Pop war Jugendkultur - Jetzt entdecken Museen die Bands von damals
Das jüngste Beispiel: "Kraftwerk" live in Düsseldorf

   

Hamburg (ots) - Seit ihrem Auftritt bei der Venedig-Biennale 2005 hat sich Kraftwerk zu einer Art Hausband des Kunstbetriebs gemausert. Matthias Mühling holte die "Mensch-Maschine" 2011 ins Münchner Lenbachhaus, Klaus Biesenbach richtete ihr kurz darauf im New Yorker Moderne-Tempel MoMA eine weltweit beachtete Retrospektive aus. Nun folgt die Kunstsammlung in NRW in Düsseldorf. Wie das Kunstmagazin art in seiner aktuellen Ausgabe berichtet spielt die Elektropop-Legende ab dem 11. Januar an acht Abenden acht Alben live. Die Tickets waren in wenigen Minuten ausverkauft. Zu feiern ist auch die Heimkehr der Düsseldorfer Band, die seit 1991 kein Konzert mehr in der Stadt gegeben hat. Kraftwerk wird als Gesamtkunstwerk ausgestellt, als audiovisuelle Pop-Art-Performance.

Die Band ist in der Düsseldorfer Kunstszene verwurzelt: Ihre ersten Auftritte fanden in Galerien und Kunstvereinen statt. Spätestens das konzeptionelle Album "Autobahn" aus dem Jahre 1974 machte ihre Musik zu Kunst.

Wie kommt es, dass die Helden der Pop-Musik ins Museum drängen? Um ein "jüngeres" Publikum kann es dabei wohl kaum gehen: Die erwähnten Pop-Epochen sind allesamt historisch. Und den Musikern selbst dürfte wenig daran liegen, im Museum zu landen. "Museal" ist aus Pop-Sicht ein Synonym für tot, erledigt, erwachsen. Zumindest war es lange Zeit so. Pop war ein Ausdruck der Rebellion, eine Jugendkultur. Diese Sichtweise ist mittlerweile anzuzweifeln: Jüngere Musiker kramen in alten Musikarchiven und schon lange gab es keine völlig neue Musikrichtung mehr.

Plötzlich sind die Parallelen zur zeitgenössischen Kunst unübersehbar: Die Avantgarde hat sich zu Tode gesiegt, alles ist möglich, statt um Erweiterung geht es um Verfeinerung. Auch im Pop-Zusammenhang taucht neuerdings immer häufiger das Wort "kuratieren" auf. Kein Wunder also, dass Museen das Alte wieder aufleben lassen: Sie betrachten es als ihre Aufgabe, Kunst zu bewahren - auch die, die nie Kunst sein wollte.

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