Ist der Boom im Reich der Mitte vorbei?
Bundeskanzlerin Merkel reist nach China

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Berlin/Peking (ots) - In Begleitung mehrerer Kabinettsmitglieder reist Bundeskanzlerin Angela Merkel heute zu den zweiten bilateralen Regierungskonsultationen nach China. Deutschland ist das einzige Land, mit dem China diese regelmäßig unterhält. Neben politischen Gesprächen steht der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auf der Agenda. China ist innerhalb Asiens der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Auch bei chinesischen Unternehmen steht die Bundesrepublik innerhalb der EU an erster Stelle - trotz kürzlich gesunkener Exporte.

Der Außenhandel Chinas ist im ersten Halbjahr dieses Jahres mit einem Zuwachs von 8 Prozent niedriger ausgefallen als erwartet. "Die andauernde Eurokrise zählt sicherlich zu den Hauptgründen für das deutlich geringere Exportwachstum. Auch nach Deutschland hat China im ersten Halbjahr 2012 fast 4 Prozent weniger Güter ausgeführt als im Vorjahreszeitraum," so Corinne Abele, Auslandsrepräsentantin von Germany Trade & Invest in Peking.

Von einem Ende des Booms kann laut Abele aber nicht gesprochen werden: "Der chinesische Markt wird zwar schwieriger, aber man muss hier klar differenzieren: Während in China vor allem die Industriezweige rund um die Küstenstädte unter Kostensteigerungen leiden, haben die Regionen im Landesinneren zum Teil beachtliche Wachstumsraten hingelegt." Auch deutsche Unternehmen wie BASF, BMW oder Volkswagen entdecken den Westen Chinas für sich und siedeln sich beispielsweise in Chongqing, Chengdu oder Urumqi an.

Während die chinesischen Ausfuhren nach Deutschland derzeit schwächeln, steigerten deutsche Unternehmen laut chinesischer Zollstatistik ihre Exporte in das Reich der Mitte im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2011 erneut - jedoch nur um 1 Prozent. Trotz eines vergleichsweise stagnierenden Automobilmarktes verzeichneten deutsche Kfz-Zulieferer bislang auch 2012 deutliche Umsatzsteigerungen wie bereits im Jahr zuvor. Sowohl chinesische als auch ausländische Automobilhersteller bieten immer teurere Produkte mit hochwertigen Komponenten an, die vorerst immer noch größtenteils aus Deutschland oder Japan geliefert werden.

Germany Trade & Invest ist die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft berät ausländische Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit auf den deutschen Markt ausdehnen wollen. Sie unterstützt deutsche Unternehmen, die ausländische Märkte erschließen wollen, mit Außenwirtschaftsinformationen.

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