Landesbank Baden-Württemberg

Bundesweit erster Euro-Kassen-Test

Stuttgart (ots) - Wie viel Euro Bargeld muss in den ersten Tagen des Jahres 2002 in den Kassen der Geschäfte sein? Wie viel Mark müssen entsorgt werden? Zu diesen Fragen schwanken die Schätzungen sehr. Zwischen fünf bis siebzigmal höher könnte der Wechselgeldbedarf in diesem Zeitraum gegenüber heute sein. Um besser planen zu können, testet die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zusammen mit dem Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW) für die Sparkassen im Land, dem Einzelhandelsverband Württemberg und der Handwerks-kammer Region Stuttgart bundesweit erstmalig den Bargeldumsatz. 15 Unternehmen in ganz Baden-Württemberg simulieren einen Tag die Einführung des Euros. Der Austausch der gesamten Bargeldmenge in Deutschland und den elf weiteren Ländern in Europa ist eine gewaltige logistische, organisatorische und technische Herausforderung. In Baden-Württemberg werden 325 Millionen Euro-Banknoten und 2,2 Milliarden Münzen ausgegeben. Allein die Münzen benötigen in 17.000 Containern mit je 600 Kilogramm einen Lagerplatz von zwei Fußballfeldern. Der Handel und das Handwerk haben zu Beginn des Jahres 2002 eine Doppelfunktion. Zum einen geben sie Euro-Wechselgeld aus und bringen dadurch Münzen und Banknoten kleiner Stückelung in den Verkehr. Zum anderen nehmen auch die Geschäfte neben den Kreditinstituten noch bis zum 28. Februar 2002 DM-Scheine und DM-Münzen an und sind damit an der Rückführung des Bargeldes wesentlich beteiligt. Durch diese Situation verändert sich das Kassengeschäft und der Wechselgeldbedarf enorm. Eine sorgfältige Planung ist notwendig, um in dieser Zeit einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und die Kunden wie gewohnt zu bedienen. Jürgen Schäfer vom Euro Info Centre der Handwerkskammer Region Stuttgart sieht hier noch Nachholbedarf: "Erst 15 Prozent aller Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg haben ihr Rechnungswesen bereits auf den Euro umgestellt. Je kleiner die Betriebe, desto zögerlicher sind sie mit den Vorbereitungen." Die Banken werden entsprechend der bisherigen Rollenverteilung insbesondere Banknoten und so genannte Münzhaushaltsmischungen ausgeben. Hans Baumunk, Leiter Projektmanagement EWWU bei der LBBW sieht hier große Aufgaben auf die Bank zukommen: "Auch in der heißen Phase 2002 sollen unsere Kunden mit uns zufrieden sein. Deshalb ist es für uns entscheidend zu wissen, wie viel Eurobargeld der Handel benötigt und wie viel DM an uns zurückfließen. Um den enormen Arbeitsaufwand bei der Euroumstellung zu bewältigen, suchen wir gerade 600 Freiwillige aus den Zentralbereichen der LBBW, die ihre Kollegen auf den Filialen unterstützen." Aus diesem Grund führen die LBBW, der SVBW, der Einzelhandelsverband und die Handwerkskammer Region Stuttgart den Euro-Kassen-Test mit 15 Unternehmen in ganz Baden-Württemberg durch. Dabei wird die Situation Anfang 2002 simuliert, bei der die Geschäfte DM annehmen und Euro als Wechselgeld herausgeben. In dem Pilotprojekt wird es deshalb eine Einnahme- und Ausgabekasse geben, da die eingenommenen Markbeträge nicht mehr als Wechselgeld verwendet werden können. Damit erhoffen sich die Beteiligten präzise Erkenntnisse über die notwendige Euro-Bargeldmenge und die zu entsorgenden Markbeträge. Gleichzeitig können mögliche praktische Probleme im Vorfeld erkannt und gelöst werden. Andreas Schneider, Europrojektleiter beim SVBW, ist zuversichtlich: "Durch die genauere Planung des Bargeldbedarfs können die LBBW und die Sparkassen ihre Handels- und Gewerbekunden besser unterstützen und rechtzeitig mit einer ausreichenden Menge an Eurobargeld ausstatten. Eventuelle Probleme zu Beginn des Jahres 2002 werden rechtzeitig erkannt." Auch die Kassenabwicklung in den Unternehmen erfordert Anpassungen. Innerhalb von zwei Monaten müssen die Mitarbeiter mit zwei verschiedenen Währungen arbeiten. Dafür müssen sie geschult werden. Geplant und organisiert werden muss zudem die Verwahrung des Euro- und Markbargeldes sowie die Umrechnung und die Herausgabe. Helmut Feskorn, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Württemberg e.V.: "Das sicherlich angenehmste und für alle Seiten unkomplizierteste Szenario wäre folgendes: Der Großteil der Verbraucher gibt sein DM-Bargeld bis Ende Dezember überwiegend aus oder lässt es sich auf sein Konto gutschreiben. Nach dem 01. Januar 2002 versorgt er sich mit Eurobargeld aus dem Geldautomat und zahlt nur noch in Euro." ots Originaltext: LBW Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Cornelia Freundl 1210/H Presse und Information Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart Telefon (07 11) - 1 27 31 74 Telefax (07 11) - 1 27 64 35 www.lbbw.de Original-Content von: Landesbank Baden-Württemberg, übermittelt durch news aktuell

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