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Ostthüringer Zeitung: Kommentar: Turbulenzen

Gera (ots) - Von Peter Hahne Eine Welt ohne Flugzeuge, so sieht sie aus: Die verwundeten Soldaten aus Afghanistan bleiben in der Türkei stecken. Die Bundeskanzlerin in Italien. Und Lech Kaczynski, vor gut einer Woche bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen, wird mit einem deutlich dezimierten Kondolenzzug ausländischer Staatsgäste zu Grabe getragen. Vor allem aber hat der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull der Welt wieder ganz deutlich gezeigt: Wenn die Natur ihrer Wege geht, nimmt sie keine Rücksicht auf unsere moderne Zivilisation. Die Räder einer globalen Welt(wirtschaft) stehen schneller still, als man sich das im Alltagstrott vorstellen kann. Hunderttausende Menschen saßen am Wochenende fest. Frachtflugzeuge bleiben am Boden. Nur weil ein bislang kaum bekannter Vulkan im hohen Norden Europas Asche speit. Anders ausgedrückt: Vermeintlich kleine Naturereignisse, die in normalen Zeiten außer ein paar hochspezialisierten Wissenschaftlern niemand auf dem Risiko-Radar hat, reichen aus, uns binnen weniger Tage in bemerkenswerte Turbulenzen zu stürzen - und die Verletzlichkeit der hochtechnisierten Welt äußerst heftig spüren zu lassen. Ähnlich wie bei einem Terroranschlag, ähnlich wie bei einem Bankenbeben. Ob die Konsequenzen auch ähnlich nachhaltig sein werden, kann heute niemand sagen. Vorstellen kann und mag sich das keiner, schon gar nicht in einer Zeit, in der sich die Welt mühsam aus einer schweren Wirtschaftskrise befreit. Aber ausschließen kann man es auch nicht.

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