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Was folgt auf 13 Kirchner-Jahre?
Präsidentschaftswahlen in Argentinien

Berlin/Buenos Aires (ots) - Wenn morgen in Argentinien ein neuer Präsident gewählt wird, ist dies auf den ersten Blick das Ende einer Ära. Dreizehn Jahre lang haben zuerst der 2010 verstorbene Nestor Kirchner und danach dessen Frau Cristina das Land regiert. Diesmal kann Cristina Kirchner nicht zur Wahl antreten, das verbietet die argentinische Verfassung. Dafür liegt "ihr" Kandidat, Daniel Scioli, laut Umfragen in der Wählergunst vorn - vor den zwei aussichtsreichsten Gegenkandidaten Mauricio Macri und Sergio Massa.

"Vieles spricht dafür, dass der Einfluss von Cristina Kirchner weiter sehr groß sein wird. Sollte Scioli gewinnen, wird Carlos Zannini Vizepräsident, ein enger Vertrauter der Kirchners", erklärt Carl Moses von Germany Trade & Invest in Argentinien. Hinzu komme: "Egal wer gewinnt, die nächste Regierung steht vor gewaltigen Herausforderungen. Alle Kandidaten haben Reformen angekündigt, aber viele notwendige Maßnahmen sind sehr unpopulär und werden schwer durchzusetzen sein. Wenn ihr Nachfolger scheitert, könnte Kirchner 2019 wieder antreten."

Insgesamt ist die Wirtschaftslage in Argentinien sehr angespannt. Der argentinische Peso ist massiv überbewertet, die Handelsbilanz verschlechtert sich kontinuierlich. Die Devisen für Importe von Fertigwaren und Vorprodukten sind knapp, was der Industrie zu schaffen macht. Daneben droht ein deutlicher Anstieg der Inflationsrate, die jetzt schon zu den höchsten der Welt zählt. Gleichzeitig hängt die argentinische Wirtschaft massiv von der Entwicklung der Sojapreise und der Konjunktur in China und Brasilien ab. Die beiden wichtigsten Handelspartner Argentiniens stehen selbst vor großen Herausforderungen und Problemen.

Unabhängig vom Ausgang der Wahl steht Argentinien vor einschneidenden Wirtschaftsreformen: Der Devisenmarkt und die Importe dürften liberalisiert, die Exportsteuern abgebaut und die Anstrengungen zur Beilegung des Schuldenkonflikts erhöht werden. Das haben alle Kandidaten beziehungsweise deren Berater in Aussicht gestellt.

"Gewinnt das Regierungslager, werden die Reformen wahrscheinlich etwas langsamer und vorsichtig umgesetzt. Gewinnt einer der Gegenkandidaten, werden sie schneller und mutiger erfolgen, aber auch auf größeren Widerstand der dann von den Kirchneristen geführten Opposition und der Gewerkschaften stoßen. Trotz aller Probleme hat Argentinien langfristig beste Wachstumschancen, wenn es gelingt, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Angefangen bei den Argentiniern selbst, die immenses Kapital im Ausland und in den Banksafes horten", erklärt Carl Moses weiter.

Weitere Informationen zu Argentinien finden Sie unter http://ots.de/ESwZZ

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