Deutsche Friedhofsgesellschaft

Neue Bestattungsform auf dem Essener Bergfriedhof

Essen (ots) - Unter dem Motto "Die Kunst des Erinnerns" stellte die Deutsche Friedhofsgesellschaft im Beisein des Essener Bürgermeisters Norbert Kleine-Möllhoff eine neue Form der Urnenbestattung vor. Das so genannte Portajom entwarf der Künstler Alexander Jokisch, der bundesweit bereits durch die Gestaltung der Arena-Kapelle des Gelsenkirchener Fußballstadions bekannt wurde.

Im Anschluss an einen Gottesdienst in der Essener Gnadenkirche stellte die Deutsche Friedhofsgesellschaft heute den aus allen Teilen Deutschlands angereisten Bestattern das erste Kolumbarium mit dem Namen Portajom vor. Dabei handelt es sich um ein Arrangement aus hellbeigen Keramikkammern, die vom rheinischen Künstler Alexander Jokisch individuell gestaltet wurden und in denen Urnen auf Friedhöfen oder in Kreuzgängen beigesetzt werden. Bis zu sieben dieser Würfel werden übereinander in jeweils einer von mehreren Metallstelen aufgestellt. Essen ist der erste Standort für ein Portajom der Deutschen Friedhofsgesellschaft.

"Unsere Gesellschaft verändert sich und sucht dabei auch nach neuen Formen der Bestattung und der Trauerbewältigung", sagte Bürgermeister Kleine-Möllhoff in seiner Ansprache. Vieles sei heute schnelllebig und familiäre Strukturen kämen immer weniger zum Tragen, so Kleine Möllhoff. "Deshalb können bei Trauer und Abschied neue Interpretationen und neue Wege helfen".

Roswitha Könsgen, Geschäftsführerin der Deutschen Friedhofsgesellschaft, wies darauf hin, dass Tag für Tag in Deutschland etwa 2.000 Menschen sterben. "Wir bewegen uns in einem sensiblen und schwierigen Feld, aber auch in einem hart umkämpften Geschäft", sagte Könsgen. Nach ihrer Überzeugung sind hier nicht nur Seriosität, sondern auch innovative Ideen und kreative Ansätze gefordert. Man wolle mit dem Portajom auch Sterben, Tod und Trauer aus der Tabuecke rücken und spreche deshalb auch bewusst doppeldeutig von der Kunst des Erinnerns. "Jeder Mensch möchte, dass nach seinem Tod etwas von ihm in Erinnerung bleibt und wir bieten Menschen nun die Möglichkeit sich vor oder nach dem Tod ein individuelles und würdiges Denkmal zu setzen", so Könsgen.

Für Alexander Jokisch geht es beim Portajom um die Schaffung von Beziehung zu sich und der Welt: "Die Lineatur auf den Deckeln stellt die Grundstruktur dar, aus dem sich heraus das konkrete Einzelne entwickelt. Aber er ist ja nicht aus dem Nichts entstanden und geht auch nicht wieder ins Nichts sondern er kommt aus dieser allgemeinen Struktur und er geht auch wieder in diese allgemeine Struktur ein".

Jede der bemalten Kacheln ist ein Unikat. Die Front der Urnenboxen sieht Einsätze für Kacheln vor, auf denen sich Alexander Jokisch dem Gedenken mit persönlichen Motiven widmet. Unzählige feinste Linien verdichten sich nach und nach zu intensiven Bildern. Vom Porträt über Naturdarstellungen bis zum abstrakten Kunstwerk. So gestaltet sich ein ganz individuelles Werk, sei es in Absprache mit dem Betroffenen noch zu Lebzeiten oder mit seinen Angehörigen nach dem Tod.

Das Portajom kann während der Öffnungszeiten des Friedhofes an der Gnadenkirche Essen-Frintrop, Pfarrstraße 11 besichtigt und besucht werden. In der Zeit vom 20. bis 23. August stehen zudem jeweils von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr Mitarbeiter der Deutschen Friedhofsgesellschaft für Fragen zur Verfügung.

Ansprechpartner und weitergehende Information:

Webseite: www.portajom.de
Beschreibung: Kurzportrait in youtube

Peter Niermann
Deutsche Friedhofsgesellschaft
Telefon: +49 228 97634911

Original-Content von: Deutsche Friedhofsgesellschaft, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Deutsche Friedhofsgesellschaft

Das könnte Sie auch interessieren: