gera (ots) - Es läuft mal wieder nicht besonders rund für die Deutsche Bahn. Kürzlich geriet der Staatskonzern als Versorgungsbahnhof für ausgediente Spitzenpolitiker in die Schlagzeilen. Dann wurde bekannt, dass das Verkehrsministerium dem Bahnvorstand nicht mehr zu trauen scheint und das Schienennetz künftig selbst prüfen will. Gestern reihte sich nun auch noch das Bundeskartellamt in die Kette schlechter Nachrichten ein: Die Wettbewerbshüter sehen einen Anfangsverdacht, dass der Ex-Monopolist seinen Wettbewerbern das Leben schwer macht. Nicht immer mit legalen Mitteln. Vielleicht. Womöglich. Noch ist es zu früh, ein Urteil darüber zu fällen, ob die Bahn ihre Mitbewerber beim Ticketverkauf über den Tisch zieht. Das Kartellamt steht erst am Anfang einer aufwendigen Prüfung. Dabei wird schwer zu bewerten sein, ob die Bahn ihren Konkurrenten nur einen eingeschränkten Zugang zu ihren Vertriebskanälen gewährt. Und ob dies wirklich dem Wettbewerb schadet. Sicher: Die Bahn kann ihre Fahrkarten uneingeschränkt im Reisezentrum verkaufen und hat so einen privilegierten Zugang zum Kunden. Andererseits: Kann man die Bahn wirklich zwingen, dort auch die Produkte ihrer Rivalen zu vermarkten? Das wäre ein bisschen so, als würde man Aldi vorschreiben, Lebensmittel von Lidl zu verkaufen. Freilich ist die Bahn nach wie vor das marktbeherrschende Unternehmen. Ein Monopolist aber ist sie nicht mehr. So sehr die Deutschen mit ihrer Bahn auch hadern mögen - auch die Bahn hat ein faires Verfahren verdient.

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