Landesbank Baden-Württemberg

Ideen verändern Kunstwerk: "Karo 2000" von Simone Westerwinter

    Stuttgart (ots) - Seit September 2000 zeigt sich das Betriebliche
Vorschlagswesen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mit einem
neuen Konzept. Der siebtgrößten Bank Deutschlands ist es wichtig,
dass die Mitarbeiter für ihre Ideen nicht nur mit einem Geldbetrag
belohnt werden. Ihre Wertschätzung drückt die Bank mit dem Kunstwerk
"Karo 2000" der Stuttgarter Künstlerin Simone Westerwinter aus.
Dieses Namensrelief porträtiert die Mitarbeiter auf eigene Weise und
bewahrt die Erinnerung an die erfolgreiche Teilnahme am
LBBW-Verbesserungsprozess für die Ewigkeit - zum einen als
Gesamtkunstwerk innerhalb der Kunstsammlung der Bank, zum anderen als
Einzelkunstwerk für die Mitarbeiter.
    
    "Karo 2000"  - interaktives Kunstwerk bildet Erfolg ab
    
    1.000 handgefertigte und handsignierte Gemälde (11,5 cm x 21,5
cm), monochrom in den Farben Weiß, Rosa oder Rot gehalten, bilden den
Ausgangspunkt des Kunstwerks "Karo 2000" von Simone Westerwinter. Die
Arbeit ist interaktiv angelegt und visualisiert den Verlauf des
Betrieblichen Vorschlagswesens (BVW) bei der Landesbank
Baden-Württemberg. Zu Beginn des neu konzipierten BVW wurden die
Einzelarbeiten zu je zwei identischen Tableaus zusammengestellt und
wie ein Sandwich miteinander verbunden. Zu sehen war zunächst ein
ebenes, wandfüllendes Gemälde (2,5m x 5,8m), das ein kariertes Muster
zeigt. Mit zunehmender Dauer und steigender Anzahl der prämiierten
Mitarbeiterideen kristallisiert sich ein Relief heraus. Denn: Jeweils
der obere Teil eines Gemälde-Doppels wechselt mit der ersten
erfolgreichen Beteiligung am Verbesserungsprozess den Besitzer - das
Gemälde geht von der Bank ins Eigentum des Mitarbeiters über. Als
Anerkennung und zur Dokumentation wird der Name mit einem
Prägestempel auf beide Sandwichteile aufgebracht. Mit der Annahme des
500. Vorschlags ist das in der Bank verbleibende Kunstwerk "Karo
2000" wieder plan. Es gehört zur Kunstsammlung der Landesbank
Baden-Württemberg und ergänzt die 15 Arbeiten, die bereits im Besitz
der LBBW sind.
    
    Karo 2000 - Porträts der anderen Art
    
    Wichtige Menschen werden porträtiert. Von diesem Gedanken
ausgehend war es ein Ziel, diese Wertschätzung den Mitarbeitern
zukommen zu lassen, die mit ihren kreativen Ideen zum Erfolg der Bank
beitragen. Bei schätzungsweise 300 bis 400 angenommenen Vorschlägen
pro Jahr sollte eine Lösung gefunden werden, die auf der einen Seite
zu bewältigen ist, andererseits aber den Porträtgedanken
widerspiegelt. Für Simone Westerwinter stellte sich so die
Assoziation zu einer ihrer Werkgruppen her, den Namensaquarellen. Die
Idee, Mitarbeiter nicht im klassischen Sinne zu porträtieren, sondern
mit ihrem Namenszug zu verewigen, war geboren.  
    
    
    Über Fehlstellen neue Qualitäten erreichen
    
    Darüber hinaus zählt "Karo 2000" aber auch zu den Arbeiten mit
karierten Mustern, die Simone Westerwinter unter dem Untertitel
"Erziehung durch Dekoration" zu einer Werkgruppe zusammenfaßt. Die
Stuttgarterin nimmt dabei "Muster der täglichen Erfahrungswelt und
gutbürgerlichen Ästhetik auf, um die Ambivalenz von Ordnung und
Unordnung sowie die Analogien von visuellen Mustern und
Bewußtseinsmustern zu untersuchen".
    
    Mit der Arbeit für das Betriebliche Vorschlagswesen der LBBW ruft
die Künstlerin dazu auf, klein kariertes Denken im Sinne von
eingefahrenen Denkmustern, vorschnellen Einordnungen und des
Schubladendenkens zu überwinden, alles vielleicht auch einmal ganz
anders zu sehen. Gezielt unterbricht Simone Westerwinter die
gitterförmige Struktur ihres Werks, scheinbare Fehler sind gewollt.
Westerwinter: "Für mich ist ein fehlerlos, gleichförmig sich endlos
fortsetzendes Gitter ein künstlicher Zustand, den es in der Natur
nicht gibt". Nach Ansicht der Künstlerin sind es immer Störungen, die
neue Prozesse ermöglichten. "Die Natur lässt ganz selten völlig
ungestörte Ordnungen zu, obwohl diese energetisch gesehen günstiger
wären. Unordnung stellt den energetisch höheren Status dar", erklärt
die Stuttgarterin. Welcher Zustand der bessere ist - diese
Einschätzung überlässt die Künstlerin dem jeweiligen Betrachter
selbst. Sie selbst nennt Fehlstellen, die sie in die Karostruktur
einfügt, nicht unbedingt Fehler, sondern Möglichkeiten.
    
    
    Übertragen auf den LBBW-Verbesserungsprozess bedeutet dies die
Aufforderung an die Mitarbeiter, "Fehlstellen" im Arbeitsalltag nicht
hinzunehmen, sondern als Anregung zu sehen, neue Möglichkeiten zu
diskutieren, Prozesse anzustoßen. Fehler sollen nicht
Reibungsverluste hervorrufen, sondern Zündstoff für neue Ideen sein.
Und nebenbei soll "Karo 2000" die Mitarbeiter täglich daran erinnern,
das Ganze und den gemeinsamen Erfolg zu sehen.
    
    
    Biografie Simone Westerwinter
    
    
    1960 in Stuttgart geboren
    1980-83 Ausbildung (Metallographie) am Max-Planck-
    Institut für Werkstoffwissenschaften, Stuttgart
    1984-91 Staatliche Akademie der Bildenden Künste
    Stuttgart
    1990 Arbeitsaufenthalt in Chicago und New York
    1991 Projektstipendium der Kunststiftung Baden-
    Württemberg für Chicago;
    DAAD-Stipendium, Chicago
    1993 Arbeitsstipendium der Kunststiftung Baden-
    Württemberg
    1994/95 Arbeitsaufenthalt in Paris
    1995 Atelierstipendium des Landes Baden-
    Württemberg;
    Arbeitsstipendium des Kunstfonds e.V., Bonn;
    Stipendium der Philip Morris Kunstförderung für
    für Dresden.
    1999 Stipendium für die Cité International des Arts,
    Paris
    2000/01 Vertretungsprofessuren an der Staatlichen
    Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und
    der Hochschule für Bildende Künste Dresden
    
    Simone Westerwinter lebt in Stuttgart.
    
    
    
    
ots Originaltext: Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
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