Unterschiede zwischen Brief- und Urnenwählern bei der Bundestagswahl 2009

    Wiesbaden (ots) - Bei der Bundestagswahl 2009 gab es zum Teil deutliche Unterschiede zwischen Brief- und Urnenwählern hinsichtlich der Abgabe ihrer Zweitstimme. Dies zeigt nach Mitteilung des Bundeswahlleiters eine Analyse des Verhaltens von Brief- und Urnenwählern nach Geschlecht und Alter. Im Einzelnen ergab sich folgendes Bild:

    - Ein höheres Zweitstimmenergebnis bei den Urnen- im Vergleich zu den Briefwählerinnen und -wählern erzielten die SPD (+ 3,2 Prozentpunkte) und DIE LINKE (+ 3,1 Prozentpunkte). Alle anderen Parteien schnitten bei den Briefwählerinnen und -wählern insgesamt besser ab, am deutlichsten die GRÜNEN (+ 3,0 Prozentpunkte) gefolgt von der CDU/CSU (+ 2,8 Prozentpunkte) und der FDP (+ 1,5 Prozentpunkte).

    - Die SPD hatte bei den Urnenwählerinnen und -wählern aller Altersgruppen insgesamt bessere Ergebnisse, besonders in der Altersgruppe ab 60 Jahren (+ 4,1 Prozentpunkte gegenüber gleichaltrigen Briefwählerinnen und -wählern).

    - Die Union erzielte ihr bestes Zweitstimmenergebnis in der Altersgruppe ab 60 Jahren. Sie konnte hier vor allem Frauen mobilisieren. Bei den Briefwählerinnen erreichte die CDU/CSU einen Stimmenanteil von 47,7%, das waren 5,8 Prozentpunkte mehr als bei den gleichaltrigen Briefwählern. Bei den Urnenwählerinnen ab 60 Jahren schnitt die Union mit 44,4% ebenfalls überdurchschnittlich gut ab, auch im Vergleich zu den Urnenwählern in dieser Altersgruppe (+ 6,3 Prozentpunkte).

    - Bei der FDP lagen die Ergebnisse der Briefwählerinnen und -wähler meist nur geringfügig über denen der Urnenwählerinnen und -wähler, der größte Unterschied bestand bei den Briefwählern zwischen 45 und 59 Jahren: + 2,8 Prozentpunkte gegenüber den gleichaltrigen Urnenwählern.

    - Dagegen hatte DIE LINKE mehr Erfolg bei den Urnenwählern beiderlei Geschlechts. Sie erzielte ihr bestes Ergebnis bei den Urnenwählern von 45 bis 59 Jahren (17,4%).

    - DIE GRÜNEN erreichten wiederum deutlich bessere Ergebnisse bei den Briefwählerinnen und -wählern, die besten bei den jungen Briefwählerinnen zwischen 18 und 24 Jahren (21,9%).

    Die Auswertung des Wahlverhaltens von Brief- und Urnenwählern nach Geschlecht und Alter war aufgrund der geringen Anzahl ausgewählter Briefwahlbezirke nur für das Bundesgebiet insgesamt möglich.

    Zusätzlich zu den Daten für Urnen- und Briefwähler liegen dem Bundeswahlleiter inzwischen genauere Daten zu den PIRATEN vor, die bei der Bundestagswahl 2009 in allen Bundesländern mit Ausnahme Sachsens angetreten waren und mit 2,0% das beste Ergebnis der "sonstigen Parteien" erzielt hatten. Nach den vorliegenden Angaben aus sieben Ländern schnitten sie bei den männlichen Wählern zwischen 18 und 24 Jahren mit deutlichem Abstand am besten ab und konnten in allen Altersgruppen deutlich mehr Männer als Frauen für sich gewinnen.

    Die Ergebnisse sind in dem Beitrag "Wahlverhalten bei der Bundestagswahl 2009 nach Geschlecht und Alter" enthalten, der in der aktuellen Ausgabe der vom Statistischen Bundesamt herausgegebenen Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik", Heft 3/2010, erschienen ist.

    Der Beitrag steht auf der Internetseite des Bundeswahlleiters kostenfrei als PDF-Datei zum Download bereit unter:

    www.bundeswahlleiter.de --> Bundestagswahl 2009 --> Veröffentlichungen

    Das gesamte Heft "Wirtschaft und Statistik", 3/2010, ist erhältlich als kostenlose PDF-Datei oder als gedruckte Ausgabe zu einem Einzelpreis von EUR 15,90 beim Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes unter:

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