Landesbank Baden-Württemberg

Vorläufige Konzernzahlen vorgelegt: Strategische Geschäftsfelder der LBBW deutlich im Plus

Stuttgart (ots) - Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat auch das zweite Geschäftsjahr nach ihrer Gründung erfolgreich abgeschlossen. Insbesondere im Kundengeschäft verzeichnete sie zweistellige Zuwachsraten: Die Bilanzsumme stieg im Konzern um 12,8 Prozent auf 289,9 Mrd. Euro und das Geschäftsvolumen erhöhte sich auf 313,6 Mrd. Euro (plus 13,7 Prozent), wie Hans Dietmar Sauer mitteilte, der als neuer Vorstandsvorsitzender der LBBW die Zahlen vor Journalisten in Stuttgart präsentierte. Auch die vorläufigen Ertragszahlen zeigen erneut eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung: Der Jahresüberschuss wächst voraussichtlich um 7 Prozent auf 460 Mio. Euro (+ 30 Mio. Euro) und das Betriebsergebnis um 2,2 Prozent auf 841,1 Mio. Euro (+ 18 Mio. Euro). Provisionsüberschuss deutlich gestiegen Einen überdurchschnittlichen Zuwachs mit einem Plus von 25,2 Prozent auf 296,2 Mio. Euro erzielte die LBBW beim Provisionsüberschuss. Vorrangig seien das Vermittlungsgeschäft, das Emissionsgeschäft, das Auslandsgeschäft und der Zahlungsverkehr zu sehen. Niedergeschlagen habe sich auch der starke Trend zur Aktie. "Beispielsweise stieg die Anzahl der über Onlinebanking erteilten Wertpapieraufträge auf das 6-fache", berichtete Sauer. Seiner Ansicht nach profitierte die LBBW aber auch vom konsequenten Ausbau des Wertpapiergeschäfts als Aufgabengebiet der Zukunft. So sei die LBBW als einzige deutsche Landesbank von der Deutschen Telekom beim Börsengang von T-Online in das Online-Konsortium aufgenommen worden. Positiv wertete Sauer, dass sich im Konzern der Zinsüberschuss ohne Beteiligungserträge mit 1362,7 Mio. Euro (plus 1,6 Prozent) über dem Vorjahresniveau bewege. In der Bank sei sogar ein Plus von 4,7 Prozent zu verzeichnen. Unter Einbeziehung der Beteiligungserträge sei der Zinsüberschuss leicht rückläufig (minus 1,4 Prozent). Sauer führte dies vor allem auf eine bewusst veränderte Bilanz- und Ausschüttungspolitik bei Konzerngesellschaften im Vorfeld des Steuersenkungsgesetzes zurück. In der Rückschau als richtig beurteilte der Vorstandschef das risikobewusste und zurückhaltende Verhalten der LBBW am Kapitalmarkt. Dieses habe zwar dazu geführt, dass das traditionell stark volatile Nettoergebnis aus Finanzgeschäften mit 95,1 Mio. Euro deutlich hinter dem hervorragenden Vorjahresergebnis geblieben sei. "Wir wollten hier bei flacher Zinsstrukturkurve und nicht eindeutiger Kapitalmarktperspektive kein unangemessenes Risiko eingehen", stellte Sauer fest. Das Kreditinstitut habe bei der Chancen-Risiko-Abwägung strengste Maßstäbe angelegt und bewusst auf so manches Geschäft verzichtet. Sauer merkte weiter an, dass die entsprechend der traditionellen deutschen Bilanzierungsvorschriften nicht im Nettoergebnis aus Finanzgeschäften ausgewiesenen Bewertungsreserven im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen hätten. Investive Kosten sind gute Kosten Einen Anstieg von 9,3 Prozent auf 1133,5 Mio. Euro verzeichnete der LBBW-Konzern bei den Verwaltungsaufwendungen. "Hier haben sich die massiven Investitionen in die Zukunft ausgewirkt", sagte Sauer. Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden der LBBW habe die Bank in den vergangenen zwei Jahren Grundlagen für ein erfolgreiches Wirtschaften in der Zukunft geschaffen. Sauer wörtlich: "Wir haben die Phase des Pflügens weitgehend abgeschlossen und den Acker für die Aussaat vorbereitet." Nunmehr sei die Zeit des "Säens und der Kulturpflege" angebrochen: Die Bank investiere gezielt in ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in die Vertriebswege sowie in die Informationstechnologie. Sauer zeigte sich zuversichtlich, dass die "Ernte" mittelfristig eingefahren werden könne: "Investive Kosten sind schließlich gute Kosten". Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen verbucht der LBBW-Konzern einen Rückgang von 19,2 Prozent auf 303,1 Mio. Euro. Sauer sagte, dass dieses Ergebnis vom Vorjahreswert abweicht, "da 1999 Verkaufserlöse auf Grund von Neustrukturierungen - so insbesondere von DGZ(DekaBank, Deutsche Leasing - enthalten gewesen sind, zu denen der im Geschäftsjahr 2000 getätigte Verkauf der Anteile an der WestLB Schweiz in keinem Verhältnis steht". Dem Rückgang des Betriebsergebnisses vor Bewertungsänderung stünden schwebende Gewinne gegenüber, die jetzt bewusst nicht realisiert worden sind. Das Risikovorsorge-/Bewertungsergebnis entwickelte sich positiv und konnte im Jahr 2000 auf 138,7 Mio. Euro (minus 63,2 Prozent) zurückgenommen werden. Sauer machte allerdings darauf aufmerksam, dass auch dieses Ergebnis mit dem Vorjahreswert nicht zu vergleichen sei, da dieser im Zusammenhang mit dem Steuerentlastungsgesetz starken Sondereinflüssen unterliege. Im Detail ging der Banker darauf ein, dass die Zinsentwicklung das Ergebnis bei den Wertpapieren positiv beeinflusst habe. Außerdem betonte er, "dass die LBBW weiterhin alle Wertpapierbestände zum Niederstwert bewertet hat und im Bereich der Risikovorsorge eine konservative Politik verfolgt hat, so weit dies steuerrechtlich noch möglich ist". Kunden- und Geschäftsbasis ausgebaut "Besonders erfreulich ist aus unserer Sicht, dass sich die LBBW als die etwas andere Landesbank so gut am Markt behauptet hat", sagte Sauer. Private wie institutionelle Kunden hätten im vergangenen Jahr einen richtigen Nachfrageschub ausgelöst, wie die Zuwächse belegten. Die Forderungen an Kreditinstitute stiegen um 13,9 Prozent auf 115,4 Mrd. Euro. "Dabei nutzten insbesondere die baden-württembergischen Sparkassen die Refinanzierung bei der LBBW sehr rege", erklärte Sauer. Die Forderungen an diese "natürlichen Partner aus der S-Finanzgruppe" nahmen um 11,8 Prozent auf 30,3 Mrd. Euro zu. Diese nochmalige Steigerung gegenüber dem Vorjahr deutete der Banker als Zeichen der guten Zusammenarbeit im Sparkassenverbund. "Als Sparkassenzentralbank werden wir auch in Zukunft den baden-württembergischen Sparkassen attraktive Refinanzierungsmöglichkeiten erschließen", versicherte Sauer. Ebenfalls zugelegt haben die Forderungen an Kunden, die um 11,5 Prozent auf 94,7 Mrd. Euro gestiegen sind. Das Wachstum der Schuldverschreibungen und anderer festverzinslicher Wertpapiere um 11,7 Prozent auf 63,9 Mrd. Euro wertete Sauer als Beleg für einen anhaltenden Trend zur Verbriefung und damit als Beweis für die Hinwendung zum modernen Kreditgeschäft. Bei den Passiva haben die Kundeneinlagen gegenüber dem Vorjahr um 25,2 Prozent auf 54,3 Mrd. Euro zugenommen. Ein Wachstum weisen auch die verbrieften Verbindlichkeiten aus, die um 11,1 Prozent auf 127,5 Mrd. Euro gestiegen sind. Sauer sieht darin einen deutlichen Vertrauensbeweis der Kunden, "die die Kompetenz der LBBW zu schätzen wissen". Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich um 9,3 Prozent auf 90,9 Mrd. Euro. Eine Prognose für Bilanzsumme und Ertrag des Geschäftsjahres 2001 wollte Sauer noch nicht geben. Die Jahresvorgabe umriss der Vorstandsvorsitzende der LBBW daher bewusst vorsichtig: "Unser Ziel ist es, das gute Ergebnis des vergangenen Jahres zu bestätigen". Zur Mitarbeiterzahl sagte Sauer, dass die Landesbank Baden-Württemberg zum Jahresende 9886 Personen mit einer Mitarbeiterkapazität von 9143 beschäftigt habe, einschließlich 571 Auszubildende sowie 370 Mitarbeiter der Mittelrheinischen Bank GmbH Koblenz (MKB). Letztere nicht berücksichtigt, verzeichnet die LBBW einen Stellenzuwachs von 5,7 Prozent. "Wir haben vor allem in kundennahen Wachstumsbereichen wie Investment Banking, Privat- und Vermögenskundengeschäft, Direktbanking, Unternehmenskundengeschäft/Overseas sowie im Bereich Informationstechnologie/Datenverarbeitung neue Mitarbeiter eingestellt", erläuterte Sauer. Die Beschäftigtenzahlen seien dagegen beim Zahlungsverkehr und in den Stabsbereichen gesunken. ots Originaltext: LBBW Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Stefan Schütz Leiter Bereich Kommunikation Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart Telefon: (07 11) 1 27- 36 77 Telefax: (07 11) 1 27- 64 49 www.lbbw.de Original-Content von: Landesbank Baden-Württemberg, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Das könnte Sie auch interessieren: