Landesbank Baden-Württemberg

LBBW ist gut vorbereitet für die Zukunft

    Stuttgart (ots) - Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sieht
sich für den anstehenden Strukturwandel im Bankensektor gut gerüstet.
Hans Dietmar Sauer, Vorsitzender des Vorstands der LBBW, stellte
anlässlich der Präsentation des vorläufigen Jahresabschlusses 2001 in
Stuttgart fest, dass die LBBW im Vergleich zu anderen Landesbanken
mit ihrer bisherigen Entwicklung als Vorreiter gelte. Optimistisch
stimme ihn vor allem das herausragende Financial-Strength-Rating der
Bank, der bereits eingeleitete Aufbau zukunftsträchtiger
Geschäftsbereiche, die regionale Verwurzelung sowie die enge
Kooperation mit den Sparkassen in Baden-Württemberg. Dem Wegfall von
Anstaltslast und Gewährträgerhaftung im Jahre 2005 wolle die LBBW
voraussichtlich mit einem innovativen Entgeltmodell begegnen.
    
    Öffentliche Banken stellen sich der Herausforderung
    
    "Während der Frühjahrssturm mit einer Mischung aus Brüsseler
EU-Wettbewerb und allgemeiner Wirtschaftsschwäche das Kreditgewerbe
schüttelt und stellenweise die Notfalldienste aktiviert, hat die LBBW
zur rechten Zeit vorgebaut und einen deutlichen Vorsprung erreicht",
meinte Hans Dietmar Sauer. Die öffentlichen Banken in Deutschland
müssten jetzt unter Zeitdruck Lösungen für folgende Themen
präsentieren:
    
    * für die durch das fehlende Retailgeschäft verbundbedingte
        Strukturschwäche vieler Landesbanken,
    * für den Wegfall der unbeschränkten Staatshaftung,
    * für den Erhalt des Ratings,
    * für den Ersatz von Eigenkapital,
    * für die Trennung von Förder- und Wettbewerbsgeschäft und
    * für den Nachweis ihrer Wettbewerbsfähigkeit mit den
        Privatbanken.
    
    Stärke durch regionale Verwurzelung und breit angelegte
Kundenstruktur gegeben
    
    Mit ihrer klaren gesetzlichen und strategischen Ausrichtung auf
das direkte Kundengeschäft mit Privaten und mit mittelständischen
Unternehmen hat die LBBW den großen strukturellen Schwachpunkt, der
viele Landesbanken betrifft, von Anfang an beseitigt. "Das feste
Beziehungsgefüge mit einer großen Zahl regional verbundener Kunden
stellt eine für andere nur schwer angreifbare Bastion dar", sagte
Sauer. Mit ihrer originären Kundenbasis sei die LBBW gleichzeitig ein
wertvollerer Partner für die Sparkassen geworden. Sie biete diesen
ihre Produkte zu den gleichen Bedingungen an wie dem eigenen
Vertrieb. "Unser nächstes Etappenziel ist es, mit den Sparkassen in
Baden-Württemberg eine noch engere Zusammenarbeit zu erreichen, die
vom gemeinsamen Gruppenbewusstsein einer führenden Rolle im Markt
geprägt ist", teilte der LBBW-Chef mit.
    
    Die feste und breite Kundenverankerung sei zugleich die beste
Antwort auf die Einschränkung beziehungsweise den Wegfall von
staatlicher Gewährträgerhaftung und Anstaltslast. Soweit durch diesen
Eingriff des EU-Wettbewerbskommissariats Zinskonditionenbeiträge aus
"Bonitätsarbitrage" künftig entfallen sollten, sei die personelle und
sachliche Basis für Ersatzgeschäfte schon geschaffen worden. Sauer:
"Flowtrading und Provisionsgeschäft mit institutionellen Kunden sowie
die Positionierung in Marktrisiken zeigen bereits deutlichen Erfolg."
Für Securitizations, Spezialfinanzierungen und mittelständisch
orientiertes Investmentbanking seien zudem schon vor Jahren die
Grundlagen gelegt worden. "Die Saat ist bereits aufgegangen, die
erste Ernte wird eingefahren", teilte Sauer mit.
    
    Alternative für die LBBW: Entgeltmodell
    
    "Die herausragende Benotung der LBBW im Financial-Strength-Rating,
welches die Staatshaftung nicht berücksichtigt, lässt auch nach
Wegfall dieser Haftung auf einen Spitzenplatz hoffen", sagte Sauer.
Außerdem schließe die LBBW für die Zeit ab dem Jahr 2005 eine
Staatshaftung gegen Entgelt nicht aus. Deren neue Form müsse
allerdings den Maßstäben des EU-Wettbewerbsrechts gerecht werden. Für
die Novellierung des LBBW-Gesetzes sei deshalb folgende Formulierung
vorgeschlagen und von der Landesregierung in Baden-Württemberg
positiv aufgenommen worden: "Ein Träger der Landesbank kann allein
oder gesamtschuldnerisch mit anderen Trägern oder Dritten zeitlich
befristete und betragsmäßig festgelegte Garantien gegen eine
marktgerechte Gebühr übernehmen", zitierte Sauer.
    
    "Die LBBW wird den Trägern eine marktgerechte und für die Bank
wirtschaftlich interessante Lösung präsentieren: Wir entwickelten ein
Entgeltmodell für die Staatshaftung, das sich am Risiko der
Ausfallwahrscheinlichkeit orientiert. Wir sind überzeugt, dass es
sich durchsetzen wird", zeigte sich Sauer zuversichtlich. "Als
Nachweis der Marktgerechtigkeit können diesem Entgeltmodell bereits
konkret verhandelte Haftungsangebote erstklassiger privater Adressen
zur Seite gestellt werden."
    
    LBBW: Von Beginn an einen Schritt voraus
    
    Das zukunftsweisende Gesetz zur Errichtung der LBBW biete schon
seit der Fusion im Jahre 1999 die Möglichkeit, weitere öffentliche
und auch private Kapitaleigner einzubinden. Gekünstelte
Zwitterkonstruktionen mit vor- oder nachgeschalteten
Aktiengesellschaften seien hierzu nicht notwendig. Da die Landesbank
Baden-Württemberg zu keinem Zeitpunkt staatliches Wohnungsbauvermögen
als Eigenkapital genutzt habe, sei sie auch von diesem laufenden
Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof nicht berührt. Sie habe
nicht das Problem, derartige Hilfslösungen durch neues Eigenkapital
ersetzen zu müssen. Im Übrigen sei die LBBW von ihren Trägern so gut
ausgestattet worden, dass sich die Eigenkapitalquote zwischen 11und
12 Prozent bewege.
    
    Lange bevor sich die Bundesrepublik mit der EU über die Aufgabe
der Staatshaftung verständigt habe, sei in Baden-Württemberg
freiwillig die Empfehlung der EU aufgenommen worden,
Wettbewerbsgeschäft und Fördergeschäft in strikt getrennten
juristischen Personen zu führen. "Auch in diesem Punkt hat die LBBW
frühzeitig die Vorreiterrolle übernommen. Wir müssen deshalb heute
unsere Kräfte nicht mit Reparaturmaßnahmen vergeuden", zeigte sich
Sauer zufrieden.
    
    Stärkung des Bankplatzes Baden-Württemberg
    
    In der Vergangenheit sei viel von der bevorstehenden Übernahme
öffentlicher Banken durch private Großbanken gesprochen worden. Nun
habe sich allerdings gezeigt, dass die selbstständige Existenz
einiger privater Großbanken fraglich geworden sei. In
Baden-Württemberg dagegen zeige sich, wie private und öffentliche
Banken zum beiderseitigen Vorteil eine Partnerschaft eingehen können.
Aktiv sei die LBBW im richtigen Moment die Verbindung mit der
Baden-Württembergischen Bank AG (BW-Bank) eingegangen: "Wir werden
diese Bank stärken und als feine Adresse für Privatkunden und
mittelständische Unternehmenskunden weiter ausbauen. Dabei kommt es
uns darauf an, die ausschließlich privatwirtschaftliche Orientierung
der BW-Bank zu erhalten", erläuterte der LBBW-Chef.
    
ots Originaltext: Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
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Stefan Schütz
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