Landesbank Baden-Württemberg

LBBW-Studie: Wandelanleihen sind größter Renditebringer - aktuelles Ertragspotenzial aber weit gehend unausgeschöpft

    Stuttgart (ots) - Der neuen Untersuchung der Landesbank
Baden-Württemberg (LBBW) zufolge erreichten die so genannten
konvertierbaren Finanzprodukte im Mittel der Jahre 1996 bis 2002
(Stand Ende Juni) eine Rendite von 14,8 Prozent pro Jahr. Damit liegt
diese Anlageform deutlich vor Aktien (11,9 Prozent) und schnitt sogar
fast dreimal so gut wie Unternehmensanleihen ab (5,1 Prozent).
    
    Als zusätzlicher Vorteil gegenüber Aktien zeigt sich eine
durchschnittlich nur halb so starke Wertschwankungsbreite
(Volatilität Wandelanleihen: 11,1 Prozent pro Jahr, Aktien: 20,3).
Nach Einschätzung des Autors der Studie, LBBW-Analyst Armin
Weißenegger, ist auf dem aktuellen Niveau sowohl für institutionelle
als auch für Privatanleger noch sehr viel mehr Renditepotenzial im
Markt.
    
    Emissionsvolumen um rund 500 Prozent gesteigert
    
    Besondere Aufmerksamkeit verdient laut Weißenegger, der seine
Studie in der Frankfurter Repräsentanz der Landesbank
Baden-Württemberg vorstellte, auch das Wachstum des Emissionsvolumens
in den vergangenen Jahren. So wurde 2001 bei der Ausgabe von
Wandelanleihen in Europa erstmals die 50-Milliarden-Euro-Grenze
überschritten. 1995 waren es noch weniger als zehn Milliarden Euro.
Weltweit umfasst der Markt für konvertierbare Finanzprodukte heute
schon rund 500 Milliarden US-Dollar.
    
    Wichtiges Finanzinstrument für etablierte Branchen
    
    LBBW-Experte Armin Weißenegger führt das enorme Interesse auf
mehrere Ursachen zurück: "Die größere Emittentenzahl erlaubt einen
breite Diversifizierung in verschiedene Wirtschaftssektoren. Dazu
zählen vor allem die Konsumgüterindustrie, der Handel, die
Finanzdienstleister sowie die so genannten TMT-Branchen - also
Technologie, Medien und Telekommunikation. Dabei können
Wandelanleihen sowohl Schutz vor Kapitalverlust als auch Chancen auf
zusätzliche Wertsteigerungsgewinne bieten. Dies wiederum motiviert
die großen Kapitalanlagegesellschaften, Fonds mit dem Schwerpunkt
Wandelanleihen aufzulegen."
    
    LBBW: Wandelanleihen sind sympathische Zwitter
    
    Im Grundsatz sind Wandelanleihen festverzinsliche Papiere, die bei
Emission einen etwas niedrigeren Zinssatz als andere Anleihen bieten.
Dafür hat der Anleger aber nicht nur Anspruch auf kontinuierlichen
Festzinsertrag während der Laufzeit sowie Rückzahlung bei Fälligkeit.
Er erhält zusätzlich das Recht - statt der Rückzahlung - die Anleihe
in eine bestimmte Anzahl von Aktien der emittierenden Gesellschaft zu
einem vorher festgelegten Kurs zu tauschen. Diese Möglichkeit besteht
in der Regel während einer längeren, vorher definierten Periode, die
sich meist bis zum Ende der Laufzeit erstreckt. Das heißt, der
Investor hat neben der Sicherheit und Rendite der Anlage die
zusätzliche Chance, an möglichen Kursgewinnen der Aktie teilzuhaben.
    
    Die Entwicklung des Kurses der Wandelanleihe selbst ist folglich
von mehreren Determinanten bestimmt. Sie korreliert zum einen mit dem
aktuellen Zinsniveau normaler Anleihen. Zum anderen wird sie bestimmt
vom Börsenwert der Aktie, auf die sich das Wandlungsrecht bezieht.
Wenn sich der Kurs dieser Aktie negativ entwickelt, löst sich die
Kursentwicklung der Wandelanleihe immer stärker von jener der Aktie.
Steigt aber der Wert der Aktie, dann nähern sich die Kurse beider
Finanzinstrumente wieder an. Bei vorteilhafter Kursentwicklung der
Wandelanleihe kann es auch attraktiver sein - statt der Ausübung des
Wandlungsrechts - das Papier selbst vor Fälligkeit zu verkaufen.
    
    Produktive Vielfalt: "die" Wandelanleihe gibt es nicht
    
    Die neunziger Jahre brachten einen Innovationsschub für
konvertierbare Anlagen. LBBW-Analyst Weißenegger verweist in diesem
Zusammenhang auf Umtauschanleihen. Diese - in der Fachsprache auch
"Exchangeables" genannt - sind so konzipiert, dass nicht mehr die
Aktien den Anleiheemittenten, sondern die eines anderen Unternehmens
bezogen werden können.
    
    LBBW-Studie warnt trotz Boom: kein "Wunderpapier"
    
    Für Armin Weißenegger ist zwar die weit verbreitete These,
Wandelanleihen schützen gegen Kursverluste und lassen gleichzeitig an
Kurssteigerungen teilhaben, "eine grobe Verallgemeinerung, die so
nicht aufrecht erhalten werden kann."
    
    Aber der LBBW-Researcher sieht dennoch große Chancen für die
Anleger: "Die Performance in den vergangenen Jahren war hervorragend.
Gemessen am UBS Warburg Convertible Bond Euro Zone Index haben
Wandelanleihen eine höhere Rendite als der Dow Jones Euro Stoxx
erzielt." Zudem wiesen die Papiere eine deutlich geringere
Volatilität auf, so dass sich unter Abwägung von Risiko- und
Ertragsgesichtspunkten eine hohe Attraktivität zeigt.
    
    Jedoch sei das Segment dieser konvertierbaren Finanzprodukte sehr
researchintensiv. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, müsse
jeder einzelne Titel sehr genau geprüft werden, konstatiert
LBBW-Experte Weißenegger, weswegen fundiertes Credit Research
zwingende Voraussetzung für ein Engagement sein sollte.
    
    LBBW gibt Anlageempfehlungen
    
    Zu den interessantesten derzeit am Markt gehandelten Papieren
zählen nach Einschätzung von Armin Weißenegger derzeit der Langläufer
von AXA (Wertpapierkennnummer 452 476), der am 1.1.2017 fällig sein
wird, sowie die Wandelanleihe von Pinault-Printemps-Redoute  (776
557) mit Fälligkeit am 1.1.2007.
    
    
ots Originaltext: Landesbank Baden-Württemberg
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Presseinformation
Thilo Weinert
Presse und Information
Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart
Telefon (07 11) 1 27-64 02
Telefax (07 11) 1 27-62 80
thilo.weinert@LBBW.de
www.LBBW.de

Original-Content von: Landesbank Baden-Württemberg, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Landesbank Baden-Württemberg

Das könnte Sie auch interessieren: