Landesbank Baden-Württemberg

Neue LBBW-Tochtergesellschaft SüdPE: Unternehmerpersönlichkeiten investieren Beteiligungskapital und eigenes Know-how in den Mittelstand

Stuttgart (ots) - Für die stark wachsende Nachfrage nach Beteiligungskapital hat die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ihr bisheriges Konzept weiterentwickelt. Über die neu gegründete LBBW-Tochter "Süd Private Equity (SüdPE)" ist es erstmals auch für einzelne Unternehmerpersönlichkeiten im Rahmen ihrer Vermögensdiversifikation möglich, Eigenkapitalinvestments mit einer hohen Streuung einzugehen und sich dabei gleichzeitig persönlich zu engagieren. "Unser Zielfokus liegt auf der langfristigen Minderheitsbeteiligung an etablierten und wachstumsstarken Unternehmen in Baden-Württemberg", präzisiert Reinhold Schreiner, stellvertretender Vorstandschef der LBBW und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der SüdPE. "The missing Link" Nach Einschätzung von Schreiner entspricht die Gründung der SüdPE, die rechtlich bereits zum Jahreswechsel erfolgte, exakt der Investment-Banking-Philosophie seines Hauses: "Unser Ansatz ist es, Mittelständler in allen Phasen der Unternehmensentwicklung kontinuierlich und mit allen notwendigen Finanz- und Strategiedienstleistungen zu versorgen. Mit der SüdPE bieten wir also nicht nur etwas völlig Neues, sondern wir schließen auch eine letzte Lücke in unserem Angebotspaket." Gespräche mit renommierten Unternehmern In ihrer jetzigen Konstruktion ist die SüdPE eine 100-prozentige Tochter der LBBW, die ihr ein Startkapital von 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. "Dies wird sich jedoch sehr bald ändern", kündigt der Geschäftsführer der neuen Beteiligungsfirma, Joachim Hug, an: "Wir sind derzeit mit mehreren namhaften Unternehmerpersönlichkeiten in Kontakt, die sich an der SüdPE beteiligen wollen. Durch ihr Investment wird sich der LBBW-Anteil auf mittelfristig 40 Prozent des Haftkapitals verringern," erklärt Hug, der ein wachsendes, derzeit fünfköpfiges Team leitet. Die Mittelständler, die auf das Kapital der SüdPE zurückgreifen, können auch das Wissen der SüdPE-Kapitalgeber nutzen, zum Beispiel über ausländische Märkte und neue Produkte. Das gleiche gilt für das gesamte Know-how der LBBW, speziell auch in den so genannten Fokusbranchen des Instituts: der Automobil- und Automobilzulieferindustrie, dem Maschinenbau sowie der Informations- und Biotechnologie. Hier verfügt die Landesbank über besondere Kenntnisse und Experten. Auf dieses Know-how der Bank hat die SüdPE vollen und jederzeitigen Zugriff, ohne dass die Entscheidungen der SüdPE durch die LBBW majorisiert werden. Investoren sind persönlich aktiv Durch die persönlichen finanziellen Beteiligungen an der SüdPE entsteht laut LBBW-Vize Reinhold Schreiner eine "Win-win-Situation" für Investoren wie kapitalaufnehmende Mittelständler: "Wir stellen uns eine aktive Rolle der neuen Gesellschafter vor, die ihnen aber selbst sehr zu Gute kommt. Es geht also nicht darum, lediglich Kapital zu akquirieren. Die Kapitalgeber werden persönlich Funktionen bei der SüdPE übernehmen. Das heißt konkret, dass sich der SüdPE-Aufsichtsrat künftig aus zwei LBBW-Vertretern und vier Unternehmerpersönlichkeiten zusammensetzen wird. Unternehmerisches Know-how entscheidet also letztlich über neue Investments und deren Fortentwicklung. Zusätzlich sollen sich die Gesellschafter der SüdPE auch als Beiräte und Aufsichtsräte bei den einzelnen Investments engagieren und mit ihrem Know-how und ihren Kontakten zum Erfolg der Beteiligungen beitragen". Eine wichtige Voraussetzung für jedes Engagement sei jedoch das Vertrauen in das Management des Unternehmens, betont Schreiner. "Wir können und wollen nicht in das Tagesgeschäft eingreifen. Wenn wir von den Zukunftsperspektiven einer Firma überzeugt sind, dann gehen wir nicht nur ein Investment, sondern auch ein Vertrauensengagement ein. Wir setzen nicht auf Kontrolle, sondern auf dauerhafte, grundsätzlich unbefristete Partnerschaft." SüdPE: Spezialist für ungeschliffene Diamanten Auf diese Weise könne vielen baden-württembergischen Mittelständlern der Weg in die Globalisierung bereitet werden. Das Beteiligungskapital der SüdPE stehe aber auch für Aufgaben wie Umstrukturierungen, Nachfolgelösungen oder zur Vorbereitung eines Börsengangs zur Verfügung. Die SüdPE investiert ab fünf Millionen Mark pro Beteiligung und operiert dabei als offene Beteiligungsgesellschaft nach dem Gesetz über Unternehmens-Beteiligungsgesellschaften. Voraussetzung für ein Engagement beim Unternehmen ist ein kontinuierlich wachsender Umsatz. Bei den "Soft-facts" gelten ein klares Unternehmenskonzept, keine eindimensionalen Abhängigkeiten von Lieferanten oder Kunden sowie eine herausragende Marktstellung als Bedingungen. Gelungener Start: zwei Investments laufen schon Das Konzept kommt laut Joachim Hug bereits jetzt sehr gut an. "Obwohl wir operativ erst seit wenigen Monaten existieren und kommunikativ noch gar nicht in Erscheinung getreten sind, haben wir bereits die ersten beiden Investments getätigt." Den Anfang machte die Bad Uracher Automobilzulieferfirma Eissmann Unternehmensgruppe. Die Beteiligung am schnell wachsenden Spezialhersteller von Leder-Interieurkomponenten (Jahresumsatz mehr als 100 Millionen Mark) beträgt 25 Prozent am Stammkapital. Das Geld dient zur Unterstützung des weiteren Wachstums. Eissmann plant, neue Standorte aufzubauen und folgt hierbei den Globalisierungsstrategien der Automobilhersteller. Bisher ist das Unternehmen, das über knapp 1000 Beschäftigte verfügt, bereits durch Tochtergesellschaften in mehreren osteuropäischen Ländern sowie in Südafrika vertreten. Wachstum - Börse - Globalisierung Beim zweiten Engagement handelt es sich um das Karlsruher Softwareunternehmen asknet AG, die sich zum führenden Anbieter von Dienstleistungen für die elektronische Versorgung von Wissenschaftseinrichtungen mit Software entwickelt hat. Wichtigstes Medium für die Nutzung der Produkte ist das Internet. Seinen Kunden, vor allem Softwareanbietern und - abnehmern bietet asknet eine digitale Softwarelogistik, die ihnen auf Basis modular strukturierter Funktionsbausteine maßgeschneiderte Problemlösungen bereitstellt. Das Produktangebot deckt dabei alle Stufen der Versorgungskette für Software ab. Das Konzept wird jetzt verstärkt bei mittelständischen Unternehmen zum Einsatz kommen. Eine weitere Zielgruppe sind Softwarehersteller und -verlage, welche die digitale Softwarelogistik der asknet für den elektronischen Vertrieb und die Lizenzierung ihrer Produkte im Internet nutzen. Das junge Unternehmen hat derzeit rund 60 Mitarbeiter und wurde mehrfach für sein ‚electronic software delivery' ausgezeichnet. Am Grundkapital der asknet, die für das laufenden Jahr einen Umsatz von 28 Millionen Mark plant, ist die SüdPE als Minderheitsgesellschafter mit 27 Prozent beteiligt. Die Kapitalspritze verfolgt drei Ziele: Das weitere Wachstum zu unterstützen, die Vorbereitungen für den angestrebten Börsengang zu verstärken sowie die Internationalisierung des asknet-Geschäfts zu forcieren. "Den Ausschlag für die SüdPE gaben aus unserer Sicht mehrere Überlegungen", schildert asknet-Vorstand Peer Schreiner: "Ein Vorteil der SüdPE ist sicherlich ihre rechtliche Eigenständigkeit und damit rasche Entscheidungsfähigkeit. Wir hatten die Beteiligungsvereinbarung in wenigen Tagen unterschriftsreif. Das ist in unserer Branche existenziell. Im Übrigen wollen wir beim Streben in die Börsenvorstufe auf das Know-how der LBBW und erfahrener Unternehmer zurückgreifen, was durch die SüdPE-Konstruktion gewährleistet ist." ots Originaltext: LBW Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Rückfragen: Thilo Weinert Presse und Information Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart Telefon (07 11) 127 - 64 02 Telefax (07 11) 127 - 62 80 thilo.weinert@LBBW.de www.LBBW.de Original-Content von: Landesbank Baden-Württemberg, übermittelt durch news aktuell

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